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Programm · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 27

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Journal
Programm
Volume
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 27 (sequence 26)
Language
German
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untreti werden , wenn sie die Ideale freien Menschentums aus dem Gesichtskreis verlöre. Im Siege dieser reinen Ideen liegt, das Heil der Schule und unser Aller Heil. Das zeigt leider nur zu deutlieh die Gegenwart, in der die alten Ideale die Herrschaft verloren haben, Hochmuth und Egoismus, Unduldsamkeit und Gewalttätigkeit sich ausbreiten, die Eintracht der Menschen durch allerlei Vorurteile und Gegensätze religiöser, politischer und socialer Natur zerstört ist, Haß und Bosheit über Liebe und Gerechtigkeit die Oberhand gewonnen haben. In solch schlimmer Zeit muss die Schule die Zuflucht des humanen Gedankens sein und die Flamme geläuterten Menschentums für eine bessere Zukunft unterhalten. Dieser Mission ist unsere Schule treu geblieben bis zur Gegenwart." .... 1 Zum Schluß überreichte der Redner mit seinen und seiner Kollegen herzlichen Glückwünschen eine zum Gedächtnis des Tages gestiftete silberne Votivtafel. Tief ergriffen dankte der Jubilar. Er wies darauf hin, wie er weder während seiner Studienzeit noch auch später den Ehrgeiz gehabt habe, Schuldirektor zu werden, wie er aber, als er, wesentlich durch die Initiative zweier ihm herzlich nahestehenden Freunde, des damals schon emeritierten Direktors der Jacobsonschule in Seesen Dr. Benjamin Ginsberg und Eduard Laskers hieher berufen wurde, allerdings fand, daß er manches besaß, was ihn für diese Stelle geeignet machte. Die Einflüsse seines Elternhauses und die religiösen Bewegungen in den vierziger Jahren hatten in ihm früh eine lebhafte Teilnahme für die Fragen derreligiösen Reform und der Emancipation der Juden geweckt. Dieses und die Ereignisse des Jahres 1848 bestimmten ihn zum Studium der Geschichte. Stenzel und R o e p eil in Breslau und Leopold v. Ranke in Berlin Avurden ihm einflußreiche Lehrer, namentlich wirkte Ranke, der ihm ein väterlicher Freund wurde, bestimmend auf seine Studien und seine Lebensauffassung. Anderseits wurden die Schriften Gabriel Riessers, die persönlichen Beziehungen zu Abraham .Geiger, Michael S achs und Leopold Z unz von großer Bedeutung für seine . innere Stellung zu den das Judentum berührenden Fragen. Für seine praktische pädagogische Ausbildung war seine mehrjährige Thätigkeit an der jüdischen Lehrer-Bildungsanstalt und der Religionsschule der jüdischen Gemeinde in Berlin, wo ihm die Arbeitsgemeinschaft und der Verkehr mit seinem trefflichen Freunde Dr. David Rosin besonders förderlich wurde, wertvoll, aber an praktischer Erfahrung auf dem Gebiete des höheren Schulwesens fehlte es ihm, da ihm bei der in den fünfziger Jahren vorherrschenden Strömung selbst die Ableistung des Probejahres versagt blieb, bei der Uebernahme seines hiesigen Amtes gänzlich. Er lernte hier von seinen eigenen Lehrern und den hiesigen Direktoren, besonders von dem Direktor der Musterschule Dr. Ei seien. Es wären liier übrigens keine bahnbrechenden Neuerungen zu machen, die Schule war wohlgeordnet, hatte ein treffliches Lehrerkollegium und die Überleitung in die neuen Verhältnisse nach Maßgabe der Normen für das preußische höhere Schulwesen vollzog sich durch das "Wohlwollen des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums und die Opferwilligkeit des' Schulrats nach und nach und ohne besondere Schwierigkeit. Diesen Behörden und seinen früheren und jetzigen Kollegen sprach er seinen Dank aus. Vor allem aber dankte er Gott für" die Gnade, in der Er ihn hieher geführt in diese Stadt und diese Gemeinde und ihm die Kraft. gestärkt habe zur Erfüllung seiner Lebensaufgabe. Hierauf überbrachte Herr Direktor Dr. Ei seien im Namen der Direktorenvereinigung, welche schon Tags vorher den Jubilar durch Übersendung des Bildnisses Leopold v. Ranke's

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