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Programm · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 19

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Journal
Programm
Volume
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 19 (sequence 18)
Language
German
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— 19 - In Betreff der Probe wird bemerkt: Multipliziere den Divisor mit dem Quotient: wenn das, was herauskommt, gleich dem Dividend ist, so hast du richtig gerechnet. Die letzte (dritte) Pforte des ersten Teils handelt von den gemischten Zahlen. Nach einer Erörterung über die Zahl der Fälle, welche die Verbindung von je zwei Zahlen der Formen a, —, ^■ , a -\- ~, a -|- — ergiebt, wird gezeigt, wie jede gemischte Zahl mittels au o c der Formel a + — a C in einen Bruch verwandelt werden kann. Dann werden der c c Reihe nach die Addition, Multiplication und Subtraction gelehrt, und zwar jede dieser Rechnungsarten auf zwei Weisen; nach der einen werden die vorkommenden gemischten Zalüen beibehalten, nach der anderen vor Ausführung der eigentlichen Rechnung durch unechte Brüche ersetzt. Bei der Division ist, wie Misrachi eingehend zu begründen sucht, nur der letztere Weg möglich. II. Abschnitt. I. Pforte. Die astronomischen Brüche. Die Astronomen Babyloniens haben vor mehr als 3000 Jahren den Umfang des Kreises in 360 gleiche Teile geteilt, wohl um durch einen solchen Teil den Weg zu versinnlichen, den die Sonne bei ihrem scheinbaren Umlauf um die Erde in einem Tage, dem 360sten Teil des Jahres, zurücklege. Diese Einteilung ist von den Indern und Griechen angenommen worden und hat sich, durch das schon erwähnte Werk „Almagest" des Kl audins Ptolemaeus zu allgemeiner Geltung gebracht, bis in die Gegenwart behauptet. Der 360ste Teil des Kreisumfangs hieß bei den Griechen (xoipa*), die;j.oipa zerfiel in 60 Trporra ££ypioara partes minuta e primae oder minuta prima (erste Teile), jeder solche Teil in 60Ssorspa s&rrxosta minuta secunda (zweite Teile), u. s. w., woraus unsere Ausdrücke Minute, Sekunde u. s. w. entstanden sind. Es erwies sich auch ein Zusammenfassen einer größeren Anzahl von Graden in eine (höhere) Einheit als wünschenswert; zu diesem Zwecke wählte man den Tierkreis mit seinen 12 Sternbildern, so daß ein Sternbild (signum) aus 30 Graden bestand. Grade, Minuten, Sekunden u. s. w. sind somit ihrer ursprünglichen Bedeutung nach Benennungen von Zahlen; mit der Zeit gewann aber der Bruchgedanke die Oberhand: die Grade drückten die Ganzen aus, die Minuten wurden einfach OOstel, die Sekunden OOstel der 60stel, d. i. 3600stel, u. s. w., und die Lehre von den so gebildeten Sexagesimalbrüchen wurde ein wichtiges Kapitel in den Lehrbüchern der Mathematik. Freilich blieben diese Brüche dem gewöhnlichen Leben, wo man sich der gemeinen Brüche bediente, im ganzen fremd; sie wurden verwiegend bei wissenschaftlichen Rechnungen, besonders in der Astronomie, verwandt und daher auch astronomische Brüche genannt. Am Ende des 16. Jahrhunderts machten sie den von Simon Stevin erfundenen Dezimalbrüchen Platz. Das Rechnen mit diesen Brüchen wird von Misrachi sehr ausführlich gelehrt. Bei der Addition bemerkt er, daß man, wie mit Tierkreis, Sternbild, Grad, Minute u. s. w., auch *) Die Araber übersetzten dies Wort mit daraja (rUTl) scala, gradus; der lateinische Ausdruck gradus (daraus das deutsche Wort rGrad") ist also eine Uebersetzung aus dem Arabischen, während der französische und der englische Ausdruck (degre, degree) das arabische Wort selbst sind. Nessel mann, Die Algebra der Griechen p. 137.

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