Programm
- Journal
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- Volume
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 48)
- Language
- German
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— 49 — jähriger Knabe eingetreten war, kehrte er an jenem Morgen in sein Elternhaus zurück auf das Krankenlager, von dem er sich nicht mehr erheben sollte. In der Schule und in dem Elternhause, in dem er, umgeben von der fürsorgenden Liebe der Mutter und Geschwister, auch nachdem er eine selbständige Stellung erlangt hatte, sich wohnlich eingerichtet hatte, und in dem innigsten, herzlichsten Familienverkehr Ruhe und Behagen fand, vollzog sich die Arbeit seines Lebens. Wie groß auch der Verlust ist, den die Wissenschaft durch den vorzeitigen Tod ihres edlen, hochbegabten, aufstrebenden Jüngers erlitten hat, am schmerzlichsten wird doch sein allzufrühes Scheiden in dem Elternhause empfunden, in dem sein bescheidener, kindlicher Sinn, seine hingebende Liebe, sein immer auf das Rechte und Wahre gerichtetes Wollen zu wohlthuendem Ausdruck kamen, und im Kreise der Schüler und Lehrer der Schule, die ihm zur zweiten Heimat geworden. Ja, er war unser! Wir haben in ihm der Besten Einen verloren, die je unsere Schüler waren und unsere Lehrer geworden sind, und die Erinnerung an ihn weckt in uns immer von Neuem den Schmerz der Sehnsucht wie nach den Theuersten, die uns dahin gegangen sind, und die wir nimmer vergessen! Das Schuljahr begann Montag, den 6. April 1891 mit der Prüfung und Aufnahme der neuangemeldeten Schüler und Schülerinnen; die feierliche Eröffnung des Unterrichts erfolgte Dienstag, den 7. April vormittags 7 Uhr. Am 13. Mai beteiligten sich das Lehrerkollegium und die drei oberen Klassen der Realschule an der Beerdigung des Herrn Emil Rosen thal, der von jeher, insbesondere als Delegierter des Gemeindevorstandes im Schulrat der Schule lebhafte Teilnahme und Fürsorge bethätigt hatte. Die Schule hat an Herrn Emil Rosenthal einen warmen Freund verloren und bewahrt ihm ein dankbares Andenken. Die Geburts- und Todestage der hochseligen Kaiser Wilhelm und Friedrich wurden als patriotische Gedenktage in angemessener Weise begangen. Am 1. Juni fand bei schönstem Wetter das Maifest statt. Die Vorschulen beider Anstalten waren an diesem Feste nicht beteiligt und hatten ihren regelmäßigen Unterricht. Das Sedanfest wurde in der Mädchenschule am 1. September nachmittags, in der Realschule am 2. September vormittags durch einen Ausflug in den Wald gefeiert. Auf dem Turnplatz an der Oberschweinstiege fanden Turnspiele, turnerische Freiübungen, Wettlauf mit Preisverteilung und Vortrage der Zöglinge statt; den Schluß bildete eine auf die Feier des Tages bezügliche Ansprache des Direktors. Die Feier war vom schönsten Wetter begünstigt und nahm unter Beteiligung von Eltern unserer Schüler und Schülerinnen einen erwünschten Verlauf. Der hundertjährige Geburtstag Theodor Körners wurde am 23. September unter Teilnahme beider Schulen durch einen Festakt mit Gesang und Deklamation begangen. Die Festrede hielt der ordentliche Lehrer Herr vi'. Mannheimer. Am 26. September feierte der Kollege Kunkel sein 25jähriges Lehcerjubiläum. Aus diesem Anlaß fand am Abend des Tages eine gesellige Vereinigung des Lehrerkollegiums statt, bei welcher der Direktor im Auftrage des Schulrats und Herr Oberlehrer vr. Epstein im Namen des Lehrerkollegiums dem Jubilar mit Gruß und Glückwunsch Ehrengaben überreichten. Am 18. November 1892 beehrte Herr Provinzial-Schulrat Kannegießer die Schule mit seinem Besuche; er wohnte dem Religionsunterricht in Prima, dem französischen Unterricht in Sekunda ^. der Realschule bei, ebenso dem englischen Unterricht in der Selekta, dem Geschichtsunterrichte in der ersten, dem französischen Unterricht in der zweiten, dem deutschen Unterricht in der sechsten und achten Mädchen- 7