Programm
- Journal
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- Volume
- 1891
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 51)
- Language
- German
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— 27 seinem Interesse für zweckmäßige den Zeitbedürfnissen entsprechende Jugendbildung Ausdruck gegeben und sich ein ehrenvolles Denkmal in unserer Schule errichtet. 2) Die Adolph Samuel Maas 1'che Stiftung, von den Kindern des am 1'). September 1589 verstorbenen Herrn Adolph S. Maas, zu dessen ehrendem Gedächtnis mit einem Kapital von M. 5000 hat den Zweck errichtet, rückständige Schulgelder befähigter Kinder hiesiger oder fremder, hier wohnender Eltern zu bezahlen. Tie Stiftung, welche unter Verwaltung des Schulrats steht, hat unter dem 29. Januar 1890 die landesherrliche Genehmigung erhalten und seitdem bereits ihre Wirksamkeit begonnen, die sich als sehr segensreich erweist. Sie hat im Lause des Jahres solgende Zuwendungen erhalten: Von den Kindern des sel. Herrn F. Josephthal am Todestage des Herrn Adolph S. Maas M. 50. An demselben Tage von Herrn Heinrich Lion M. 50. Von den Josephthal'sehen Kindern am Todestage ihrer Mutter M. 50. Wir sagen den Spendern verbindlichsten Dank. 3) Die Jacques Lauterdach genannt Schoenewald'sche Stiftung. Es sind eben 81 Zahre, seitdem der Begründer dieser Stiftung Jacob Moses 'Schoenewald am 25. Februar 1810 in uusere Schule eintrat. Geboren zu Schoenewald (Baden) am 10. Januar 1803, wurde er, 7 Jahre alt, von seinem Onkel Joseph Simon Nindskopf hier im Philanthropin angemeldet, und da er unbemittelt war, als Freischüler aufgenommen; Jsaac Elias Reis wurde ihm als Vormund bestellt: er blieb bis 1819 in unserer Schule. Tief in seinem Herzen wurzelte die Dankbarkeit für das, was ihm hier geworden war. Als er 70 Jahre alt geworden war, schrieb er am 22. Juni 1873 zu Paris, wo er sich niedergelassen hatte, in sein Testament: „Ich habe in den Jahren 1810 bis l819 in der „Philanthropin oder Neal- und Volksschule" genannten israelitischen Schule zu Frankfurt a. M. unentgeltlichen Unterricht empfangen. Dadurch diu ich in den Stand gesetzt worden, aus anständige Weise mein Brod zu verdieilen und durch meine Arbeit unter Gottes Beistand das kleine Vermögen zu erwerben, welches ich heute besitze. Deshalb vermache ich dieser Schule eiue Jahresrente von 2000 Francs. . . . Diese Schenkung soll dazn verwendet werden, um für zwei oder mehrere arme israelitische Knaben das Schulgeld, die Bücher :c., serner einfache, aber gute Kleidung und, wenn erforderlich, auch Verköstiguug zu beschasseu, sowohl während der Zeit ihres Schulbesuches, als auch um ihnen nachher, während ihrer ganzen Lehrzeit, sei es, das; sie sich einem Handwerk, einer Kunst oder dem Kaufmannsstand widmen, die für ihre Verpflegung und sonstigen Bedürfnisse unumgänglich erforderlichen Mittel darzubieten ..... Die Zöglinge sollen immer unter der Bezeichnung „Zöglinge der Jacques Lauterbach genannt Schöuewald'sche Stiftung" in die Schule ausgenommen werden, denn es ist mein Wunsch, daß mein Name immer in den Schriften der Schülverwaltung vorkomme; das dient vielleicht auch sonst zum guten Beispiel." Am 25. August 1873 starb der Testator, welcher den Namen Jacques Lauterbach gen. Schönewald angenommen 'hatte, 9 Jahre später seine Gemahlin, welche schon im Jahre 1879 nach ersolgter landesherrlicher Genehmigung zur Annahme des Legates die Eintragung einer Jahresrente von 20W Francs in das große französische Staatsschuldenbuch auf den Namen unserer Schule bewirkt hatte. Nicht lange nach ihrem Tode trat die Stiftung, über welche in den Programmen unserer Schule von 1879 uud 1888 eingehend berichtet ist, in Wirksamkeit. Es wurden damals vier unbemittelte Knaben in dieselbe aufgenommen. Von diesen besuchen noch drei unsere Schule, der vierte ist Ostern 1889 aus einer mittleren Klasse abgegangen, um in ein hiesiges kaufmännisches Geschäft als Lehrling einzutreten. Alle 4 Zöglinge stehen unter Aufsicht der von dem Schulrat für die Verwaltung der Stiftung eingesetzten Kommission,welche aus dem Schulratsmitgliede Herrn Victor Ullmann, dem Direktor der Schule und dem Aktuarius des Schulrats Herrn Rechtsanwalt vi-. Ernst Auerbach besteht.