Programm
- Journal
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- Volume
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 27)
- Language
- German
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— 28 — 1819 in unserer Schule. Tief in seinem Herzen wurzelte die Dankbarkeit für das, was ihm hier geworden war. Als er 70 Jahre alt geworden war, schrieb er am 22. Juni 1873 zu Paris, wo er sich niedergelassen hatte, in sein Testament: „Ich habe in den Jahren 1810 bis 1819 in der „Philanthropin oder Neal- und Volksschule" genannten israelitischen Schule zu Frankfurt a. M. unentgeltlichen Unterricht empfangen. Dadurch bin ich in den Stand gesetzt worden, auf anständige Weise mein Brod zu verdienen und durch meine Arbeit unter Gottes Beistand das kleine Vermögen zu erwerben, welches ich heute besitze. Deshalb vermache ich dieser Schule eine Jahresrente von 2000 Francs. . . . Diese Schenkung soll dazu verwendet werden, um für zwei oder mehrere arme israelitische Knaben das Schulgeld, die Bücher :c. ferner einfache aber gute Kleidung und, wenn erforderlich, auch Verköstigung zu beschaffen, sowohl während der Zeit ihres Schulbesuches als auch um ihnen nachher, während ihrer ganzen Lehrzeit, sei es, daß sie sich einem Handwerk, einer Kunst oder dem Kaufmannsstand widmen, die für ihre Verpflegung und sonstigen Bedürfnisse unumgänglich erforderlichen Mittel darzubieten..... Die Zöglinge sollen immer unter der Bezeichnung „Zöglinge der Jacques Lauterbach genannt Schönewald'schen Stiftung" in die Schule aufgenommen werden, denn es ist mein Wunsch, daß mein Name immer in den Schriften der Schulverwaltung vorkomme; das dient vielleicht auch sonst zum guten Beispiel." Am 25. August 1878 starb der Testator, welcher den Namen Jacques Lauterbach gen. Schoenewald angenommen hatte, 9 Jahre später seine Gemahlin, welche schon im Jahre 1879 nach erfolgter landesherrlicher Genehmigung zur Annahme des Legates die Eintragung einer Jahresrente von 2000 Francs in das große französische Staatsschuldenbuch auf den Namen unserer Schule bewirkt hatte. Nicht lange nach ihrem Tode trat die Stiftung, über welche in den Programmen unserer Schule von 1879 und 1888 eingehend berichtet ist, in Wirksamkeit. Es wurden damals vier unbemittelte Knaben in dieselbe aufgenommen. Von diesen besuchen noch drei unsere Schule, der vierte ist Ostern 1889 aus einer mittleren Klasse abgegangen, um in ein hiesiges kaufmännisches Geschäft als Lehrling einzutreten. Alle 4 Zöglinge stehen unter Aufsicht der von dem Schulrat für die Verwaltung der Stiftung eingesetzten Kommission, welche aus dem Schulratsmitgliede Herrn Victor Ullmann, dem Direktor der Schule und dem Actuarius des Schulrats Herrn Rechtsanwalt vi'. Ernst Auerbach besteht. 2) Die David und Gmanuel Hoechlrerg'sche Stiftung gewährte in dem Schuljahr 1889/90 16 Zöglingen unserer Schule das Schulgeld. Aus der Verwaltung ist Herr Alexander Strauß geschieden und es wurde für ihn von dem Ausschuß der israelitischen Gemeinde Herr Emil Rothbarth delegiert: die Verwaltung besteht demnach aus den Herren: Stadtrat Horkheim er, Vorsitzender, vr. Em. Cohn, Julius Wertheim, Rechtsanwalt vi-. Burghold, Emil Rothbarth und dem Unterzeichneten. 3) Die Louis Mayer Maas'sche Stiftung zahlte im Schuljahre 1889/90 das Schulgeld für 24 Schüler und Schülerinnen der israel. Volksschule, 10 Schüler der Ostendschule, 3 Schülerinnen der Petersschule, 2 Schülerinnen der Humboldtschule, je 2 Schüler des Kaiser Friedrichs-Gymnasiums und der Realschule der israel. Gemeinde (Philanthropin) und je einen Schüler des städtischen Gymnasiums, der Musterschule, der Adlerflychtschule und der Realschule in Bockenheim, außerdem gewährte sie noch mehreren jungen Leuten die Mittel zum Besuche der Fortbildungsschule. In der Zusammensetzung der Verwaltung ist eine Aenderung nicht eingetreten; dieselbe besteht aus den Herren: Siegmund Una (Vorsitzender), vi-. Baerwald (stellvertretender Vorsitzender), vi'. Em- Cohn, August Goldschmidt, Ferdinand Ed. Schwarzschild.