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Programm · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 24

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Journal
Programm
Volume
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 24 (sequence 23)
Language
German
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— 24 — Hier mögen noch die aus Versehen in dem vorjährigen Programm nicht mitgeteilten autobiographischen Notizen des Kollegen vi-. Cohn Platz finden: Oswald Cohn wurde am 24. November 1857 zu Liegnitz geboren. Er besuchte das dortige Gymnasium und bezog Ostern 1876 mit dem Zeugnis der Reife die Universität Berlin, woselbst er vier Jahre vorzugsweise neuere Sprachen studierte. Im September 1880 wurde er von der philosophischen Fakultät der Berliner Universität auf Grund seiner Dissertation „Über die Sprache in der mittelenglischen Predigtsammlung der Handschrist Lambeth 487", (Berlin 1880. S. Liebrecht) zum Doctor der Philosophie promoviert; im Januar 1882 bestand er vor der Kgl. Prüfungskommission zu Berlin das Examen xro saeultats ävesucli. Die folgenden zwei Jahre brachte er behufs Fortsetzung seiner neusprachlichen Studien in Paris und London zu. Ostern 1884 trat er sein Probejahr an unserer Schule an. Von Oktober 1885 an war er als Vertreter eines erkrankten Lehrers an der hiesigen Musterschule beschäftigt, bis er September 1886 an die Stelle des in den Ruhestand tretenden Kollegen Schönhos an unsere Schule berufen wurde. _ Gleich in den ersten Monaten des Schuljahres hatten wir das Unglück, zwei Schülerinnen durch den Tod zu verlieren: am 17. Juni starb Paula Elsaesser, Schülerin der 7. Klasse, an der Diphtheritis und am 17. Juli starb Mathilde Süß, Schülerin derselben Klasse, an einer nach der Genesung von der Diphtheritis eingetretenen Krankheit. Wir beklagen mit den Eltern den Heimgang dieser vortrefflichen, hoffnungsvollen Kinder. — Im Übrigen war der Gesundheitszustand unserer Schüler und Schülerinnen ein befriedigender; im Besonderen ist zu erwähnen, daß die Influenza nur kurz vor Weihnachten in je einer Knaben- und Mädchenklasse den Schulbesuch beeinträchtigte; nach Weihnachten waren fast alle Schulklassen vollzählig. S. Vaterländische Gedenktage. Schulfeierlichkeiten und Feste. Der Tag von Sedan und der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurden in hergebrachter Weise durch Gesang und Deklamation festlich begangen; die Festreden hielten: am Sedantage der ordentliche Lehrer vr. Michel: über die Friedensbestrebungen der Hohenzollern, insbesondere des großen Kurfürsten, des großen Königs und des Kaisers Wilhelm I.; am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs, vr. Cohn: über Friedrichs des Großen Einfluß auf die deutsche Litteratur. Bei den aus Anlaß der Geburts- und Sterbetage weiland Kaiser Wilhelms I. und Kaiser Friedrichs III. abgehaltenen Erinnerungsfeierlichkeiten hielt der Direktor Ansprachen: 1. Über die Regierungsgrundsätze Kaiser Friedrichs, 2. über dessen Fürsorge sür die Erziehung seiner Kinder; 3. über die letztwilligen Aufzeichnungen Kaiser Wilhelms I.; 4. über den 17. März 1813 und den 21. März 1871: Hoffnung und Erfüllung. Aus Anlaß der Überweisung des von Sr. Excellenz dem Herrn Minister der geistlichen Angelegenheiten unserer Mädchenschule als Geschenk übersandten Bildnisses Ihrer Majestät der verewigten Kaiserin und Königin Augusta fand am 16. Februar eine Schulfeier statt. Der Direktor hielt eine Ansprache, in welcher er darlegte, in welchem Sinne die Spende der Schule gegeben, und wie sie aufzunehmen sei; er sprach von der erhebenden und veredelnden Macht der Vaterlandsliebe und entwarf ein Bild des Lebens und gesegneten Wirkens der ersten deutschen Kaiserin, der Enkelin Karl Augusts, der treuen Lebensgefährtin Kaiser Wilhelms I., der Mutter Kaiser Friedrichs. Mit einem Choral wurde die Feier eingeleitet und beschlossen. — Es mag gestattet sein, an dieser Stelle Sr. Excellenz dem Herrn Minister der geistlichen?c. Angelegenheiten für die von uns stets hoch zu haltende Gabe ehrerbietigen Dank auszusprechen.

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