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Programm · 1887-01-01 · 1887 · p. Seite 24

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Journal
Programm
Volume
1887
Date
1887-01-01
Page
Seite 24 (sequence 23)
Language
German
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- 24 — System sphärischer Krümmungslinien dargestellt mit Hilfe von Thetafunctionen zweier Variabeln" von der philosophischen Fakultät zu Marburg zum Doctor der Philosophie promoviert. Der Gesundheitszustand im Lehrerkollegium war insofern ungünstig, als im Laufe des Schuljahres eine Lehrerin und drei Lehrer wegen Krankheit längere Zeit ersetzt werden mußten: Fräulein Emma Meier, die schon im letzten Quartal des vorigen Schuljahres ihren Unterricht hatte unterbrechen müssen, konnte denselben erst nach den Sommerferien aufnehmen; der Gesanglehrer Herr Kunkel wurde während des ganzen Sommersemesters durch ein Fußleiden von der Schule ferngehalten; Herr vi'. Ferwer, welcher von seiner Urlaubsreise (s. Progr. 1886 S. 18) zurückkehrend, mit dem Beginn des Schuljahres seine volle Lehrtätigkeit wieder ausgenommen hatte, war Mitte August genöthigt, einen Urlaub bis zum Beginn des Wintersemesters nachzusuchen, und es mußte für den Winter die ihm zugewiesene wöchentliche Stundenzahl vermindert werden; endlich war Herr Blum schon bald nach Beginn des Wintersemesters infolge eines Halsleidens genötigt, seinen Unterricht zu unterbrechen; die wiederholten Versuche, denselben wieder aufzunehmen, mußten auf Anordnung des Arztes schließlich aufgegeben werden, so daß die Vertretung dieses Lehrers fast während des ganzen Winters erforderlich war. Alledem gegenüber erschien die durch die Anfangs Februar erfolgte Einberufung des ordentlichen Lehrers Strauß zu der zwölftägigen Reserveübung herbeigeführte Störung sehr erträglich. Herr Strauß wurde von Herrn vr. Joel ganz vertreten. Außerdem leisteten uns Herr Graetz und Fräulein Bloch bereitwilligst Aushilfe; ihnen sowie den Kollegen, die unverdrossen dazu mitgewirkt haben, unter allen Umständen den regelmäßigen Fortgang des Unterrichts aufrecht zu erhalten, sage ich im Namen der Schule Dank. Dieser Bericht war geschlossen und eben aus der Druckerei an uns zur Durchsicht gelangt, als die Schule ganz unerwartet von einem harten, überaus schmerzlichen Verlust betroffen wurde. Der ordentliche Lehrer vr. Berthold Stern erkrankte in der Nacht vom 5. zum 6. März an einer Lungenentzündung; die Krankheit trat gleich mit großer Heftigkeit auf, sie raffte nach zehn Tagen den in der Blüte des Mannesalters, im 38. Lebensjahre stehenden Mann hin. Am 17. März wurde er von seinen Kollegen und Schülern, von Vertretern des Schulrats und zahlreichen Freunden zur ewigen Ruhe geleitet. An seinem Grabe gaben Herr Rabbiner vr. Brüll und der Unterzeichnete der allgemeinen Trauer um den so srüh uns entrissenen Freund und Genossen tief empfundenen Ausdruck. Berthold Stern, geboren am 22. October 1849 zu Schwerin in Mecklenburg, besuchte seit 1855 die Jacobsonschule zu Seesen, wohin sein Vater 1851 als Jnspector des Jacobson'schen Waisenhauses übergesiedelt war, dann die Gymnasien zu Creuznach und Braunschweig, woselbst er 1868 die Maturitätsprüfung bestand. Von Oktober 1868 bis dahin 1872 studierte er zu Göttingen, Paris und Berlin neuere Sprachen und erwarb im Oktober 1872 zu Braunschweig ein Zeugnis ersten Grades mit der t'aoultas äoosuäl im Französischen, Englischen, Deutschen und Lateinischen. Von Ostern 1872 bis dahin 1873 war er Lehrer an der Jacobsonschule in Seesen, seit Ostern 1873 war er an unserer Schule angestellt. In manchen Jahren war seine Lehrthätigkeit durch körperliche Leiden mannigfach unterbrochen, in der letzten Zeit jedoch hatte sich seine Gesundheit befestigt. Wie er selbst dessen froh und voller Zuversicht rüstig bei der Arbeit war, so gaben auch wir uns der Hoffnung hin, ihn nun unausgesetzt in der Schule seine reiche Kraft entfalten zu sehen — da brach jählings die Krankheit herein und zerstörte alle unsere Hoffnungen und zugleich auch das frische blühende Glück seiner schönen Häuslichkeit, vi-. Berthold Stern war ein guter Lehrer und ein edler guter Mensch; er bleibt uns unvergeßlich.

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