Programm
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- Volume
- 1887
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 21)
- Language
- German
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— 22 — IV. Chronik der Schule. Montag, den 3. Mai, fand vormittags die Aufnahmeprüfung statt; nachmittags wurden die neu aufgenommenen Schüler und Schülerinnen in die Schule eingeführt. Dienstag, 4. Mai früh 7 Uhr wurde die Realschule, um 8 Uhr die Mädchenschule feierlich eröffnet. Im Mai fanden die üblichen Klassenspaziergänge statt, im Laufe des Winters wurden in Zwischenräumen drei Nachmittage zum Schlittschuhlaufen frei gegeben. Der Sedantag wurde durch Gesang und Deklamation festlich begangen, die Festrede hielt der ordentliche Lehrer vr. Berthold Stern: über den Krieg von 1870/71 und die weltgeschichtliche Bedeutung der Wiederaufrichtung des deutschen Kaiserreichs. Bei der bevorstehenden Feier des neunzigsten Geburtstages Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs wird in der Realschule der ordentliche Lehrer Herz die Festrede halten: „Über Kaiser Wilhelm als Preußenkönig und Begründer des neuen deutschen Reichs"; in der Mädchenschule wird der ordentliche Lehrer vi-. Mannheimer über die Jugendzeit unseres Kaisers sprechen. Am 1. Oktober begrüßten der Vorsitzende des Schulrats, Herr A. Durlacher, und der Direktor den durch seine bis in den Anfang der vierziger Jahre zurückreichende hingebende und überaus ersprießliche Thätigkeit im Schulrat um unsere Schule mannigfach verdienten Herrn Adolph Maas zu seinem 80. Geburtstage und überreichten demselben namens des Schulrats und des Lehrerkollegiums eine Adresse. Am 27. und 28. Oktober inspicierte Herr Provinzial-Schulrat Kannegießer die Schule; er wohnte in der Realschule und in der Mädchenschule dem Unterricht in fast allen Lehrgegenständen bei und nahm wiederholt Gelegenheit, die dabei gemachten Beobachtungen mit dem Direktor auf das Eingehendste zu besprechen. Seitens des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums ist uns sodann ausführlicher schriftlicher Bericht über die stattgehabte Revision zugegangen. Die Schule erkennt die ihr durch alles dieses nach vielen Richtungen hin gewordene Förderung dankbar an. Am 29. Oktober 1886 starb im Alter von 10^ Jahren die Schülerin der 5. Klasse Adele Plaut, ein sinniges, begabtes, durch die Freundlichkeit seines Wesens anmuthiges Kind, eine der besten Schülerinnen unserer Schule. Wir beklagen mit den Eltern diesen überaus schmerzlichen Verlust. Aus dem Lehrerkollegium schied am Schluß des Schuljahres 1885/86 der ordentliche Lehrer vr. Emil Philippson, um einem an ihn ergangenen ehrenvollen Rufe folgend, das Direktorat der Jacobsonschule in Seesen am Harz zu übernehmen. Herr Dr. Philippson hat von Oktober 1874, wo er als eauäicZatus iZi-odanäns in unsere Schule eintrat, derselben mit Unterbrechung eines halben Jahres, das er zu einer Stildienreise nach England und Frankreich benutzte, unausgesetzt angehört und hier, zum Segen unserer Schule, mit voller Hingebung seine ausgezeichnete Lehrbesähigung und die ganze Tüchtigkeit seines Wesens entfaltet und bewährt, für die sich ihm nun ein neues, großes und lohnendes Arbeitsfeld eröffnet hat. Es schieden ferner am Schluß des Schuljahres aus dem Lehrer-Kollegium nach Ableistung des vorschriftsmäßigen Probejahres die Schulamtskandidaten Graetz und vr. Jotzl. Am 1. Oktober 1886 trat der ordentliche Lehrer Jsaac Schoenhof in den Ruhestand. Er hat seit dem Jahre 1854, also zweiunddreißig Jahre, an unserer Schule gewirkt und als ein seminaristisch gut vorgebildeter, geschickter und begabter Lehrer seinem Unterricht einen guten Erfolg zu sichern verstanden; insbesondere hat er sich um den deutschen Unterricht — für den er auch durch Herausgabe der Gurcke'schen Schulbücher litterarisch thätig war — an unserer Schule verdient gemacht. Am 1. Januar 1887 trat die Lehrerin für weibliche Handarbeiten, Frau Agathe Beer, nach mehr als 40jähriger verdienstvoller Lehrthätigkeit in den Ruhestand. Das Lehrerkollegium überreichte bei