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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1886-01-01 · 1886 · page 13

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1886
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089726--1031-3090874
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XIV und in dem freudigen Anschluß an das Ganze, in der rückhaltlosen Hingabe an das Vaterland und seine großen Aufgaben. Daß wir dieses erkennen, daß wir es vermögen und wollen, daß wir deutsch empfinden, denken und sprechen, daß wir als Deutsche erzogen sind und unsere Kinder erziehen, daß wir mit allen Fasern unseres Herzens dem deutschen Vaterlande angehören, haben wir auf Moses Mendelssohn zurückzuführen. Sind die Ideale erfüllt, denen er nachstrebte? So wenig man sagen kann, daß das Ziel seiner auf Beförderung der menschlichen Glückseligkeit, auf Vervollkommnung der Menschen durch Aufklärung ihrer Gedanken gerichteten philosophischen Arbeiten erreicht ist, so wenig können wir sagen, daß wir schon heute das erreicht haben, wonach er für uns, seine Glaubensgenossen, gestrebt hat. Noch sind nicht alle Schranken des Ghetto gefallen, weder des äußeren noch des inneren Ghetto, das wir uns selbst errichtet haben; noch sehen wir Moses Mendelssohn selbst in unserer Nähe, im Kreise unserer Glaubensgenossen, nicht ganz gewürdigt. Darum thut es not, an seinem Beispiele uns zu kräftigen, seine Gottesfurcht, seine Treue und Festigkeit, seine Bescheidenheit, sein unausgesetztes Streben nach Selbstvervollkommnung uns zum Vorbilde zu nehmen. „Das Andenken des Gerechten ist zum Segen!" Wie wir in den hundert Jahren nach seinem Heimgange, auf welche wir heute zurückblicken, fort und fort uns den hohen Zielen genähert haben, die ihm vorschwebten, so sehen wir in dem Erreichten hoffnungsvoll die Bürgschaft ihrer Erfüllung. Denn: So manche Geister, die mit ihm gerungen, Sein groß Verdienst unwillig anerkannt, Sie fühlen sich von seiner Kraft durchdrungen. In seinem Geiste willig festgebannt. Zum Höchsten hat er sich emporgeschwungen, Mit allem, was wir schätzen, eng verwandt, So seiert ihn! Denn was dem Mann das Leben Nur halb erteilt, soll ganz die Nachwelt geben!

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