Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1884
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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— 32 — der Jugend zu sorgen haben, erwartet, daß dem Schutze der Gesundheit der Schüler nach allen Seiten hin diejenige Rücksicht erwiesen werde, welche die Erhaltung eines so wertvollen Gutes in vollem Maße in Anspruch zu nehmen berechtigt ist. 8. October 1883. Der Direktor wird veranlaßt mit dem Lehrerkollegium über eine unter den jetzt obwaltenden Verhältnissen wünschenswerte Ferienordnung zu beraten, sich alsdann darüber mit dem Schulrat in's Benehmen zu setzen und dem Königl. Prov.-Schulkollegium Bericht zu erstatten. 23. October 1883. Das Königl. Prov.-Schulkollegium wünscht Bericht darüber, in wieweit gegenwärtig den Schülern die Möglichkeit dargeboten ist, sich Fertigkeit im Stenographieren anzueignen. 3. Januar 1884. Betrifft die zweckmäßige Beschäftigung der Schulamtskandidaten während des Probejahres. 13. Februar 1884. Betrifft Übernahme von Privatunterrichts- und Arbeitsbeaussichtigungs-Stunden seitens der Lehrer der hiesigen höheren Schulen. Entschieden tadelnswerthe Mißbräuche hätten sich hier nicht herausgestellt. Indessen lasse sich anderseits doch nicht verkennen, daß die Übernahme von Privatunterrichts- und Arbeitsbeaufsichtigungs-Stunden seitens einiger Lehrer eine Ausdehnung gewonnen habe, welche nach verschiedenen Seiten hin Bedenken erregen könne. Zunächst sei es die gewiesene Pflicht des Direktors und der Lehrer, ernstlich und anhaltend dafür Sorge zu tragen, daß sämtliche häusliche Arbeiten durch den Schulunterricht so vorbereitet werden, daß auch mittelmäßig begabte Schüler imstande sind, ohne außerordentliche Hilfe dem Schulunterricht zu folgen und die häuslichen Arbeiten ordnungsmäßig anzufertigen. Die Lösung dieser Aufgabe werde allerdings in erheblicher Weise erschwert, wenn die Schülerzahl in einzelnen Klassen eine außerordentlich große ist, sowie wenn die Lebensverhältnisse einer Stadt so geartet sind, daß die Schüler zu Hause nicht durchweg zu sester Ordnung angehalten und in ihren Beschäftigungen überwacht werden können, oder daß von außen vielfache Gelegenheit zu Vergnügungen und Zerstreuungen an sie herantreten. Aber auch unter solchen Umständen müsse es durch liebevolle, rastlose Hingebung der Lehrer an ihren Beruf, sowie durch die anregende Kraft eines methodisch geordneten, klar und anschaulich gehaltenen Klassenunterrichtes thunlichst dahin gebracht werden, daß die Schüler, sofern nicht durch Erkrankung oder anderweitige Störung Ausnahmezustände eintreten, zu einem regelmäßigen Fortschreiten auf den Gebieten des Schulunterrichts keiner fremden Hilfe bedürfen. „Wir hegen allerdings zu der Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue der Lehrer unseres Amtsbereichs das zuversichtliche Vertrauen, daß sie sich in keiner Weise eine Bevorzugung derjenigen Schüler, zu welchen sie durch Erteilung von Privatunterricht in nähere Beziehung getreten sind, zu schulden kommen lassen werden. Aber wir können nicht hindern, daß das Publikum vielfach ungünstig urteilt und diese Gefahr wird um so größer, je mehr das Hornorar, welches Lehrer der höheren Schulen für den an Schüler derselben erteilten Privatunterricht nehmen, dasjenige Honorar übersteigt, welches für Privatlehrer ortsüblich ist. Die Lehrer werden, um die ihnen zukommende Vertrauensstellung unbedingt zu wahren, alles, was auch nur den Schein parteilichen Wesens hervorrufen könnte, thunlichst zu meiden haben." Es wird dem Direktor empfohlen dieser Angelegenheit unausgesetzt seine Aufmerksamkeit zuzuwenden und dafür Sorge zu tragen, daß die Interessen der Schüler und der Ruf der Schule darunter nicht leiden. Lehrmittel. Es wurden angeschafft: a.. für den Unterricht in der Physik: 1 Minimum-Thermometer, 1 Wasserstoffapparat, 1 Satz Bechergläser, 1 kl. Passageninstrument, 1 Quecksilberhorizont, 1 Dtzd. bologneser Gläschen, 1 Aräometercylinder, Collodiumballons, einige Meter Gasschlauch und verschiedene Kleinigkeiten, d. Für den Unterricht in Chemie, Mineralogie und Naturbeschreibung: 4 Hoffmann'sche Apparate, 1 Hammer, 1 Wickersheimer'sches Kehlkopfpräparat, 1 junge Wildkatze, 1 Rohrdommel, 1 Nebel-