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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1884-01-01 · 1884 · page 3

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1884
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089722--0901-3090742
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Jür und Wider die Fremdwörter von vr. K. Kuttner. I. Die Fremdwörterfrage ist Jahrhunderte alt, aber noch nie ist ihr eine so vielseitige und nachhaltige Aufmerksamkeit gewidmet worden, wie in den letzten Jahren; und das Erfreuliche hierbei ist, daß diejenigen Personen, denen eine Abhilfe am Herzen liegt, meist auch den geeigneten Wirkungskreis haben, um das als recht Erkannte auszuführen — wie das an seiner Stelle weiter gezeigt werden soll. Aber die Gleichgültigkeit und die Spötteleien, die den Bestrebungen solcher Männer entgegengebracht werden, beweisen es immer wieder, daß vielleicht der größte Teil des deutschen Volkes noch keine rechte Vorstellung von der Whhtigkeit der Sache hat. Ja, daß das Verständnis und folglich auch die Teilnahme für diese Frage auch unter den Gebildeten noch keineswegs allgemein zu finden ist, das ist so bekannt, daß es keines Wortes weiter bedarf. Das kommt aber daher, daß wir von Jugend auf so an den Gebrauch der Fremdwörter gewöhnt sind, daß er uns zur zweiten Natur geworden ist. Da ist die Jugend glücklicher daran: sie kennt noch zu wenig Fremdwörter, um sich nicht an ein reines Deutsch gewöhnen zu können, zumal wenn wir ihr behilflich sind — ihre geistige Ausbildung wird sicherlich dadurch gewinnen. Es steht hier ganz wie mit der neuen Orthographie. Diese den Erwachsenen anempfehlen, wäre gewiß nutzlos gewesen, denn sie haben ihre längst geübte Orthographie und können sie nicht so ohne weiteres gegen eine neue aufgeben. Man beginnt also bei der Jugend. So wird langsam aber sicher das Ziel erreicht. Um indes jedem Mißverständnis vorzubeugen, erklären wir schon hier, daß wir keineswegs alle Fremdwörter verbannen wollen, sondern nur jene, für welche deutsche Wörter vorhanden sind und jene, die noch ganz das Auslandsgepräge an sich tragen. Nach diesem Zugeständnis hoffen wir uns in Übereinstimmung zu finden mit allen denen, welche es nicht für ein Zeichen der Bildung halten, ihre Sprache mit möglichst vielen Fremdwörtern auszustatten, welche sich nicht um so gehobener fühlen, je unverständlicher ihr Deutsch durch diesen vermeintlichen Aufputz für denjenigen wird, der nicht fremdsprachlich gebildet ist. Denn das ist eine unleugbare Thatsache, daß ein großer Teil des deutschen Volkes weder die Zeitungen, noch Schriften und Vorträge ernsteren Inhalts überall so versteht, daß er eine klare Vorstellung von dem Gelesenen oder Gehörten hat. Das liegt aber nicht an seiner geistigen Fähigkeit, sondern nur an der Sprachmengerei, durch welche es nachgerade dahin gekommen ist, daß der Deutsche, und nicht blos der ungebildete, seine Sprache nur noch mit Hilfe eines Fremdwörterbuchs versteht. Wem das übertrieben scheint, dem will ich einige Proben zum besten geben. Der deutsche Sprachwart (hersg. v. Max Moltke) hat z. B. folgende Sätze verewigt: „Die Legitimität der dynastischen

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