Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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SHukmchriHten. ^. Chrpttik> Lehrer> Schüler, Schulrat. Das Schuljahr wurde am 5. April 1881 eröffnet. Das fünfte allgemeine deutsche Turnfest, welches vom 25. bis 29. Juli v. I. hier abgehalten wurde, gab Lehrern und Schülern Anlaß zur Beteiligung und bot mannigfache, den Turnunterricht fördernde Anregung, Der Sedantag wurde in hergebrachter Weise gefeiert. Die Festrede, welche der Unterzeichnete hielt, hatte, neben den dem Tage gewidmeten Erinnerungen, Goethes Campagne in Frankreich zum Thema. Am 15. Februar d. I. wurde eine Nachmittagsstunde dazu benutzt, das Andenken Lessings zu feiern, an dessen Namen in unserer Schule seit Jahren eine wohlthätige Stiftung (Freistelle für Zöglinge ohne Unterschied der Konfession) geknüpft ist. Der Direktor enthüllte mit einer kurzen Ansprache eine bei diesem Anlaß von den Schülern der oberen Klassen gestiftete Lessingbüste; Herr vr. Ferwer hielt die Festrede; zwei Schüler der ersten Klasse trugen selbstausgearbeitete Reden, zwei andere eine Scene aus Nathan der Weise vor; es folgten Deklamationen; Gesang eröffnete und schloß die einfache die Schüler sichtlich anregende Feier, an welcher sich die Knaben- und Mädchenschule von der IV. Klasse aufwärts beteiligten und die auch durch die Anwesenheit einiger Schulratsmitglieder ausgezeichnet war. Die Festrede bei der bevorstehenden Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers wird der ordentliche Lehrer Herr vr. Kracau er über Ulrich von Hutten halten. Aus dem Lehrer-Kollegium schied mit dem Schluß des vorjährigen Schuljahres nach Absolvierung des Probejahres Herr vr. Otto Meyer aus Coswig. Definitiv angestellt wurden die Herren vr. Ferwer (siehe dessen Biographie im Programm von 1876 S. 28), vr. Kracauer und S. Kauffmann. Isidor Kracauer, geboren am 16. Oktober 1852 in Sagan, besuchte zuerst das Gymnasium seiner Vaterstadt, dann das Königliche Friedrichs-Gymnasium in Breslau. Ostern 1870 mit dem Zeugnis der Reife entlassen, studierte er an der Universität daselbst klassische Philologie, Deutsch, Geschichte und Geographie. Im Juni 1874 promovierte er zu Breslau auf. Grund seiner Dissertation: De ^.rato Lie^onio; im Juni 1875 bestand er daselbst die Prüfung xro Lg.eu1tAte äoeeuäi. Das vorschriftsmäßige Probejahr legte er Oktober 1875 bis Oktober 1876 an der Realschule der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. ab. In das Lehrer-Kollegium dieser Anstalt trat er, nachdem er zu Breslau seiner einjährigen Militärpflicht genügt, im Oktober 1877 wieder als wissenschaftlicher Hilfslehrer ein. Im März 1880 wurde er zum ordentlichen Lehrer befördert. Salomon Kauffmann, am 24. Januar 1846 in Wronke (Provinz Posen) geboren, besuchte bis zu seinem 14. Jahre die Elementarschule seiner Vaterstadt und trat, nachdem er sich durch Privatstudium hierfür vorbereitet, im April 1866 in die II. Classe der israelitischen Lehrerbildungs-Anstalt in Berlin ein. Nach absolviertem Kursus und bestandener Prüfung, April 1868, wirkte er zunächst an der Jakobson-Schule zu Seesen am Harz I1/2 Jahre lang und dann an der israelitischen Gemeindeschule