Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9643684-3089714--0823-3090679- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 20 — und Paulsiek V. 6. Memorieren von Gedichten, e. Übung im schriftlichen Ausdruck durch kurze unter Leitung des Lehrers abzufassende Beschreibungen und Erzählungen. Alle 14 Tage. IV. Klasse. 4 Stunden: a. Grammatik. Der zusammengezogene und zusammengesetzte Satz. Arten der Nebensätze. Konjunktionen. Jnterpunktionslehre. d. Diktate zur Einübung der Orthographie und Interpunktion, e. Lesen. (Hopf und Paulsiek IV.) Mündliche Wiedergabe des Gelesenen, ä. Memorieren von Gedichten, e. Aufsätze: Erzählungen, Schilderungen, Briefe. Alle 14 Tage. III. Klasse. 4 Stunden: a. Grammatik. Systematische, eingehende Behandlung der Satz- und Wortlehre (Perioden. Direkte und indirekte Rede, Wortbildung, Präpositionen und Konjunktionen, Synonyma — Gurcke: Deutsche Schulgrammatik — bildet die Aufgabe dieser und der folgenden Klasse, d. Fortgesetzte Übung in Orthographie und Interpunktion, e. Lesen. (Hopf und Paulsiek III. (S. 3—30, 241—257: Alles auf die deutsche Heldensage, Inhalt des Nibelungenliedes, Gudrunsage) und auf das deutsche Mittelalter Bezügliche, ä. Memorieren von Gedichten (Gedichte aus der Zeit der Freiheitskriege und die entsprechenden von Geibel und Freiligrath werden bevorzugt), e. Aufsätze. Dispositionsübungen nach den Lesestücken, Aufsätze im Anschluß an die Lektüre. Übersetzungen aus dem Französischen, Beschreibungen nach gegebener Anleitung. Alle 3 Wochen. II. Klasse. 4 Stunden: a. Grammatik vergl. III. d. Lesen aus Hopf und Paulsiek für III. Geeignete prosaische Stücke werden zum schriftlichen Nachweis der Disposition verwendet. Außerdem im Sommer: die wichtigsten Schillerschen Balladen, einige von Goethe und Uhland; gelegentliche Bemerkungen über die Geschichte der Ballade und die bedeutendsten Balladendichter. Das Lied von der Glocke. Im Winter: Ausgewählte Gesänge der Jliade oder Odyssee (Voßsche Übersetzung). Hermann und Dorothea. Einiges aus der Metrik und Poetik, Aufsätze (immer mit vorangestellter Disposition) im Anschluß an die Lektüre oder an den Unterricht, besonders den geographischen und naturkundlichen, sowie über Gegenstände und Verhältnisse, die im Gesichtskreise der Schüler liegen. Alle 3 Wochen ein Aufsatz. I. Klasse. Erster Jahreskursus. 4 Stunden: Grammatik. Repetition der Satzlehre. Wortbildung; Wortfolge, d. Lesen einer Auswahl der klassischen Meisterwerke deutscher Dichter (Minna von Barnhelm, Tell, Wallenstein, Egmont, Abschnitte aus Goethes Dichtung und Wahrheit und aus Schillers Abfall der Niederlande), e. Memorierübungen. Scenen aus den gelesenen Dramen werden memoriert, früher gelernte Gedichte wiederholt, ä. Aufsätze wie II. alle 3 Wochen. Disponierübungen, e. Literaturgeschichte von Luther bis incl. Goethe mit besonderer Berücksichtigung des 18. Jahrhunderts in Biographien der hervorragendsten Dichter unter Zusammenfassung alles dessen, was in den früheren Klassen von den Schülern gelesen worden ist, mit Hinzufügung charakteristischer Musterstücke, k. Übungen in freieu Vorträgen, die vorher von den Schülern ausgearbeitet werden. I. Klasse. Zweiter Jahreskursus. 4 Stunden: Lesen. Aufgabe dieser wie der vorangegangenen Klasse ist Einführung in das Verständnis unserer klassischen Literatur durch Leitung der Privatlektüre und durch Lektüre in der Klasse: aus Klopstock (einige Oden), Herder (Legenden, Einiges aus Cid, eine Rede aus Sophron), Lessing (Abschnitte aus der Hamburgischen Dramaturgie, Nathan), Schiller (einige Dramen), Goethe (Jphigenia, Hermann und Dorothea), weitere Abschnitte aus Dichtung und Wahrheit). Literaturgeschichte besonders des 13. und 16. Jahrhunderts. Eingehende Behandluug der Zeit von 1795—1805. Aufsätze und Vorträge wie Id. Alle 3 Wochen ein Aufsatz.