Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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1. Wetigion.*) Der Religionsunterricht umfaßt in stufenmäßiger Reihenfolge: 1. Die biblische Geschichte und die Hauptmomente der späteren jüdischen Geschichte. 2. Die gesetzlichen Teile des Pentateuchs und die übrigen Bücher der heiligen Schrift, sofern sie nicht geschichtlichen Inhalts sind (Propheten, Psalmen, Sprüche u. s. w.), wie auch Lehren, Deutungen und Sprüche aus den älteren sich an die Bibel anschließenden Schriften (Talmud und Midrasch). 3. Die Religions lehre in übersichtlicher Ordnung. Der Religionsunterricht findet seine Ergänzung in dem Unterrichte im Hebräischen. Wie in der Bibel selbst Geschichte, Lehre und Gebot unzertrennlich mit einander verbunden sind, so ist auch kein Teil der Religionslehre von dem andern ganz ausgeschlossen. Der Unterricht nimmt von Stufe zu Stufe einen im großen und ganzen dem Organismus der Bibel entsprechenden Gang. Von der Geschichte ausgehend, schreitet er zur Glaubens- und Pflichtenlehre fort und weist von dieser aus wieder auf die Geschichte hin. Die spätere Belehrung kni'lpft an die frühere an, um sie zu ergänzen und fester zu begründen. Der Religionsunterricht gliedert sich in unserer Schule nach drei Stufen. Erste Stuse: VN. bis V. Klasse. Der Hauptzweck des biblischen Geschichtsunterrichts auf der ersten Stufe ist das Einleben des Kindes in die biblische Welt, welche die Heim- und Pflanzstätte der Religion ist. Das Kind soll aus dem unerschöpflich reichen und mannigfaltig verschiedenen Inhalte der Bibel einzelne in sich abgeschlossene, lebensvolle Bilder in sich aufnehmen und damit vorahnend schon den Eindruck des Ganzen empfangen, dessen Teil sie sind. Der Lehrer erzählt die biblischen Geschichten in eimr dem kindlichen Sinn entsprechenden Form mit freier Anwendung des Bibelworts und zwar in der Weise, daß dasselbe in der ihm eigentümlichen Kürze und Tiefe mitgeteilt, aber auch gehörig verdeutlicht und hin und wieder weiter ausgeführt wird. Das Lehrbuch dient dem Schüler zur Wiederholung und Befestigung. -5) Eine von unserem Kollegen, Hern: Dr. Jacob Auerbach, verfaßte ausführliche Darlegung des Lehrganges des Religionsunterrichts und des hebräischen Unterrichts ist in unserem Schulprogramm von 1879 abgedruckt. Was hier mitgeteilt wird, ist ein fast durchgängig den Wortlaut wiedergebender Auszug.