Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1879
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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— 25 — Noch kurz vor dem Schluß des vorigen Schuljahres, am 4. April 1878 starb die Schülerin der achten Classe Flora Schwab, ein anmuthiges, frommes, hoffnungsvolles Kind, dessen Heimgang wir mit den Eltern tief beklagen. In diesem Schuljahre war der Gesundheitszustand unserer Zöglinge ein günstiger, bis im Monat Februar die Masern-Epidemie durchschnittlich die Hälfte der beiden untersten Klassen der Knaben- und Mädchenschule und auch einige Schüler und Schülerinnen höherer Classen ergriff. Doch hatten wir die Freude, die Kinder alle wieder gesund zu uns zurückkehren zu sehen. Das Schulgeld beträgt für Knaben und Mädchen gleichmäßig in IX, VIII, VII je 90 M., in VI, V, IV je 120 M., in III, II, I je 150 M. jährlich und ist halbjährlich praenumei-lmdo zahlbar L. Schulrath. Aus dem Schulrath ist statutenmäßig Herr Moritz Cahn ausgeschieden, der in den ätzten Jahren den Vorsitz führte; an seine Stelle wurde Herr Wolfgang Speyer gewählt. Ebenso schied mit dem Austritt aus dem Gemeindevorstande Herr I. Josephthal aus dem Schulralh und für ihn wurde Herr Jacob PH. Oppenheim er delegirt. Der Schnlrath besteht gegenwärtig aus den Herren: vr. meä. Kirch he im (Vorsitzender), Felix Frank, Philipp Bonn, A. Durlacher, Georg von Weisweiller und den Deputaten des Gemeindevorstandes, Herren: Arthur May, Justizrath vr. S. Fuld und Jacob PH. Oppenheim er. Wir erfüllen eine Pflicht der Pietät, indem wir an dieser Stelle derjenigen früheren Schulrathsmitglieder gedenken, welche im Laufe dieses Jahres abberufen worden sind. Es sind dies die Herren: Geh. Sanitätsrath vr. Heinrich Schwarzschild, geb. 27. Februar 1803, gest. 7. April 1878. Joseph Rütten, geb. 22. December 1805, gest. 19. Juni 1878. vr. nisä. Maximilian Gundersheim, geb. 22. Juni 1819, gest. 27. Juni 1878. Jnstizrath I)r. Michael Manhavn, geb. 28. September 1800, gest. 22. Oct. 1878. Bis auf G. R. vr. Schwarzschild waren diese Männer einst Schüler unserer Schule, alle blieben ihr treu ergeben und wurden ihre eifrigen Förderer. I)r. Gundersheim hat gleich den übrigen lange den Borsitz in der Lehrer-Conferenz geführt, vr. Schwarzschild hat seiner Zeit, als die Schule noch im Compostellgebäude war, vom ärztlichen Standpunkte aus auf die Notwendigkeit eines Neubaues aufmerksam gemacht und denselben wirksam gefördert, Dr. M. Man Hayn hat sich um die Ordnung unserer Pensionsverhättnisse verdient gemacht, Joseph Rütten endlich wird immer unter den um unsere Schule verdienten Männern in erster Reihe genannt werden. Er war in drei Perioden, also achtzehn Jahre, Mitglied des Schulraths und länger als ein Menschenalter hindurch ist kaum irgeud eine wichtige Schulaugelegenheit ohne seinen Rath und Beistand geordnet worden. Mit vr. Michael Heß, dessen Amtsnachfolgern und andern Lehrern der Schule durch innige Freundschaft verbunden, verstand er es auch, diese persönlichen Beziehungen zum Besten der Schule zu verwerthen. Der Dankbarkeit und Liebe, die er während seines ganzen Lebens unserer Schule bewährte, hat er noch in seinem Testamente durch Begründung einer die wissenschaftliche und pädagogische Fortbildung unserer Lehrer bezweckenden Stiftung Ausdruck gegeben. Sein Name bleibt auch dadurch dauernd mit unserer Schule verknüpft. Wir aber und alle, die ihm im Leben nahe standen, werden dem durch und durch humanen und edlen Manne immer eine liebende Erinnerung bewahren. 4