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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1876-01-01 · 1876 · page 6

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089702--0564-3090368
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— 5 — Kühner denn je erhob sich die prophetische Macht, deren Herolde den untergehenden Tag der assyrischen Größe und das Frühroth einer glückverheißenden Zeit für ihr Volk mit der ganzen Farbenpracht ihrer bilderreichen herz- und geistergreifenden Sprache verkündeten, welche mit unwiderstehlicher Gewalt den thatkräftigen König Jofia mit sich fortriß und in ihm den Funken der Begeisterung zur Flamme anfachte, die obwohl zerstörend, vernichtend und niederreißend eben gerade dadurch aufrichtend, erhaltend und umgestaltend auf das Leben des ganzen Volkes gewirkt hat. Jede Spur des Heidenthums wurde mit unnachsichtiger, ja man kann fast sagen blutiger Strenge vertilgt, der alte Gottesdienst in seiner Reinheit wieder hergestellt, die lange unterbliebene Passah-Feier, die den Gedanken der Freiheit und Selbständigkeit im Volke weckte, von Neuem wieder begangen. Das Buch des Gesetzes, zerstreut und verborgen im Tempelarchive, wurde ans Licht gebracht. Und immer wurde bei diesen so tief eingreifenden Vorgängen auf die Reste Israels Bedacht genommen. Josia selbst zog über die Gränze Judas, vor ihm schwanden alle Götzenbilder und Götzenpriester, die Beth-el Höhe wurde niedergebrannt und Alles, was an das Heidenthum erinnerte, schonungslos der Zerstörung preisgegeben. Die Bewegung scheint der religiösen Entwicklung der Samaritaner einen beträchtlichen Vorsprung, eine eigentlich judäische Richtung gegeben zu haben, insofern als das Heidenthum, seiner Stätten und Stützen beraubt, immer mehr in den Hintergrund treten mußte. Aus dem Zeiträume vom Tode Josias bis zur Zerstörung Jerusalems verlautet über die Schicksale der Colonisten im Zehnstämmereiche gar nichts. Judäa lag in schweren Todeskämpfen, es arbeitete zu sehr an dem eigenen Verfalle, als daß es den Angelegenheiten des nun sich selbst überlassenen oder unter babylonische Botmäßigkeit gerathenen Nachbarn seine Aufmerksamkeit hätte zuwenden können. Erst nach der Vernichtung des jüdischen Staates taucht aus dem Schutte der Vergessenheit, unter dem die Geschichte der Samaritaner in dieser Periode versunken ist, eine Spur ihres Daseins empor. Nachdem Gedalja ben Ahikam von dem feilen Verräther Jsmael ben Nethanjah ermordet worden und mit dem spärlichen Reste der Judäer auch der letzte Schatten ihrer Selbständigkeit geschwunden war, kamen achtzig Männer aus Sichem, Silo und Schomron klagend und trauernd, mit Weihrauch und Speiseopfer versehen, nach Jerusalem. Sie wallfahrten also, von Schmerz erfüllt, zu jener Stätte, wo Gott gethront und theilten mit ihren Brüdern im Exile die heilige Wehmuth. Eine ganz neue Wendung nahm die Geschichte der Samaritaner seit der Rückkehr der Judäer aus dem babylonischen Exile, während welcher Zeit sie wieder in ihren früheren verderblichen Götzendienst zurückgefallen zu sein scheinen, denn wurden sie früher auf alle nur mögliche Weise zur Theilnahme herangezogen, so wurden sie jetzt, zumal sie mit den Feinden der Juden gemeinsame Sache machten und die Heimkehrenden in ihrer Thätigkeit und Wirksamkeit störten, von jeder Verbindung abgewiesen und ausgeschlossen. Die Niederwerfung der babylonischen Macht durch Cyrus, war für die Juden ein vielversprechender Anfangs- und Ausgangspunkt glücklicher Ereignisse. Jeremias Verheißung von der baldigen Rück-

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