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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1874-01-01 · 1874 · page 62

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 62)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089706--0469-3090271
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- 6Z - Lebenslauf, zu welcher der Besuch einer Universität, eines Seminars oder einer höheren technischen oder landwirthschaftlichen Lehranstalt erforderlich ist" zur Aufgabe hat. Wenn er die Stipendien ausschließlich für Israeliten bestimmte, so hat das nicht etwa in einer exclusiven Gesinnung, die ihm ja durchaus fremd war, sondern lediglich darin seinen Grund, daß jüdische Studirende notorisch von den Beneficien fast aller derartigen Stiftungen ausgeschlossen sind. — B. H. Goldschmidt war unseres Wissens hier der Erste, der bei Lebzeiten eine Stiftung mit reicher Ausstattung in Wirksamkeit setzte, die Verwaltung Anderen überließ und für sich nur die Funktionen eines einfachen Verwaltungsmitgliedes in Anspruch nahm. Mit Genugthuung durfte er wahrnehmen, wie sein Beispiel hier Nachahmung fand, indem, wie bekannt, in den letzten Jahren zwei, ähnliche Zwecke verfolgende Stiftungen mit sehr bedeutenden Mitteln errichtet worden sind. — Er war ein edler Mann. Denen, die ihn kannten, bleibt er unvergeßlich. An seinen Namen knüpft sich dauernder Segen für kommende Geschlechter. Zum ehrenden Andenken seines Vaters hat unmittelbar nach dessen Tode Herr Leopold B. H. Goldschmidt in Paris die Summe von dreißig tausend Gulden für milde Zwecke bestimmt. Er hat diese Summe in gleichen Hälften den beiden, oben erwähnten Stiftungen seines Baters, der Creizenach- und der B. H. Goldschmidt'schen Stipendienstiftung zugewandt. Die Zinsen der dieser letzteren zukommenden 15000 Gulden sollen im Sinne der Zusatzbestimmungen zu Z. 13 der Statuten zu Stipendien für solche junge Leute, ohne Rücksicht auf deren Heimath, verwendet werden, welche sich für das Lehramt, sei es an einer Universität oder in einem Lehrer-Seminar, vorbereiten. — Die Widmung für die Creizenach-Stiftung, welche zugleich ein Denkmal der Pietät gegen unsere Schule ist, mag hier wörtlich so folgen, wie sie in einem Briefe des Herrn Leopold B. H. Goldschmidt an den Unterzeichneten ausgedrückt ist: „Meine Absicht ist, zu ehrendem Andenken meines geliebten Vaters und auch in dankbarer Erinnerung an den Unterricht, welchen ich in der israelitischen Volks- und Realschule genossen, die Summe von 15000 sl. zu bestimmen zu einer Annex- Stiftung für die Creizenach-Stiftung, welche den Namen meines Vaters zu tragen hätte. 2/3 der Zinsen dieser Summe sollen verwendet werden zur Aufbesserung der von der Creizenach-Stiftung bewilligten Wittwengehalte; restirendes ^/z soll verwendet werden zur Unterstützung der im Amte befindlichen Lehrer der israelitischen Realschule in Fällen von Krankheiten oder Badereisen und zwar für die Lehrer selbst oder deren Frauen und Kinder. — Mein Wunsch ist, daß die Zinsen der fl. 15000, wenn irgend möglich, jährlich ganz verwendet werden sollen und kann zu diesem Zwecke ein viiement von dem ^/3-Conto auf das ^/3-Conto und viee veisa stattfinden." Die Verwaltungen der B. H. Goldschmidt'schen Stipendien-Stiftung und der Creizenach-Stiftung haben diese Widmungen mit gebührendem Dank angenommen, die Capitalien mit den schon vom 1. Juli 1873 zurückdatirten Zinsen empfangen, und beide Stiftungen sofort in Wirksamkeit gesetzt. Der Annex-Stiftung zur Creizenach-Stiftung ist der Name B. H. Goldschmidt-Stiftung beigelegt worden Mehr als jedes Wort des Dankes ehrt eine solche That selbst den Mann. Wir bemerken bei dieser Gelegenheit, daß an die Stelle des verstorbenen Herrn B. H. Goldschmidt dessen Sohn, Herr AdolphB H. Goldschmidt, in die Verwaltung der Creizenach-Stiftung gewählt worden und eingetreten ist.

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