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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1874-01-01 · 1874 · page 38

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089706--0445-3090247
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— 39 — der wöchentlichen Unterrichtsstunden in VI nicht zu vermehren, mußte der Zeichenunterricht hier in Wegfall gebracht werden, der nun erst in V beginnt. In der obersten Vorschulklasse (VII) sind die frei gewordenen 4 Stunden dem Deutschen (früher 7, jetzt 9 Stunden), dem Rechnen (früher 4, jetzt 5) und der Heimathkunde (früher 1 jetzt 2 Stunden wöchentlich) zu Gute gekommen. Die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden in unseren mittleren und oberen Klassen war und ist trotz der wiederholt eingetretenen Reductionen immer noch eine große. Dieses hat seinen Grund darin, daß, abgesehen von der unerläßlichen Forderung den hebräischen Unterricht auch in den drei oberen Klassen mit mindestens 2 Stunden wöchentlich zu belassen, auch der Schreib- und Rechenunterricht bei uns bis in die oberste Klasse fortgesetzt werden — Einrichtungen, deren Beseitigung im Hinblick sowohl auf die Zwecke, denen unsere Schule zu dienen hat, als auch auf die in jenen Fächern erreichten Unterrichtsresultate nicht rathsam ist. — Es schien jedoch zulässig, den Schreibunterricht in IV von 3 auf 2 Stunden und den deutschen Unterricht von I V bis 1 inclusive von 5 auf 4 Stunden wöchentlich herabzusetzen. In IV sind dadurch die zwei wöchentlichen Unterrichtsstunden von 4—5, in I die eine noch übrig gebliebene Stunde von 5-6 weggefallen. 2. In der ersten Klasse der Mädchenschule wurde die Zahl der englischen Stunden auf wöchentlich 4, die der Handarbeitsstunden auf wöchentlich 3 festgesetzt (gegen 5 und 4); dadurch können die Mädchen dieser Klasse, die früher zweimal wöchentlich noch von 4—5 Unterricht hatten, regelmäßig um 4 entlassen werden. Der Andrang zu unserer Schule wächst immer mehr. Zahlreiche Anmeldungen mußten unberücksichtigt bleiben und dennoch, trotz aller uns dabei aufgenöthigten Strenge, wurden und werden wir bei der Schüleraufnahme durch unabweisbare Rücksichten über die Grenze hinausgedrängt, die wir uns ursprünglich gesetzt hatten. Die Ueberfüllung einzelner Klassen drängt zu neuen Theilungen, wir steuern, zunächst in der Realschule (Knabenabtheilung) auf eine Doppelschule zu. Gründliche Abhilfe wäre durch eine Trennung der Knabenvon der Mädchenschule und durch Beschaffung eines besonderen Hauses für die Letztere zu erreichen. Die Gemeinde aber, welche schon mit der Erhaltung der Schule in ihrer gegenwärtigen Ausdehnung freiwillig große finanzielle Opfer bringt (denn in jedem Augenblick müßten ja unsere Schüler, da die israelitische Gemeinde zur Erhaltung einer Schule rechtlich nicht verpflichtet ist, in unseren städtischen Schulen Aufnahme finden) trägt nicht ohne Grund Bedenken, dieselben für die Zukunft erheblich zu vermehren. Anderseits erscheint selbst die Vergrößerung des Schulhauses durch einen Anbau, für welchen ja Platz noch vorhanden ist, aus finanziellen Gründen bedenklich. So müßten wir der EntWickelung unserer Schule mit Sorge entgegen sehen, wenn wir nicht täglich Gelegenheit hätten wahrzunehmen, wie mächtig ihre Lebenskraft in dem vorhandenen Bedürfnisse wurzelt, wie weit verbreitet die Anhänglichkeit ist, die ihr fast alle ihre ehemaligen Schüler und Schülerinnen bewahren, wie sehr der innere Halt und die äußere Stellung, ja, ich möchte sagen die Ehre unserer Gemeinde mit derselben verknüpft sind. Und dieses ist doch gewiß: es gibt sittliche Mächte, die unsere Handlungen bestimmen und uns zu Thaten drängen, die uns weit hinausführen über unsere rechtlichen Verpflichtungen. Wer aber möchte leugnen, daß gerade die von solchen Impulsen ausgehenden Handlungen die inners Erhebung und den Werth des Einzelnen, sowie den Fortschritt der Gesammtheit bedingen! Die höchste Frequenz betrug im Sommer-Semester 815, im Winter-Semester 804 Zöglinge. Die Vertheilung auf die verschiedenen Klassen der Knaben- und Mädchenschule gestaltete sich für die beiden Semester folgendermaßen:

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