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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1873-01-01 · 1873 · page 7

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1873
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089708--0366-3090167
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Zur Verständigung mit den Eltern unserer Schuler. Die hier folgenden Worte sind an die Eltern unserer Schüler gerichtet. Sie enthalten nichts, das nicht schon oft und eindringlich ausgesprochen worden wäre. Wenn sie aber dennoch mit Wohlwollen gelesen werden und hie und da zu verständnißvollem Zusammenwirken zwischen Schule und Haus anregen, so haben sie ihren Zweck erreicht. Wenn Eltem ihr Kind der Schule übergeben, so sprechen sie damit aus: wir können den Unterricht und die Erziehung dieses Kindes nicht mehr allein besorgen, die Schule soll uns helfen. Bei seinem Eintritt in die Schule thut sich dem Kinde eine neue Welt voller Wunder auf und es kann, wenn es nach Hause kommt, nicht aufhören davon zu erzählen und zu berichten. Von der Art, wie die Eltern diese Berichte aufnehmen, von dem Grade der Einsicht, mit welchen: sie zu dem Kinde von seinen Erlebnissen in der Schule, von den Lehrern, Mitschülern, von der Schule überhaupt sprechen, hängt die Stimmung ab, mit welcher das Kind zur Schule zurückkehrt, wird die Empfänglichkeit, welche es dem Worte des Lehrers entgegenbringt, wird allgemach die ganze innere Stellung des Kindes zur Schule beeinflußt. Zwei Welten sind es, in denen sich das Dasein des Schulkindes vollzieht, die der Schule und des Hauses: von der grundsätzlichen Übereinstimmung, von dem vernünftigen Zusammenwirken beider hängt das Gedeihen des Kindes ab. Es kann nun nicht geleugnet werden, daß vielen Eltern die unerläßliche Vorbedingung eines solchen Zusammenwirkens fehlt: sie haben von der wahren Aufgabe der Schule keine richtige Vorstellung. Heutzutage, das weiß und sagt Jeder, kann man es, ohne daß man etwas Tüchtiges gelernt hat, zu nichts bringen. Schon die Sorge also für das materielle Fortkommen gebietet den Eltern ihre Kinder einer guten Schule zu übergeben und die Bedingungen, welche der Staat an gewisse von ihm zu gewährende Berechtigungen knüpft, nöthigen zum Ausharren, bis ein bestimmtes Maaß allgemeiner Bildung erreicht ist. Die Eltern, welche lediglich von solchen äußerlichen Beweggründen geleitet, ihre Kinder einer sogenannten höheren Schule übergeben, haben keine angelegentlichere Sorge als die, daß dieselben regelmäßig versetzt werden, damit sie auf dem kürzesten Wege, nach Erlangung der Befähigung für den einjährigen Dienst, in's praktische Leben eintreten können. Der Weg, den ihre Söhne durch die Schule machen, interessirt sie weniger, als das Ziel des Weges. Jeder Aufenthalt ist ihnen lästig und sie sind allemal bereit, jedes Geldopfer zu bringen, um durch gehäuften Privatunterricht ihre Kinder vor dem Unglück des Sitzenbleibens zu schützen. So unterstützen sie in ihrer Weise die Schule und respectiren sie als eine höchst nützliche Anstalt, die für ein verhältnismäßig geringes Aequivalent große Vortheile

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