Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
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— 4 — Um so härter traf uns unter diesen Umständen, und während wir bei der seit October durchgeführten vollständigen Trennung der II. Mädchenklasse (siehe unten) die vorhandenen Lehrkräfte zum Theil in ungewöhnlicher Weise in Anspruch nehmen mußten, die Anfangs November zu unserm großen Bedauern eingetretene Erkrankung des Collcgen, Herrn I)r. Trieber, die uns seine Lehrkraft für den ganzen Winter entzog. Um den regelmäßigen Gang des Unterrichts ununterbrochen aufrecht zu erhalten, traten, so weit irgend thunlich, unsere Collegen ein, außerdem wurden die Candidaten des höheren Schulamts, die Herren Adolph Sa bor und Joseph Herz mit mehreren regelmäßigen Unterrichtsstunden betraut^). Herr vr. Trieb er hat, völlig hergestellt, am 28. Februar seine Lehrtätigkeit wieder aufgenommen. Der Lehrplan wurde uur in der obersten Klasse der Realschule und in der II. Mädchenklasse modificirt. Es erschien zweckmäßig für die erste Klasse der Realschule eine geographische Unterrichtsstunde einzurichten, andererseits mußte die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden in dieser Klasse vermindert werden. Um Beides zu erreichen, wurde der Schreibunterricht in dieser Klasse facultativ gemacht, der Unterricht im kaufmännischen Rechnen und Französischen um je eine Stunde verringert, dagegen aber für diese beiden Lehrgegenstände eine THeilung der Klasse in zwei getrennte parallele Abtheilungen durchgeführt. Der Cursus der Mädchenschule ist wie der der Knabenschule ein neunjähriger. Während aber in der Knabenschule den neun Stufen auch neun Klassen entsprachen, hatten wir bisher nur acht Mädchenklassen, darunter die II. Klasse mit einem zweijährigen Cursus. Diesem Uebelstande konnte lange aus Mangel an Raum uicht abgeholfen werden. Durch den Umbau wurden neue Klassenzimmer gewonnen und so wurde mit dem Beginn des Wintersemesters die II. Mädchenklasse vollständig getheilt. Die Leistungsfähigkeit der Mädchenschule ist dadurch wesentlich erhöht worden und die Resultate des Unterrichtes werden hier hoffentlich den Opfern entsprechen, welche der Schulrath und die Gemeindebehörden im wohlverstandenen Interesse unserer Schule bereitwillig gebracht haben. Die Schülerzahl hat sich wieder gesteigert. Um einer Ueberfüllung der Realschule vorzubeugen, mußten viele Anmeldungen unberücksichtigt bleiben und so ist es gekommen, daß die Zunahme der Frequenz in der Mädchenschule größer ist, als in der Knabenschule: die größte Frequenz der Knabenschule betrug im vorigen Schuljahre 447, in diesem 454, die der Mädchenschule im vorigen Jahre 262, in diesem 281. Die Zahl der Zöglinge, Knaben und Mädchen, betrug im Sommersemester 721, im Wintersemester 735. Die Verkeilung auf die verschiedenen Klassen gestaltete sich für die beiden Semester folgendermaßen: I. Klasse. . . . 37 36 Schüler. I. Klasse . . 20 19 Schülerinnen. II, 1„ . . . . 24 24 „ II. „ . 42 39 „ II, 2 „ . . . . 24 24 „ III. ., . 23 23 „ III. „ . . . . 48 50 „ IV. „ . 38 38 „ IV. „ . . . . 56 55 „ V. „ . 42 43 „ v. „ . . . . 56 58 „ VI. „ . 35 34 „ VI. „ . . . . 51 52 „ VII. „ . 43 41 VII. „ . . . . 50 52 . „ VIII. „ . 36 44 VIII. „ . . . . 44 45 „ 279 281 Schülerinnen. IX. „ . . . . 52 58. „ 442 454 Schüler.!) Zur Ergänzung der unten folgenden Uebersichr des vollendeten Lehrcursus bemerke ich, daß Herr Herz während der Monate November und Dezember den deutschen, geschichtlichen und geographischen Unterricht in der III. Klasse erthei.lt hat.