Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
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- 3 - Der seit Januar 1869 an unserer Schule beschäftigte Elementarlehrer Herr Julius Großmann verließ Ende März v. I. unsere Anstalt, um nach America auszuwandern. Mit dem Beginne des Schuljahres trat der Candidat des höheren Schulamts, Herr Gustav Wertheim sein Probejahr an; er wird auch ferner als Lehrer an unserer Schule verbleiben. Herr B. Hey manu, welcher seit October 1869 an unserer Schule beschäftigt ist, gewann mit dem April v. I. eine ausgedehnte Lehrtätigkeit in unserer Vorschule, die sich im October bis zur vollen Stundenzahl steigerte. Endlich wurde uoch mit dem Beginne des Wintersemesters der Lehrerin, Fräulein Josephine Maier, einer ehemaligen Schüleriu unserer Schule, der fünfstündige Rechennnterricht in der achten Mädchenklasse übertragen. Herrn vr. Epstein, welcher im März 1869 als außerordentlicher Lehrer an unsere Schule berufen worden ist, wurde durch Gemeindebeschluß der Charakter eines ordentlichen Lehrers ertheilt. Hier seiue Autobiographie: „Theobald Epstein wurde am 22. August 1836 in dem schleichen Städtchen Herrnstadt geboren und besuchte Aufangs dort, sodann in Canth bei Breslau, wo er nach dem frühen Tode seiner Mutter im Hause eines Onkels lebte, die Elementarschule. Im October 1847 wurde er nach Breslau in's Gymnasium zu St. Elisabet gebracht, absolvirte bis Ostern 1855 alle Klassen dieser Anstalt und bezog darauf mit dem Zeugnis; der Reife die Breslauer Universität, um Medizin zu studireu. Bald jedoch vertauschte er die medizinische Fakultät mit der philosophischen und widmete sich hauptsächlich mathematischen und naturwissenschaftlichen Studien, in der Absicht, später den Lehrcrberuf zu ergreifen. Auf Grund seiner botanisch-chemischen Dissertation „6s nova eonjunetions eellulosn eum enpro ox^ältto" wurde er Ostern 1860 in Breslau zum vr. xnil. promovirt und übernahm, da eine öffentliche Wirksamkeit sich ihm damals nicht bot, eine Hauslehrerstelle in Frankfurt a. O. Von da siedelte er 1863 nach Berlin über, legte dort vor der wissenschaftlichen Prüfungscomuiission das Examen pro taeultate cloeenäi ab und wurde seit dem Sommer desselben Jahres an der Knabenschule der jüdischen Gemeinde in Berlin als prolianäus beschäftigt. Mit dem Jahre 1865 als ordentlicher Lehrer fest angestellt, unterrichtete er an dieser Schule bis Ostern 1869. Seit dieser Zeit ist er an unserer Anstalt mit voller Stundenzahl thätig und unterrichtet hauptsächlich an der Knabenschule. Durch den Druck hat er veröffentlicht: DonGiovanni von Mozart. Eine Studie zur Oper auf Grundlage des da Poute'schen Textes, nebst einer verbesserten Übersetzung des Letzteren. Frankfurt a. M. 1870. C. A. Andre X, 137." Das Lehrer-Collegium besteht gegenwärtig außer dem Director (nach der Anciennität) aus den Herren Säbel, vr. Zirndorfer, Trefousse, Blumenthal, Tendlan, vr. Auerbach, Allenberger, vr. Lehmann, Tebl^e, Müller, Schönhof, Blum, Schlimbach, vr. Loewe, vr. Neubürger, vr. Roeder, Kunkel, Stir, vr. Trieber, vr. Epstein, Eugöne Peschier, S. Ravenstein, Heymann, Wertheim und den Damen: Wolter, Nupp, Beer, Stiebet, Stern, Schier holz, Mai er. Der durch Geiger's Tod vacant gewordene Unterricht wird erst mit dem Beginne des nächsten Schuljahres durch den Eintritt einer erst jetzt gewonnenen jungen Lehrkraft definitiv besetzt werden. Unmittelbar nach seinem Tode übernahm Herr vr. Trieber den dreistündigen hebräischen Unterricht in der IV. Klasse, Herr vr. Auerbach, durch Combination mit II, 2, den hebräischen Unterricht in II, 1. Herr vr. Löwe den fünfstündigen deutschen Unterricht in der II. Klasse Abth. 1. (vom August bis October in Combination mit II, 2), Herr vr. Zirndorfer (bis October) den einstündigen Unterricht in mathematischer Geographie in der I. Mädchenklasse und der Unterzeichnete den vierstündigen deutschen Unterricht in der I. Klasse der Realschule, sowie seit October den einstündigen geographischen Unterricht in der I. Mädchenklasse. 1*