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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1871-01-01 · 1871 · page 8

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089698--0223-3090022
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- 9 — strafen — denn die göttliche Weisheit vereinigte hier zwei Absichten in eine That, weil sie vielleicht die Strafe die irrenden Menschensöhne nicht zu hart wollte fühlen lassen — machte Gott die Sprache des Einen dem Andern unverständlich; und die Menschen, eine solche Verschiedenheit nicht kennend, vermochten die Ausdrücke der Andern, wenn sie auch von den ihrigen nicht sehr verschieden waren, sich nicht zu enträthseln." Mitten in seiner Untersuchung unterbricht sich der Knabe, indem er ausruft: „Aber, mich dünkt ein Thurm von Beweisen stellt sich mir entgegen — ein Thurm iu der engsten Bedeutung des Wortes, der von Babel!" Der Erzählung von dem babylonischen Thurmbau widerspricht nämlich seine Behauptung von der Sprachverschiedenheit vor der Sprachverwirrung. — Zunächst weist er nun darauf hin, daß auch KeueLLs, eax. X, vers 5, 20, 3l. von einer Einteilung nach Sprach- Verschiedenheit schon vor der Sprachverwirrung die Rede sei. Indem er nun aber seine ursprüngliche Ansicht, daß allerdings nur dialeetische Verschiedenheiten vorhanden waren, weitläufig begründet und aufrecht erhält, fürchtet er, man könnte glauben, er wolle dadurch Oenesis XI, 1 „Und es war auf der ganzen Erde Eine Sprache und einerlei Worte" widerlegen und ruft aus: „Bewahre! nur erklären wollte ich ihn. Stände es in der Macht eines Sterblichen jene göttliche Quelle aller Religion, jene reine, wahre Urkunde des Alterthums zu widerlegen? Höchstens bezweifeln kann er sie. Aber zur Aufgabe können, dürfen und sollen wir es uns machen, sie zu erklären, sie uns verständlich zu machen und den wahren Sinn derselben, der mit der Wahrheit immer übereinstimmt, nur uns zuweilen anders scheint, einzusehen uus zu bestreben. Auch ich wollte das und nur das versuchen. Ich habe die gew öhnli che Meinung zn widerlegen gestrebt, aber diese ist von dem Sinn der Bibel wohl zu trennen. Allerdings würde ich geradezu den Worten der Schrift widersprechen, wenn diese hier des gewöhnlichen Ausdruckes sich bedient hätte. Aber sie hat auch Worte den Begriff Sprache von Mundart zu unterscheiden und nicht überflüssig ist hier die Verdoppelung (Pleonasmus) „Sprache und Redensarten", nicht umsonst steht hier statt der gewöhnlichen lasedou, Lippe ssaxka. gebraucht, um zu bezeichnen, daß nicht gerade die Aussprache es war, worin man noch keinen Unterschied kannte, sondern, daß die ganzen Wörter, Redensarten (ä'narim), früher allgemein, jetzt getrennt und die des Einen den Andern unverständlich wurde. „Ohne mich daher", fährt er fort, „um die Erklärungen zu kümmern, durch die mau diese Erzählung oft hat vereinfachen wollen, wie die, daß die ganze Begebenheit nur mythisch sei und nicht wirklich stattgefunden habe, sondern bloß als Moral angesehen werden dürfe, oder daß ihr Styl eigentlich ein morgenländisch-verblümter sei und man unter Lippe — Meinung, unter Verwirrung — Streit verstehen müsse und dergl., begnüge ich mich mit der ganz einfachen Auslegung, daß bloß die Stamm sprachen, deren es nur wenige giebt, verwirrt worden seien. Wie die Vorsehung in ihrer Allmacht nicht das Größere Lhut, wo Geringeres hinreichen würde, so hat sie auch hier nur die Ursprachen, deren obgleich wenige, doch genug für die damalige Bevölkerung der Erde waren, verwirrt. Unter Ursprachen aber verstehe ich solche, die durchaus von keiuer andern können abgeleitet worden sein.................. Diese meine Auslegung hat keineswegs die Wunderbarkeit der Verwirrung crkärt; das war auch gar uicht ihr Zweck. Ich wollte durch sie meine Behauptungen von der Ableitung der verwandten Sprachen aus dem Hebräischen rechtfertigen: wunderbar, unerklärlich ist Alles, was um uns vorgeht, aber wir legen nur demjenigen diesen Namen bei, was uns ungewohnt ist — unmöglich ist daher das Wunderbarste nicht." Ebenso bemüht er sich das Hindermß weg- 2

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