Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 52 (23.12.1927)
- Date
- 1927-12-23
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT *dte 17 Qy 6X "VQ pJ£unstu.£itesatmt ./ w R. Krauthelmer, Mittelalterliche Synagogen, Berlin V/. 15, 1927, Frankfurter Verlagsanstalt. Ein Buch von solcher Gediegenheit und Vielseitigkeit des Inhalts wie Pracht der Ausstattung, daß ihm auf dem Gebiete der neuesten Literatur über jüdische Gegenstände kaum ein zweites an die Seite gestellt werden kann. Bedenkt man. daß der Verfasser, von Haus aus Kunsthistoriker, sich in das oft weitzerstneute einschlägige wissenschaftliche Material erst einarbeiten mußte, so würdigt man doppelt seine Beherrschung des Materiales sowie dessen oft originelle und zutreffende Nieubeleuchtung. Das Werk behandelt zunächst zusammenfassend, was wir von Synagogen aus dem Atertum wissen, und dann als Hauptsache die älteren gottesdienstlichem Bauten 'der Juden in deutschem Sprachgebiet, so in Speyr, Worms, Regiensburg, Bamberg, Friedberg, Miltenberg, Rufach, Erfurt, Eger, Offenburg, Andernach, Frankfurt. Schnaittach, Fürth, Burgweinting, 'Passau, Würzburg, Weisenau, Harburg, Berlin, ferner in Prag, Posen, Krakau und Metz. Nach den wenigen Spezialbearbeitunsen dieses historisch und kulturgeschichtlich so überaus wertvollen Zweiges der Wissenschaft ist diese gründliche umfassende Leistung um so dankbarer aufzunehmen. G. Vortrag. Im Rahmen der vom Verein für Geschichte und Literatur veranstalteten Vorträge sprach am 5. d. M. Herr Rabbiner Dr. T a g 1 i c h t über „E n t w i c klung im Judentum". Aus der Fülle seines reichen Wissensschatzes führte der RedneT zahlreiche Beweise aus dem Talmud für die Tatsache an, daß die religiöse Lehre der Bibel namentlich durch die mit Unrecht verleumdeten Pharisäer eine Weiterbildung erfahren hat Solche fortschrittliche Aenderungen waren immer durch die geänderten Zeätverhältnisse veranlaßt und gerechtfertigt. Die Saduzäer waren es, welche den konservativen Standpunkt vertraten, daß es mit dem Gesetze so stets bleiben müsse, wie es war. Ganz eklatante Umwandlungen erfuhren u. a. die Bestimmungen über die Haftung der Kinder für Sünden der Eltern, die Rechts¬ .satzung von „Aug* um Auge, Zahn um Zahn", die SabbathheiMgung bei Lebensgefahr. Eine namhafte Erleichterung brachte die Einführung des „Prosbul" in bezug auf das Erlaßjahr. Am verdienstvollsten wirkten in dieser Hinsicht Hille!. Rabbi Jochanan ben Zakai, Rabbi JehudahaNassi. J u d a II. Sie hatten ausdrücklich ihre Absicht beitont, c'em Voike keine unerträglichen Lasten zuzumuten, damit die Gebote nicht übertreten werden und vindizierten sich bewvßt jene Autorität, die sie aus ihren Kenntnissen der Tradition herleiteten. Ganz einschneidend war noch die Aufhebung der Onfer nsch der Zerstörung Jerusalems und ihr Ersatz durch Wohltun und Gebet Auch daß der letzte Wille e*neis Sterbenden weht bloß schriftl'ch, sondern such mündlich geäußert Gültigkeit besitzen muß, war eine Gewissen befreiende Tat. Das Fortschrittswerk liehen die G?onim fcrteesr'zt — t-?nn?'Jenk des Satzes, daß unsere Religion eine Lehre des Lebens, daher in ewigem Flusse, ein Baum des Lebens, daher immer n-eue Früchte reifend ist. Den klaren, formvollendeten Ausführungen folgte reicher, wohlverdienter Beifall. Medizinalrat Dr. H. Haas e. Der ffumanltfire Verein ,.Kurftirsorge" zur Unterstützung armer Kurbedürftiger, veranstaltete Samstag, den 3. Dezember, in den Olympia-Sälen eine großangelegte Künstler- Akademie, die als durchaus wohlgelungen, sowohl wos das gesellschaftliche Bild und d*e Stimmung als auch was die gebotenen künstlerischen Leistungen und vor altem das finanzielle Ergebnis betrifft, bezeichnet werden darf. Es w?.r aber?uch vom allen Beteiligten viel Mühe und Arbeit aufgewendet worden und seien in dieser H'ns'cht die Tätigkeit der Frau Dr. K r i e s, des Obmannes Med.-Rat Dr. I. Brau n und des Kassiers S. Wechsler hervorgehoben. Dfe artistische Leitung lag in den bewährten Händen des Herrn Richard Schöps. WozSke %u Wodke^ tlauptvorstaudssltzung des Ceatral-Vereines. Unter starker Beteiligung aus Berlin und dem Reiche fand kürzlich die Hauptvorstandssitzung des Centrai-Vereines deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens unter Leitung des Vorsitzenden des Centrai-Vereins, Justizrat Dr. Julius Brodnitz, statt. Dan Geschäftsbericht erstattete Dr. Ludwig Holländer. Der Syndikus des C.-V., Dr. Alfred Wiener und Herr Moritz A. L o e b referierten über den Baseler Z i o n i s i e nk o n g r e ß und seine Lehren. Ferner behandelten u. a. Professor Dr. Julius Goldstein, Darmstadt, Rabbiner Doktor L e v i, Mainz, und Verlagsbuchhändler Theodor Markus, Breslau, deutsch-jüdische Fragen. Rechtsanwalt Dr. Her^- f e 1 d, Essen gab einen Ueberblick über die Wahlen 1928 und die den C.-V. erwartenden Aufgaben. Rechtsanwalt Dr. A1 ex a n d e r, Krefeld, untersuchte im Anschluß an Arnold Zweiss Buch „Kaliban" die Wirkungen des Antisemitismus auf d;e jüdische Umwelt. Rechtsanwalt Karl Löwen stein, Aachen, gab werf/olle Propagandavorschläge. An Stelle des verstorbenen Justizrats Sonnenfeld wurden die Herren Oskar Heimann und Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil als s t e 11vertretende Vorsitzende gewählt. Chanukafeier in der Israelitischen Versorgungs-Anstalt Sonntag, den 18. Dezember 1. J., fand in der Israelitischen Versorgungs- und Siechen-Anstalt, IX., Seegasse 9, anläßlich des Chanuka-Festes eine Beteilung der Pfleglinge statt. Dank der Bemühungen des Obmannes Herrn Kultusrat David D r>- h a n, sowie der Herren Julius B e r g e r, Cafetier J. M ii 11 e r, Fleischhauer Si'e-gmund Kornmehl, S. Oesterreicher und vieler anderen war es heuer möglich, den Insassen durch Aufbringung vieler wertvoller Geschenke eine besondere Freude zu bereiten. Nach der guten Jause und der erfolgten Bescherung fand im Betsaale; ein Gottesd.icr.st statt, welcher heuer mit Rücksicht auf das Ableben des unvergeßlichen Herrn Ober-Rabbiners Dr. C h a j e s ohne Chor Begleitung abgehalten wurde. Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Schwarz richtet an die fast vollständig er schienen Insassen eine zu Herzen gehende, auf d.'s Fes! ^lUllHIIIBBUIIIIIIIIII a ■■■■■■■■■■WRM& 3 a 3 Hygienisches sucht Kerbet und breitet die „Wahrheit"! Seit vielen Jahren das an- ■ erkannt beste g irceifll | M^-neir: Man achte auf die ges. 9«sch. M*rke «Hygien. KönigsUch* und Name ScnuSz Fabrik und Büro; Wien XIV., ar»ui*. hirschengassa 3 Telephon 83-1-87 lauHuaj« 6'