Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 51 (16.12.1927)
- Date
- 1927-12-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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M£ WAHRHEIT Seit« 13 III Sonntag, den 25. »ezember, 8 Uhr abends 1 ■ findet im m MKonzertsaal des Hotel „Continental (U., 'aborstraße) *in Iii Vokalsymphonisclier Honst er Abend 5 unter Leitung des Herrn Oberkantor Hermann Gwillmann statt Mitwirkend*. Ein großes Symphonieorchester, ein großer russischer gemischter Chor. Programm: 1. Weber: Ouvertüre zu Oberon. 2. Qlazunow: Stenka Rasin (symphon- Dichtung über das Thema „Wolgaschiffer". 3- Russische klassische u- Volkslieder von Rymsky-Korsakow, Tscherepnin, Akimenko, Gwillmann etc. 4. Tschaikowsky; VI- Symphonie (Pathetique). Karten zu erhalten: Redaktion der ..Wahrheit"; Konzertbliro Kehlendorfer; Musikalienhandlung Haslinger (1, Tuch auben II); ,„ Hotel Continental; jadische Volksbibliothek (II., Glockenitasse); „. J|L_BB Cafe^Carltneater (■»., Prater-traBe V9) ^____^_JI| Hathora an alle Schichten und Kreise der Judenheit — welcher Richtung immer sie angehören, ein gemeinsames Band umschlingt uns alle — um werktätige Mithilfe. Seit seinem Bestehen richtet der Keren Hathora alljährlich zu Chanuka einen warmen Appell an die jüdische Welt, der notleidenden Jünger der Thora zu gedenken. Ist doch Chanuka, das Lichterfest, in tiefstem Sinne ein Fest der Thora, die Feier des Sieges jüdischen Geistes über nichtjüdische Gewalten. Darum richten wir an alle Glaubensbrüder die eindringliche Mahnung und warme Bitte, beim Anzünden der Lichter jener Stätten zu gedenken, deren Insassen das Licht der Gotteslehre in die Welt entsenden und die selber von schwerster Sorge und Not umschattet sind. R. Jüdischer Frauenverein Landstraße. Der rührige Vorstand des Jüdischen Frauenvereines Landstraße veranstaltete unter Führung seiner Präsidentin, Frau Erna Schwarz- Hill e r, am 3. d. M. in den Sälen des Hotel Continental seinen zehnten FamiÜenabend. Die Veranstaltung, welche einen außerordentlich starken Besuch aufwies, kann, wie alle bisherigen Veranstaltungen der rührigen Organisation des 3. Bezirkes, als äußerst gelungen bezeichnet werden. Ein reichhaltiges Programm, an welchem die Salonkapelle Sil Ving, der Kapellmeister der Marischka-Bühnen, Herr Walter Hahn, welchem bei dieser Gelegenheit für seine uneigennützigen Bemühungen der wärmste Dank zum Ausdrucke gebracht wird, und eine Reihe anderer Künstler Anteil hatten, befriedigte die Vereinsmitglieder und deren Gäste und Gönner in hohem Grade, und auch das finanzielle Ergebnis des Abends, welches den kranken Schützlingen des Vereines zugute kommt, kann als ein sehr günstiges bezeichnet werden. Nach den Vorträgen gab sich die Jugend im großen Festsaale nach den Klängen der Kapelle S i 1 v i n g und im Wintergarten nach den flotten Weisen der Elite-Amateur-Jazz-Band dem Tanze bis in die frühen Morgenstunden hin. Die diesjährige Chanuka- Beteiligung findet nicht, wie letzthin irrtümlich gemeldet, Im Caf6 Lovrana, sondern vielmehr im Cafe 11 i o n, Wien III., Löwengasse 39, am Samstag, den 18. Dezember d. J„ nachmittags 3 Uhr, statt. Tempelelnwelhung OUakrlrjg. Zu diesem in unserer vorwöchigen Nummer erschienenen Artikel haben wir noch nachzutragen, daß in Vertretung des Tempelvereines „Aeschei Awrohom" (II., Pazmanitengasse) Präsident Oskar Schramek und in Vertretung des israelitischen Tempelvereines für den 10. Bezirk Ehrenpräsident Jakob S. Straßberg erschienen waren. Bei dem Festbankett im Restaurant Barsch a k sprachen außer den in der letzten Nummer Erwähnten noch Oberveterinnärrat H. Rosenzweig und Bethausvorsteher Gottlieb Dräb. Das Slater-Gesetz angenommen. Das englische Unterhaus hat das vom Minister für Schottland eingebrachte Gesetz, durch welches das Wiederaufnahme-Verfahren im Falle des aus Deutschland stammenden Juden Oskar S 1 a t e r ermöglicht werden soll, in dritter Lesung angenommen. Dadurch wird Slater die Möglichkeit völliger Rehabilitierung gegeben. Vor einigen Tagen wurde er aus dem Gefängnis in Glasgow entlassen, nachdem die seinerzeitigen Belastungszeuginnen ihre ursprünglichen Angaben widerrufen haben. § Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von j§ 1 Sack 50 kg angefangen franko Hans, ebenso in s Fuhren und Waggons * JULIUS HABER Kohlen- und Koksfiroßhandlung Für Tempel- und Wohlfahrtsvereine Ansnahmspreln« Nordbafanrutscben 3. Koblenhoi Nr. 372-376 Wien IL, Taborstraße 9 Fernsprecher Nr. 41-0-22 Trauung. Sonntag, den 11. d. M.. fand im festlich beleuchteten Stadttempel in Anwesenheit eines zahlreichen distinguierten Publikums die Trauung des Fräuleins Nelly Wertheimer, Tochter des Metallgroßhändlers Herrn Ignaz Wertheimer, mit Herrn Dr. Emil Sobe 1 statt Den Trauungsakt vollzog Herr Rabbiner Dr. J. M. Bach, der an das Brautpaar eine sehr herzliche Ansprache hielt. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor M. Matyas mit Chor- und Harmoniumbegleitung in vorzüglicher Weise. Klosterneuburg. Am 13. November verschied nach ganz kurzer Krankheit der bisherige Vizepräsident der Kultusgemeinde Herr Josef Wein er und wurde unter großer Beteiligung der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung Klosterneuburgs zu Grabe getragen. Bei dem Leichenbegängnisse, zu dem der Gesamtvorstand der Kultusgemeinde und der Chewra Kadischa sowie Vertreter vieler Vereine sich eingefunden hatten, zeigte es sich, welcher Beliebtheit der Verstorbene sich erfreut hatte. Bei der darauf stattgefundenen Trauersitzung des Kultus Vorstandes würdigte der Vorsitzende, Herr Hermann Erber, in einem tiefempfundenen Nachrufe die Verdienste des Verstorbenen, der über drei Jahrzehnte im Kultusvorstande und in der Chewra Kadischa segensreich gewirkt hatte, der als ein Sohn des in den Fünfzigeriahren in Klosterneuburg eingewanderten Aron W e i n e r die ganze Entwicklungsgeschichte der israelitischen Kultusgemeinde in Klosterneuburg aus eigener Anschauung kannte und der die von ihm vor mehr als 40 Jahren errichtete und bis knapp vor seinem Tode von ihm geführte Bäckerei durch Fleiß und Rechtschaffenheit zu einem ansehnlichen Geschäfte emporbringen konnte und sich dadurch einen guten Namen erworben hatte. Linz. Der Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde hatte im Oktober d. J. den Beschluß gefaßt, anläßlich des Jahrestages des Ablebens des früheren Seelsorgers. Rabbiner Moritz Friedmann, dem Verblichenen, der jedem Gemeindemitgliede unvergeßlich bleiben wird, ein würdiges Grabdenkmai zu errichten. Wie sehr sich der Verewigte durch seine vierzigjährige segensreiche Wirksamkeit als Rabbiner schon ein bleibendes Denkmal gesetzt hatte, bewies der Umstand, daß die vom Kultusvorstande eingeleitete Spendenaktion von vollem Erfolge gekrönt war. Sowohl die Kuliusgemeinde. die Chewra Kadischa und der Frauenverein, wie auch die meisten Gemeindemitglieder beteiligten sich derart erfolgreich, daß schon am 8. d. M. die Uebergabe des Grabdenkmals in die Obhut der Chewra Kadischa erfolgen konnte. Dies geschah in feierlicher Weise. Herr Präsident Benedikt Schwager übergab das Grabmal mit bewegten Worten dem Obmann der Chewra Kadischa Herrn J. Pick, nachdem von einem Terzett das „Schiwisi" gesungen wurde. Herr Oberkantor Bernhard Löwensohn brachte das „El mole rachamim" überaus wirksam zum Vortrage. Frau Direktor Malvine Friedmann aus Wien sprach im Namen ihrer Mutter, der hochbetagten Witwe, vom Herzen kommende Worte tiefgefühlten Dankes. Zum Schlüsse sprach der Sohn des Verewigten, Herr Paul Friedmann, das Kadischgebet. Die Inschrift für das Grabdenkmal, ein Obelisk aus schwarzem Marmor, auf einem weißen Steinsockel ruhend, wurde von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. V. K u r r e i n verfaßt und vom Sekretär der Kultusgemeinde Herrn S. Piskaty, geschrieben. Die deutsche Inschfift lautet: „Dem langjährigen, verdienstvollen Seelsorger Rabbiner Moritz Friedmann, 1836—1926, gewidmet von seiner dankbaren Gemeinde, in der 40 Jahre segens- . reich wirkte." Das Denkmal stammt von der Firma Alb. Friepess in Linz. Kl.