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Die Wahrheit · 1928-12-21 · Heft 51 (21.12.1928) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 51 (21.12.1928)
Date
1928-12-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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m WAHRHEIT Settel* und der Bestand des Privatbethauses gesichert ist und c) die für das Bethaus gewählten Lokalitäten weder an sich selbst, noch durch ihre Nachbarschaft Aergernis erregen. In letzter Zeit hat es sich wiederholt ereignet, daß von Vereinen oder Privaten beim Kultusvorstande um die gesetzlich erforderliche Zustimmung zur Errichtung eines Bethauses erst in einem Zeitpunkte eingeschritten wurde, in welchem die Miete und Einrichtung des Betlokales bereits vollzogen war. Der Kultusvorstand sieht sich veranlaßt, vor einem solchen Vorgange zu warnen, weil diesfalls die Gefahr besteht, daß bei Nichtzutreffen der im Kultusgemeindestatute festgelegten Voraussetzungen .die Inbetriebsetzung des Bethauses unterbleiben, bzw. eingestellt werden müßte. Diese Warnung gilt ebenso hinsichtlich der temporären wie der ständigen Bethäuser. Der Vorstand der Israelitischen Kultuseemeinde Bitte am Talleslm mt Tefilnn! Es ist eine betrübende Tatsache, daß viele Eltern jüdischer Knaben, die vor der Barmizwah stehen, infolge der hohen Anschaffungskosten nicht in der Lage sind, Tallis und Tefillin, welche zur Ausübung eines religiösen Gebetes benötigt werden, für dieselben anzuschaffen. Jene Glaubensgenossen, die derartige verfügbare Gebetutensilien besitzen, werden gebeten, dieselben behufs Beteilung armer Barmizwah-Knaben dem Schulbüro der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock zu überlassen. cvctfentlichunaeiv det UniCit cleutrchcftecveichischec Juden <Jhftfpatha»ciikoidoMe.9^ölt WienlX.wae&yaree 4- TeUfa*.-. 19-^-77 Neue Wege. Die Kultuswahlen sind vorüber. Nach all den Aufregungen, die der von der Gegenseite ungemein gehässig geführte Wahlkampf bot, ist wieder Ruhe in der Wiener Judenschaft eingekehrt. Die „U n i o n", die sich auch diesmal an den Kultuswahlen in hervorragender Weise beteiligte, ist wieder dank dem Vertrauen der Mehrheit der Wiener Judenschaft als stärkste Partei aus dem harten Ringen hervorgegangen. Dieser Ausgang der denkwürdigen Wahlen vom 2. Dezember 1928 legen unserer Vereinigung natürlich große Verpflichtungen auf. Sie hat wieder den Beweis dafür erhalten, daß sie sich mit Recht als Vertreterin der großen Mehrheit des Wiener Judentums bezeichnet, und aus diesem Beweis ergeben sich Konsequenzen, denen die „Union" Rechnung tragen wird. Sie muß, will sie auch weiterhin das Vertrauen dieser Mehrheit genießen, den berechtigten Wünschen dieser zahlreichen Anhänger unserer Partei entgegenkommen und sich nach ihnen richten. Denn jede Partei, die eine große Masse von Menschen vertritt, ist dieser Gemeinschaft Rechenschaft schuldig. Dieser Gedanke, als erste Lehre aus den abgelaufenen Wahlen gezogen, hat auch sofort nach deren Ausgang die Führer der „Union" bewogen, über Mittel und Wege zu sinnen, wie der Kontakt, der zwischen der Leitung unserer Vereinigung und deren Anhängern bestehen soll, ausgebaut und vertieft werden kann. Wir können mit Stolz darauf verweisen, daß in diesem Wahlkampfe zahlreiche Männer und Frauen zu uns gestoßen sind, die bisher abseits jeder aktiven Beteiligung am jüdischen Gemeindeleben standen und erst durch unsere Wahlparole stärker für die zahllosen wichtigen Fragen und Probleme des Wiener Judentums interessiert wurden. All diese vielen Menschen kamen gerade zu uns, weil sie in unserer Partei und deren Anschauungen die Möglichkeit erblickten, zu einer Gesundung des Wiener Judentums beizutragen, das heute durch nationalistische und sozialistische Einflüsse so arg darniederliegt, daß es wirklich einer starken Partei bedarf, um hier heilsamen Wandel zu schaffen. Und so können wir als eines der erfreulichsten Ergebnisse dieser ansonsten infolge der Schärfe der Kampfesweise gar nicht so erfreulichen Wahlen registrieren, daß die bisherigen bewährten Führer unserer Partei, denen die Mehrheit der Wiener Judenschaft auch diesmal wieder gerne Gefolgschaft leistete, jetzt auch von neuen arbeitsfreudigen Männern und Frauen unterstützt wird, deren Zusammenarbeit uns mit Beruhigung in die nächste Zukunft blicken lassen kann. Haben sich ja auch eine ganze Reihe von Anhängern gefunden, die die unangenehme Aufgabe auf sich nahmen, in der Organisation der einzelnen Bezirke tatkräftig zu arbeiten, und wenn wir so auch rein technisch geschult wurden, so läßt uns dies ebenfalls die Möglichkeit ins Auge fassen, in kürzester Zeit mit dem Ausbau unserer Vereinigung zu beginnen. Denn der Wunsch nach einer solchen Ausdehnung unserer Vereinigung ist ein heute in weitesten Kreisen ganz allgemeiner. Es soll auch tatsächlich demnächst endgültig darüber beraten werden, wie mit Unterstützung all dieser neuen Kräfte, die wir in diesem harten Wahlkampfe gewonnen, eine Intensivierung unseres Parteilebens vorgenommen werden kann. Viele Vorschläge aus allen möglichen Kreisen sind bereits vorhanden und wir werden in Kürze Gelegenheit

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