Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 48 (30.11.1928)
- Date
- 1928-11-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis dieser Nummer 50 Groschen Helt'ahrhdh U&maJm Erscheint Jeden Freitag .«* VeroftenfBcfumgen der „Union deutschösterr. Juden* and den »Amffichen Verlautbarungen der Israelifiscnen Kultusgemeinde Wien" Redaktion und Administration: Wien II., Heinestraße Nr. 13 — Telephon R 42-2-16 XLIV. Jahrgang Wien, 30. November 1928 Nummer 48 Vor der Entscheidung. Sonntag, den 2. Dezember, findet die Neuwahl des Wiener Kultusvorstandes statt. Ernst und eindringlich müssen wir daher die Mahnung an alle richten, denen das Schicksal des Judentums nicht gleichgültig ist, an diesem Tage ihrer Wahlpflicht zu genügen und ihre Stimme für die Liste der Jiidisciitsn Union Vereinigte Parteien zum Zwecke der Ausschaltung jeder Politik aus der Kultusstube, Prof. Dr. Alois Pick — Dr. Jakob Ornstein abzugeben. Damit erfüllt jeder Jude eine heilige Pflicht gegenüber seinen Vorfahren, gegenüber sich selbst und gegenüber seinen Nachkommen. Wer dagegen der Wahl fernbleibt, macht sich mitschuldig an der drohenden Gefährdung des Glaubens unserer Väter, der sittlich-religiösen Jugenderziehung! Denn wahrlich, unser Glauben und unsere Jugend, die heiligsten Güter, die wir auf Erden besitzen, sind in Gefahr, wenn auch nur eine der Parteien, welche die Kultusstube „erobern" wollen, in diese in größerer Zahl eindringt, da unsere Gegner, die „Werktätigen" und die „Jüdischnationalen" der Religion und der Jugenderziehung gegenüber einen Standpunkt einnehmen, welcher den Geboten der Thora und unserer Ueberlieferung ins Gesicht schlägt. Die Jüdischnationalen haben den Nationalismus an die Stelle der Religion gesetzt und wollen, daß unsere Kinder statt im religiösen in nationalem Geist erzogen werden. Die Jüdischnationalen wollen an Stelle der Kultusgemeinde eine „Volksgemeinde" konstruieren und den Juden in Oesterreich die rechtliche Stellung eines Minderheitsvolkes zugewiesen sehen, es würde dies, mögen sie es auch nicht beabsichtigen, zur Beseitigung unserer unter so opferreichen Kämpfen erlangten Gleichberechtigung, zur Einführung desNumerusclausus in SchuleundErwerbsleben führen können. Für die „Werktätigen Juden" ist Religion Privatsache. An die Stelle der Religion tritt bei ihnen der Klassenkampf, WÄHLET am die Kandidatenliste der JÜDISCHEN UNION (Prof. Dr. Alois Pick, Dr. Jakob Ornstein) Vereinigte Parteien zum Zwecke der Ausschaltung jeder Politik aus der Kultusstube