Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 46 (16.11.1928)
- Date
- 1928-11-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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'ifi , u $'! Jedem Juden schaden Steuerdemagogie, Politisierung, Zersplitterung in der Kultttsgemeinde! " Darum wählet ani 2. Dezember die Liste der „Jüdischen Union" (Prof. Dr. Alois Pick, Dr. Jakob Ornstein). ^r^ Vertreter bürgen für Wahrung der religiösen Forderungen, ernste Arbeit und Ordnung in dir Gemeinde! ff I M * t ä i. g 5 S ü I i , n Kultussteuer. In einer gut besuchten Kultuswähler Versammlung der „Union", welche Donnerstag, den 8. d. M. im Cafe Rembrandt, IL, Untere Augartenstraße, die Herren Dr. Ernst Dr. Heinrich H a a s e, und S. Spitzer den unter großem Beifall der wurde selbstverständlich stattfand und in welcher Feldsberg, MedURat Börserat Ignatz Glück Standpunkt der „Union" Zuhörerschaft vertraten, von jüdischnationaler Seite der Versuch unternommen, die Versammlung zu sprengen, was ihnen aber nicht gelang. Etwas mehr Interesse hat der Umstand erweckt, daß der Listenführer der „Werktätigen Juden—Poale Zion", Kultusvorsteher Gust. Moritz das Wort ergriffen hat. Wir wollen nicht davon sprechen, daß seine Ausführungen sich von denen; welche er tags zuvor im Bayrischen Hof ge^ macht hat, wesentlich unterschieden, wir wollen auch nicht davon sprechen, daß er führenden Persönlichkeiten der „Union", vor allem Börserat I. Glück, Anerkennung für ihre Tätigkeit zollte, so daß ein großer Teil der Zuhörer im Zweifel war. ob sie es mit einem marxistischen Redner zu tun hatten oder nicht, was wir besonders betonen wollen ist vielmehr, daß Kultusvorsteher M o r i t z in der Frage des allgemeinen Wahl re cht es, nachdem er von Börserat Glück und Chefredakteur Hirschfeld auf gewisse Unrichtigkeiten seiner Ausführungen aufmerksam gemacht worden war",' schließlich zugeben mußte, daß der gangbarste Weg schließlich der sein werde, „daß die Parteien eine; organisierte Werbetätigkeit zur Zahlung von Kultus-' steuern einleiten". Diese Worte des Herrn M o r i t z. wird jeder Unionist unterschreiben. Für gleiche Pflichten, gleiche Rechte, nicht Minoritätsrechte!;Der Klassenkampf ist weder jüdisch , noch religiös! Der bekannte Philanthrop und Präsident der Pester israelitischen Religionsgemeinde, Hofrat Aladar Kaszab, wendet sich in einem,.in der vorigen Woche erschienenen begeisterten Aufruf an die Budapester Judenschaft mit der Aufforderung zur Zahlung von Kultussteuer. Der Aufruf richtet sich ganz besonders an die Pflichtvergessenen, welche Hofrat Kaszab in eindringlichen Worten an ihre heilige Pflicht zur Beitragsleistung für die jüdische Gemeinde erinnert: „Zahlung von Kultussteuer", heißt es in diesem Aufruf, ist eine religiöse Tat. Aus der Kultussteuer wird Brot iür die Hungernden. Aus der Kultussteuer wird der Polster unter dem Haupte des Kranken. Aus der Kultussteuer werden die Kleider für die Frierenden. Aus der Kultussteuer wird das Buch für die lernbeflissenen Kinder. Die Wiener Israelitische Kultusgem ie inde, die für die karitativen Zwecke weit mehr aufwendet, als die gesammten Steuergelder ausmachen, könnte noch zu den Worten des Führers der Pester israelitischen Religionsgemeinde hinzufügen: Aus der Kultussteuer wird ein sorgenfreier Lebensabend für unsere Greise und Greisinnen. Aus der Kultussteuer wird Linderung der Leiden unserer Siechen und unheilbar Kranken. Aus der Kultussteuer wird Licht und Freude in den Herzen der Waisen. Aus der Kultussteuer wird die Stütze der Blinden. Zahlung der Kultussteuer ist also tatsächlich eine religiöse Tat, ihre Nichtzahlung ist eine Versündigung an den Aermsten der Armen.' Uebersiedlungsanzeige. Primarius Dr. R o b i nsoh n, Röntgenfacharzt, bisher IX., Glasergasse 27 (Elisabethinum), ordiniert ab 12. November VIII., Alserstraße 23. Telephon Nr. B 42-3-92. Bei Nichtmelden Aerztezentrale. ■■■■■•■•■■■■■■>■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■•■■■■■■■■ ■■■■■■■•■■■■■■fj \ gHerren^ und Damenkleider ~>i$ach M&B sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste Preise. Even- : Reelle langfristige, bis tn einem Jahre wahrende Zahlungserleicbterungen Jüelder-ErzeBgüöj^Union, Wien VI., Kaserneng. 6 Telephon 2-15 IUIUU11U1HUUHI i\ Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon R 30-5-38 Filiale: VII., Burggasse Nr. 17, Telephon B 32-3-80