Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 42 (19.10.1928)
- Date
- 1928-10-19
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 18 IIII«^^ DIE WAHRHEIT BETTFEDERN En gros SPEZIALHAUS en detail Leo Schotten, Wien XIV., Braunhirsehengasse Nr. 2t Telephon R 38-3-83 — Provinzversand — Samstag geschlossen Zentrale: Mattersburg, Burgenland. von Prof. Baß), Verdi-Liszts „Rigoletto-Fantasie". dem „Wellenspiel". einer ansprechend melodiösen, verträumten Konzertstudie, von Baß selbst, und schließlich Johann Strauß „Frühlingsstimmen". Der Beifall, lange anhaltend und von einer beim Marienbader Publikum selten beobachteten Wärme, zeigte dem Meister, daß er an die Herzen gerührt hatte. Er mußte sich zu zwei Zugaben entschließen und spielte die „Biedermeier-Gavotte in As-Dur II" und Johan Strauß „Rosen aus dem Süden" als Konzertparaphrase von Roderich Baß. An der Stätte, wo der unvergeßliche Alfred Grünfeld, in Marienbad künstlerisch heimatsberechtigt, so oft gespielt hatte, saß ein Meister, dessen musikalische Physionomie solche Aehnlichkeit mit Grünfeld aufweist, daß sich einem der Gedanke aufdrängte: Hier ist ihm ein würdiger Erbe, ein berufener Nachfolger erstanden. — Die gleich hohe Anschlagskultur, dassebe sichere Stilgefühl, die Liebe zu kantablen. duftigen, poetischen, aus dem Herzen kommenden, zu Herzen gehenden Kompositionen. War aber Grünfeld, speziell in der Wiedergabe „Wiener" Musik, Straußscher Sachen, vielleicht noch zarter, weicher, so ist der stellenweise auftrotzende, männlich-temperamentvolle Akzent in der Baß'schen Auffassung um so interessanter. Baß ist ein Pianist von meisterhafter Technik. Aber wie versteht dieser bescheidene Künstler von fast kindlichem Wesen, auch dem spröden Instrument Wärme, süße Cantilene einzuhauchen. Junge, sehnsüchtige Frauenstimmen sangen ein Liebeslied, die Donau rauschte und vom Kahlenberg wehte linde Frühlingsluft herab, als Baß spielte. — Wir haben diesen hochbegabten Vertreter der altberühmten Wiener Pianistenschule, wir haben Roderich Baß liebgewonnen, und wann er kommt — er soll den Marienbadern willkommen sein! Eine Bildungsstätte der Wiener Judenheit. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur wrrd diesmal am 29. Oktober den Reigen seiner Vorlesungen mit dem Vortrage des Rabbiners Dr. D. Feuchtwang: „Sagengeschichtliches über Adam" eröffnen. Aus dem überaus reichhaltigen und vielgestaltigen Vortragsprogramm des Vereines für die bevorstehende Saison heben wir hervor: Dr. Paul Diamant: Aus dem Leben der Wiener Juden im Vormärz: E. Jonas-Schachtitz: Oesterreichische Marranen des 19. Jahrhunderts; Dr. Adolf Kapralfk: Prinzipien und Ausstrahlungen: Dr. Leopold Ehrlich: Aus eigenen Werken; Rabbiner Dr. M. Bauer: Die Freude im Judentum; Dr. Arthur We i ß: Palästina und en Wesljude: Dr. Hugo Knöpfmaclier: Aus der neuhebräischen Literatur; Dr. Isak Robinson: Ueberraschungen und Enttäuschungen in Erez Jisrael; Dr. James Herbert: Die Juden Prags; Dozent Dr. J. Fischer: Die Juden in der Medizin. Ferner werden Professor Julius Wolf so h n über ein musikalisches und Kommerzialrat Theodor Ehrenstein über ein kunsthistorisches Thema sprechen. Auf die Tätigkeit des Vereines, dessen Vorträge jedermann unentgeltlich zugänglich sind und vom 29. Oktober d. J. an jeden zweiten Montag um halb 8 Uhr abends im Saale des Sportklubs „Hakoah", I„ Wipplingerstraße 23, stattfinden, machen wir jetzt schon die jüdischen Organisationen, sowie alle, die für jüdisches Wissen Interesse haben, aufmerksam. Die Vorträge werden rechtzeitig im Wege der jüdischen und der allgemeinen Presse einzeln angekündigt werden. Der Israelitische Frauenwohltätigkeitsverein für den 16. und 17. Bezirk in Wien (Sitz: XVI., Hubergasse 8), steht seit nahezu 30 Jahren im Dienste der Humanität und hat durch sein Eingreifen tausenden armen Frauen in höchster Not rasche Hilfe geleistet. Der Ansturm der Bittstellerinnen ist ein ungemein großer, die Kassen des Vereines aber vollständig leer. Um den Unglücklichen unseres Stammes weiter Hilfe bringen zu können, veranstaltet deT Verein, unter Leitung von Frau Präsidentin Dr. Adele Bach, Samstag, den 20. Oktober, 9 Uhr abends, in den 01 y m p i a s ä 1 e n, I., Rothgasse, eine Akademie mit Tanz unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte. Das Reinerträgnis wird zur Unterstützung der Armen dieser Bezirke verwendet und bittet die Vereinslei'tuhg um zahlreichen Zuspruch. Karten bei allen Vorstandsdamen. Jüdischer Frauenverein Leopoldstadt (Sitz: IL, Ferdinandstraße 23), Sonntag, den 28. Oktober, findet im Festsaale des Hotel Continental, Wien IL, Taborstraße 4, die erste der so rasch beliebt gewordenen NachmittagsunterhaHungen mit Vorträgen und Tanz, statt. Anfang präzise halb 4 Uhr. Da das Reinerträgnis zur Unterstützung der Aermstender Armen des so notleidenden Bezirkes verwendet wird, ersucht die Vereinsleitung um recht zahlreichen Zuspruch. Regiebeitrag S 1—, an der Kasse S 1.50. Karten sind bei den Vorstandsdamen zu haben. Jüdische Toynbee-Halle, XX., Denisgasse 33. Samstag; den 20. Oktober, 7 Uhr abends, Eröffnungskonzert. Klavier Fräulein Renee Gärtner. Streichquartett: Grete Strauß, Paula Schwarz, Oskar Fitz, Lucie Wieiß. Lieder: Marianne Kapper- Mislap. — Mittwoch, den 24. Oktober, 7 Uhr abends, Vortrag: Reg.-Rat Dr. Ludwig Singer: Aegypten 1. Nach der Teepause Fragen an den Vortragenden. Wechselrede. Eintritt frei. Wochenspielplan des jüdischen Künstlerkabaretts. Im „Jüdischen Künstlerkabarett" (IL, Praterstraße 60), daß über ein hervorragendes Ensemble verfügt, besonders in Gesangsliebhaber Leopold J u n g w i r t h. Charakterkomiker Arnold Grimminger, Frl. Berta Rosenberg, Frau Cilly Urich, Frl. Cilly Bett, Adolf Bell, Dolly Nachbar, Hermann Tunis, Sami Urich, Frau S. Weinberg, Emil Friedes und Frau S. Weissmann, geht Freitag, den 19. Oktober die Erstaufführung „A u g u m A u g", Lebensbild in drei Akten von Max Gebel, Musik von B. Perlmutter, in Szene. — Samstag, den 20., Sonntag, den 21. und Montag, den 22. Oktober wird „A u g um Aug" wiederholt. — Dienstag, den 23. Oktober „Masel Tow'\ Gesangskomödie in drei Akten von J. Wolf, Musik von B. Perlmutter. — Mittwoch, den 24. Oktober „Der Straßensänge r", Lebensbild in drei Akten von Leo Kobrin, Musik von J. Rumdrynski. — Donnerstag, den 25. Oktober „R e i s e 1 e von China", Gesangskomödie von J. Sigel, Musik von B. Perlmutter. Beginn der Vorstellungen pünktlich um 8 Uhr 30 Minuten. Werbet und verbreitet die „Wahrheit"! nyglcnisdics I Könlgsüchti 6 Seit vielen Jahren das an- ■ erkannt beste 5 Hihi I •pS§0^2^| «yB.lt inte^Jt 11 M^TOM Man achte auf die ges. gesch. Marke ,Hygien. Königslicht« und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhirschengasse 3 Telephon P 33-1-87