Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 41 (12.10.1928)
- Date
- 1928-10-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 illllillimillilillllllll DE WAHRHEIT Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 13. Oktober <L J., findjet um 3 Uhr nachmittags, der erste Jugendgottesdienst im Schuljahre 1928/29 für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Der Frauenverein für den XVI. und XVII. Bezirk (Hubergasse 8) unter Leitung von Frau Präsidentin Dr. Adele Bach veranstaltet Samstag, den 20. Oktober, 9 Uhr abends, in den Olympiasälen, I., Rothgasse, eine Akademie mit Tanz unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte. Das Reinerträgnis wird zur Unterstützung der Armen dieser Bezirke verwendet und bittet die Vereinsleitung um zahlreichen Zuspruch. Karten bei allen Vorstandsdamen. Der Mädchen- und Frauen verein „Krankenbesuch" (Bikur Chaulim), I., Seitenstettengasse 4, veranstaltet seihe diesjährige erste Woliltätigkeitsjause am Sonntiagden 14. Oktober, um %5 Uhr nachmittags im Festsaale des Hotel Continental. IL, Taborstraße 4. Hervorragende Kunstkräfte. Conference Emmy Woilner. Mitwirkend Herr Oberkantor S. Postolow. Im Interesse der zahllosen schwer kranken und mittellosen Schützlinge bittet die Vereinsleitung um regen Besuch. Der Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden gibt bekannt, daß Herr Vizepräsident A. Taub, Wien VI., Mariahilferstraße 113. mit der Geschäftsführung betraut wurde. Zuschriften sind an die genannte Adresse zu richten. Blelitz. In den Nachmi'ttagsstunden des Versöhnungsfestes, ani dem Tage, da das Schicksal des Menschen besiegelt wird, hat es Gott dem Allmächtigen gefallen, einen seiner treuesten und anhänglichsten Söhne zu sich zu nehmen. Durch fast 40 Jahre hat Dawid B o c h n e r, der schon in jüngsten Jahren zu uns kam, treu und pflichtbewußt in unserem Gemeindewesen gewirkt;. Aus streng religiösem Hause, auf allen Gebieten des jüdischen Lebens und Wissens bewandert, hat er alle Eigenschaften mitgebracht, die ihn in hohem Maße für sein künftiges Amt prädestinierten: ein reiches talmudisches Wissen, eine jrottgesegnete geübte Hand für seinein Schäditerberuf, eine Frömmigkeit, die echt und wahr empfunden wst und schließlich ein gutes jüdisches Herz. Immer und überall, wo es galt, in Verlegenheiten auszuhelfen, war er zur Stelle: ob er für einen in Not geratenen Berufskollegen einzuspringen hatte, ob es sich darum handelte, eine unvorhergesehen im Tempel entstandene Lücke im Vorbeterdienst auszufüllen, immer stellte sich Bochner mit der ihm eigenen Bereitwilligkeit ih den Dienst einer guten Sache. Er war ein anerkannter Künstler auf dem Gebiete des rituellen Schlachtens, ein Virtuose, von dem selbst orthodoxe Rabbinerautoritäten mit bewunderswerter Anerkennung sprachen. Hinter diesem pünktlichen und gewissenhaften Beamten verbarg sich überdies ein hoher Mensch von ausgeprägten Qualitäten. Sein warmes Herz schlug überall dort, wo es galt, Not und Armut zu lindern, Witwen und Waisen beizustehen. Armen und Schwergeprüften ein Retter in der Not zu sein. Dabei hat er nur im Stillen gewirkt, fern von der lauten und aufdringlichen Sphäre einer zur Schau, getragenen Wohltätigkeit Einen besonders herben Verlust erleidet die Familie, der er Haupt und zugleich Berater und Beschützer war. Mit einer beispiellosen Anpassungsfähigkeit an die Forderungen unserer Zeit, hat es der nunmehr in Gott Ruhende verstanden, seinen Kindern eine ausgezeichnete moderne Erziehung und Bildung zuteffl' werden zu lassen, die sie alle in den Stand setzt, heute in geachteten Positionen nützliche Mitglieder unserer Gesellschaft zu sein. Das große Ansehen, das er sich bei jedermann erworben, die hohe Beliebtheit, der er sich in ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■Bfe ■ Wiener let Ii Hidrucb Verein Wien II., Temnelgasse S ■ ■ Korrespondenz: Wien II-, Taborstraße 9, Mezzanin_ ■ S Einladung B ■ zu der am 14. Oktober 1928, um 6 Uhr abends, im ■ ■ Vortragssaale des Wiener Bethamidrasch (Tempelgasse 3) ■ 5 stattfindenden J S Semester - Eröffnung. S 2 1. Begrüßung durch den Präsidenten, bezw. ■ ■ Vizepräsidenten. ■ ■ 2. Ansprache des Lektors Rabbiner Dr. Rubin. 5 5 3. Abendgebet. 5 ■ Wien, im Oktober 1928. ■ 5 Für den Vorstand: 9 B Julius Haber m. p. Dr. Jakob Ornstein m. p. 5 ■j 1. Schriftführer Präsident pj ^■»■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■l BETTFEDERN En gros SPEZIALHAUS en detail Leo Schotient Wien XIV., Braunhirsehengasse Nr. 21 Telephon R 38-3-83 — Provinzversand — Samstag geschlossen Zentrale: Mattersburg, Burgentand. allen unseren jüdischen Kreisen erfreute, kam in der tiefen Trauer zum Ausdruck, die überall herrschte, wo die Todesnachricht vernommen wurde. Auf seiner letzten Fahrt nach dem Grabe seiner Vaterstadt Chrzanow bereiteten ühm große Scharen seiner Freunde und Bekannten die letzte Ehre. Die Bielitzer Judenschaft wird dem Toten ein treues und dauerndes Andenken bewahren. Secher Zadik Liwrochoh. ft Gastpredigt. Freitag, den 12. d. M., um 5 Uhr nachmittags, findet während des Abendgottesdienstes im Pazmanitentempel (II., Pazmanitengasse Nr. 6) eine Gastpredigt seiner. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. K. Nürnb er ger aus Ungarisch- B r o d statt. Festgottesdienst. Wir erhalten folgende Zuschrift: „In dem vom Mariahilfer Tempelverein an den abgelaufenen hohen Feiertagen errichteten Bethause im Hotel Münchnerhof versah Herr Simon Kriegsmann die Funktionen des Mussaphvorbeters und erregte durch seine Leistungen allgemeine Aufmerksamkeit und Beachtung. Dieser mit einer überaus wohlklingenden, starken Stimme begabte junge Vertreter seines Faches, brachte eine Auslese schönster Ritualn••-!co'jtn In ausgezeichneter Weise zum Vortrag und bewies hierdurch sein gediegenes Können als Sänger, sowie als Vorbeter. Herr S. Kriegsmann, der seine zahlreichen Zuhörer in andachtsvollste Stimmung zu versetzen wußte, scheint berufen, auf seinem Gebiet noch Besseres zu leisten. S. Herr Siegmund Kornmehl macht uns darauf aufmerksam, daß er nicht Gründer des Lehrlingsheimes ist. vielmehr war dies seinerzeit Baron Königswarter. Herr Kornmehl gehört bloß dem Vorstande als Mitglied an: ferner ist er nicht Ehrenpräsident des Vereines der israelitischen Fleischhauer, sondern dessen Ehrenmitglied. Eine große jüdische Parteiorganisation in Polnisch-Schlesien, demokratisch-liberaler Richtung, sucht geeignete, womöglich unverheiratete Persönlichkeit mit akademischer Bildung, jüdischem Wissen und guten deutschen Sprachkenntnissen als Sekretär und Redakteur Möglichkeit zu Nebenbeschäftigung (wie etwa Studienfortsetzung) geboten. Nur wirklich organisatorisch und journalistisch begabte Reflektanten, nach Tunlichkeit polnische Staatsbürger, wollen Offerte mit ausführlichen Angaben über Stand, Familienverhältnisse, Studien- und Bildungsgang nebst maßgebenden Referenzen an die Adm. d. Bl. senden.