Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 40 (5.10.1928)
- Date
- 1928-10-05
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 IIBMI^^ DIC WAHRHEIT TknWo&ßzulCbckc Großes Kultuswahlkomitee der „Union". Infolge eines technischen Versehens sind in der letzten Nummer die Namen der folgenden Mitglieder des Großen Kultuswahlkomitee s d e r „U n i o n" ausgeblieben, die nachgetragen seien: Ignaz Engel, Huthändler; Dr. Otto Kreisky, Rechtsanwalt: Sigmund Weiler, Kleiderhändler. Gastpredigt. Samstag, den 6. d. M. (Schemini Azereth) findet im Gotteshaus des Tempelvereines „Aeschel Awrohom", II., Pazmanitengasse 6, vor der Maskirandacht eine Gastpredigt Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiner D. H. Krakauer aus Osnabrück statt. Maskir- Andachten am Schemini - Azereth - Feste. Zur Vermeidung des großen Andranges in den Gemeindetempeln zur „Haskarah" veranstaltet der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Schemini - Azereth - Feste Samstag, den 6. Oktober um 6 Uhr früh im Stadttempel L, Seitenstettengasse 4 und im Leopoldstadter Tempel IL, Tempelgasse 5. sowie um 9 Uhr vormittags im Olympiasaale, L, Rothgasse 3, anläßlich der Maskir-Andachten feierliche Gottesdienste. Verband jüdischer Kaufleute und Gewerbetreibende. Montag, den 8. Oktober, präzise 8 Uhr abends, findet die 63. Verbandsversammlung im Kaffee „E x c e 1 s i o r", I., Rotenturmstraße 24 (für die Verbandsmitglieder), statt, bei welcher Herr Erich Tremel, Sekretär des Oestevr.- Holländischen Wirtschaftsvereines einen wirtschaftlichen Vortrag über die Absatzmöglichkeiten nach den nordischen Staaten hält. Dem Andenken Oberkantors M. B. Kaufmann. Wie bereits in voriger Nummer gemeldet, widmeten Freunde des allzufrüh heimgegangenen Oberkantors des Stadttempels M. B. Kaufmann unter wesentlicher Beitragsieistung der Wiener israelitischen Kultusgameinde dem Verblichenen ein Grabdenkmal, dessen Enthüllung Mittwoch den 26. v. M.. an seinem 51. Geburtstage unter großer Beteiligung stattfand. Unter den Anwesenden bemerkte man in Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde Präsident Prof. Dr. A. Pick, für den Bethausvorstand der Kultusgemeinde Präsident Dr. E. Münz, für dieChewraKadischa Vorsteher S. Ernst und Amtsleiter W. F r e i s t a d t, die Rabbiner Dr. M. Bach und Dr. D. Feuchtwäng, eine große Anzahl Kollegen des Verstorbenen mit Oberkantor J. L Ö w i t, Präsident des Kantorenverbandes an der Spitze, Mitglieder der B. B. Logen, Delegierte des Bethausvorstandes Ottakring, eine Abordnung der Beamtenschaft der Kultusgemeinde mit den Amtsdirektoren Reg.-Rat Dr. E. Adler, Reg.-Rat G, Fuchs gelb u. a. m. Die Feier, die für VA Uhr anberaumt war, begann infolge Verspätung des Rigaer Schnellzuges, der Frau Med.-Dr. Rahel Gerber, die Schwester des Verewigten nach Wien brachte, mit einiger Verzögerung. Hunderte Menschen scharten sich um die letzte Ruhestätte des verewigten Künstlers und lauschten den trefflichen Worten des Trauerredners, Herrn Rabbiner Dr. M. Bach, der bewegten Herzens die hervorragenden Eigenschaften und Tugenden des Verblichenen, seine große Bedeutung als Scheliach Zibur, sein offenes, liebenswürdiges Wesen, seine Selbstlosigkeit, seine Opferwilligkeit als Sohn und Bruder, sowie seine besondere Treue den Freunden gegenüber in beredten Worten schilderte. Nachdem die Hülle gefallen, sah man ein Monument aus Mannersdorfer Stein, oben mit einer sinnreichen Kuppel versehen (Entwurf und Ausführung der Firma Friedländer & Deutsch, I„ Seitenstettengasse 2) und unterhalb der Kuppel befindet sich eine aus dem Stein herausgearbeitete Lyra. Unter den Personalien sind folgende Worte zu lesen, die des Verewigten Wesen für ewige Zeiten treffend charakterisieren. Er war ein edler, guter Mensch Eine Zierde seines Standes. Sodann verlieh Dr. Rudolf G r ü n f e 1 d dem tiefen Danke der Mitglieder und Vorstandsmitglieder der B. B. Loge beredten Ausdruck. Er dankte ganz besonders der Kultusgemeinde für die Ehrung M. G. Kaufmanns und Herrn Reg.-Rat Fuchsgelb, von dem die Initiative zu dieser Ehrung ausgegangen war. Die kantoralen Funktionen versah I. Kanter M. Balaban unter großer Chorassistenz in überaus würdiger Weise. Leopoldstädter Kranken-Unterstützungsverein „Nächstenliebe". Seit dreißig Jahren veranstaltet der im Titel genannte Verein anläßlich der hohen Feiertage im Prachtsaale des „Bayrischen Hof" Festgottesdienste, um aus dem Reinerträgnis die Not armer bedürftiger Menschen zu lindern. Solch schöne und erhebende Gottesdienste, die noch dazu humanitären Zwecken dienen, fördern jüdisches Empfinden und befriedigten auch heuer die Teilnehmer. Die ausgezeichneten Leistungen des zu Studienzwecken hier weilenden jungen Kantors J. Leiser, fanden allgemeinen Beifall. Aber auch den Herren Kantor Deutsch (Preßburg), dem ausgezeichneten Bal-Tekeh Wilhelm Kollmann und dsm vom Chordirigenten des Pazmanuentempels, Bernhard H i s c hm a n n einstudierten Männerchor gebührt vollste Anerkennung. Der von einer langen und schweren Krankheit wieder genesene Obmann Herr Adolf Reich, vermochte durch seine tief empfundene Rede bei der Maskirandacht die Zuhörerschaft zu Tränen zu rühren. Der Obmann, der schon oft Proben seines zielbewußten Strebens abgelegt hat, wurde vom Ehrenobmann Moritz Rosenblatt, sowie den Herren der Exekutive Kassaverwalter Hermann Löwy, Schriftführer Alexander G u 11 m a n n, Schriftführerstellvertreter Samuel B o j n i t z e r auf das kräftigste unterstützt. UbtbdMcnnmtmfürDk Wahrheit! üQdicnisdics KöniöslicM l!!i!l[f!!l!!i!l!ll!!lllffi!l!liBllli