Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 36 (7.9.1928)
- Date
- 1928-09-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 VffitlDßekezulDxke Die Wissenschaft des Judentums auf dem Internationalen orientalischen Kongreß in Oxford (England). Alle neun Sektionen des soeben eröffneten Internationalen Orientalisten- Kongresses weisen eine starke Beteiligung von jüdischen Gelehrten aus allen Weltteilen auf, es dürften mindestens fünfz i g unter den etwa 600 Vertretern von Regierungen und Universitäten aus Europa. Asien und Amerika sein. An der Sektion für hebräische und azamäische Forschungen sind durch Vorträge beteiligt: Prof. A. S. Yahuda, Dr. Jul. Morgenstern (Amerika), Dr. S. Zei11 in, Rabb. Dr. A. Kaminka (Maimonides-Institut), Rabb. Dr. B. Jakob (Dortmund), Oberrabbiner Dr. S c h o r r (Warschau), Dr. M. A. H a 1 e v y, Prof. Amzalak (Lissabon). Dr. S. Daiches (London). Oesterreichischer Kantorenverein. Seit einigen Jahren reißt bedauerlicherweise immer mehr die Unsitte ein, daß in den temporären Bethäusern an den hohen Feiertagen standesunwürdige und den jüdischen Religionsgesetzen nicht entsprechende Personen zur Ausübung gottesdienstlicher Funktionen als „Scheliach Zibur" bestellt werden. Es ist dies um so merkwürdiger, als Gemeinde und Publikum, die sonst von ihrem „Scheliach Zibur" die rigoroseste Einhaltung aller religösen Vorschriften verlangen, gerade an den höchsten und heiligsten Feiertagen eine beinahe sträfliche Nachsicht und unverantwortliche Gleichgültigkeit beweisen. Wie weit die Folgen dieser Uebung gehen, zeigt „die öffentliche Plakatierung des Sängers und Schauspielers Melzer, der das ganze Jahr hindurch als Schauspieler bei der Jüdischen Bühne wirkt, als „bestbekannter Oberkantor", obgleich er dem Kantorenstande vollständig fernesteht. Es ist uns auch bekannt geworden, daß selbst Kaufleute, die den Samstag nicht heiligen und an diesem Tage ihre Geschäfte offen halten, zu Vorbetern für die hohen Feiertage bestellt werden. Wie soll das enden? Wir fühlen uns verpflichtet, diesen Uebelstand öffentlich zu rügen und erwarten von kompetenter Stelle eine entsprechende Remedur. Der Vorstand des österreichischen Kantorenvereines. Trauung. Dienstag, den 4. d. M., fand in B a d e n die Trauung des Fräuleins Dr. phil. Regine Kapell e r mit Herrn Dr. med. Ernst Adler, Sohn des Herrn Reg.-Rates Dr. Emil Adler, Amtsdirektors der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, unter außerordentlich großer Beteiligung statt. Die Redaktion dieses Blattes schließt sich der großen Schar von Gratulanten aufs herzlichste an. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemelode veranstaltet an den kommenden hohen Feiertagen im Olympiasaal (L, Rothgasse 5) einen Festgottesdienst, der hauptsächlich für die reifere Jugend beiderlei Geschlechtes (im Alter von 15—20 Jahren) bestimmt ist. Der Zutritt zu diesem Gottesdienste für Jugendliche erfolgt auf Grund unentgeltlich ausgegebener Karten und soll die Ausgabe derselben tunlichst im Wege der Jugendorganisation erfolgen. Die Verteilung der restlichen Karten erfolgt ab Sonntag, den 9. September d. J.. zwischen 10 und 12 Uhr vormittags im Büro des Jugendreferates (I., Seitenstettengasse 4, Parterre) gegen Vorweisung einer Legitimation. Festgottesdienst Der allgemeine Kranken- und Unterstützungsverein „Monte!iore" veranstaltet wie alljährlich auch heuer einen Festgottesdienst. Derselbe findet unter Mitwirkung der Herren Oberkantor David Müller und Kantor Hermann Goldstein im Festsaale des Etablissements ..Reklam". IL. Praterstraße 34. statt. Karten im Vorverkauf sind in der Vereinskanzlei. IL, Ferdinandsstraße 19. C a f e R e k 1 a m, IL. Praterstraße 34. und im Caf£ Dogenhof. IL. Praterstraße 70. zu haben. Nathan Neugasser, Obmann des Betbausvorstandes. Festgottesdienst. Der Leopoldstädtcr Krankenuntcrstützungsvercin ..Nächstenliebe" (II.. Große Stadtgutgassc 34), der sich durch sein humanitäres, von echt jüdischem Geiste beseeltes Wirken bereits große Verdienste erworben hat. veranstaltet zugunsten seiner humanitären Institutionen, wie alljährlich, auch heuer anläßlich der hohen Feiertage im „Bayrischen Hof". Wien II., Obere Augartenstraße 5, einen feierlichen Gottesdienst. Dem rührigen Vorstande, allen voran der von einer langen und schweren Krankheit wiedergenesene Präses. Herr Adolf DIE WAHRHEI1 Reich, haben alles daran gesetzt, um für diese Festgottesdienste erstklassige Kantoren und auch einen vorzüglichen Chor zu gewinnen. Der Verkauf der restlichen Karten findet ab 9. September im Bethause von 8 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 6 Uhr nachmittags statt. Helfet Ohel Rachel, dem Ausspeisungsverein, II., Kleine Pfarrgasse 8, welcher täglich 100 bis 120 vom Schicksal schwer betroffene Menschen ausspeist. Es sind zumeist alte gebrochene Männer und kranke Frauen, arme verlassene Kinder, welche sich allabendlich um ein kräftiges nahrhaftes Essen drängen. Die bevorstehenden hohen Feiertage stellen die Vereinsleitung vor schwere Sorgen. Infolge der Sommermonate herrscht in der Vereinskassa große Ebbe und das flehentliche Bitten der vom Hunger Gequälten, welche wenigstens in den Fest- und Freudetagen des Genusses eines Stückchens Fleisches teilhaftig werden wollen, wird immer stürmischer. Edle jüdische Herzen, helfet dem Vorstand, daß er niemanden abweisen muß. Jeder spende nach Möglichkeit. Posterlagscheine werden auf Verlangen zugeschickt. Spenden werden ausgewiesen. Unentgeltliche Arbeitsvermittlungssteile des Jüdischen Hochschulausschusses. Hofmeister, Hauslehrer, mit Kenntnissen fremder Sprachen auch für Nachhilfeunterricht in allen Mittelschulfächern (Philosophen, Pädagogen). erstklassige Kräfte für kommerzielle Unternehmungen und Advokaturskanzleien (Handelshochschüler, Juristen), Privatsekretäre, vermittelt prompt und unentgeltlich der Jüdische Hochschulausschuß, IX., Zimmermannplatz 8, Telephon A 25-2-28. Telephonischer Anruf oder Postkarte genügt. Hakenkreuz und Davidstern. Eine nationalsozialistische Anfrage im preußischen Landtag beschäftigt sich mit der Entfernung des hakenkreuzähnlichen Musters in der Pflasterung vor dem Landtagsgebäude. Es wird gefragt, auf wessen Anweisung diese sich gegen ein uraltes germanisches Zeichen wendende Maßnahme zurückzuführen sei, ob sich die „Säuberungsaktion" nur auf germanische Zeichen erstrecke oder ob das Staatsministerium bereit sei, nunmehr von allen öffentlichen Gebäuden Preußens auch die Davidssterne zu entfernen. Hebräische Sprach- und Bibelschule der israelitischen Kultusgemeinde. XX.. Othmargasse 46, Saal I. Die Einschreibungen in die Bibelschule finden täglich statt. ntjgicnisules KOnigsliclri Seit vielen Jahren das anerkannt beste Iraitlt M*S-nwj Man achte auf die ges. gesch. Marke .Hyglen. Königslicht« und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhirschengasse 3 Telephon R 33-1-87