Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 32 (10.8.1928)
- Date
- 1928-08-10
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 mmwm RflHiniHnifflnnfflfflnnnTiiffiiiinfnmiiümiiiii; £>n? WAHRHEIT ■ÖSTERREICHS QROSSTE PHOTOFIRMA ]||| PHOTO WEITZMANN II., PRATERSTR. 9 II.« TABORSTR. 36 UNO ZAHLREICHE FILIALEN Frieiläfltfer i Dentsi WIEN I., Sellenstetlengasse 2 Tel. 68.1-28 Xl.f Zenlralfriedhoff, neben dem l. Tor, Tel. 98-0-85 Eine jüdische Aerztin im 16. Jahrhundert Seitdem am 30. Jänner 1455 der damals 15 Jahre alte König Ladislaus Posthumus den Ratmannen und Bürgern der Stadt Breslau „auf ihre redliche Bitte" das Recht verbrieft hatte, „der Jüdischheit ihre Wohnungen in Breslau zukünftig nimmermehr zu gönnen und zu gestatten für ewige Zeiten", hören wir Jahrzehnte lang nichts mehr von einem auch nur vorübergehenden Aufenthalt von Juden in Breslau. Erst im dritten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts sprechen die arctrivalischen Nachrichten wieder gelegentlich von der Anwesenheit jüdischer Kaufleute in Breslau; aber auch damals war ihnen ein ständiger Aufenthalt in der Stadt durchaus noch untersagt. Dagegen suchte der städtische Rat den Besuch der regelmäßig stattfindenden Märkte besonders durch polnische Juden in jeder Weise zu erleichtern und zu fördern; denn man hatte erkannt, daß die „vornehmsten Herrschaften aus der Cron Polan die Juden allhie in Mergkten vor yhre Factores, Einkewffer und getreue Diener gebrauchten", wie es in einem Schreiben des Rats aus dem Jahre 1537 wörtlich heißt In diesem Zusammenhang verdient eine Aufzeichnung erwähnt zu werden, die sich im sogenannten Uber Proscriptionum des Breslauer Stadtarchivs (J. 120. 1) findet. An der betreffenden Stelle erfahren wir, daß am 1. Februar 1534 die Jüdin Salomea, „welche alhie gearzneyt", aus der Stadt Breslau verwiesen wird, „mit Bevel, das sy zwischen den Merckten, so wol als andere Juden und Judin alhie nicht sein soll, wo sy aber in Merckten alhie were, sich entlich des Arzneys enthalten" bei Androhung „hartücher Straffen". Daß man übrigens auch in Breslau während des 16. Jahrhunderts die Kunst jüdischer Aerzte gelegentlich doch zu schätzen wußte, zeigt die Tatsache, daß im Jahre 1558 zwei jüdische Wundärzte aus Prag zur Heilung des erkrankten Vitztums Friedrich v. R e d e r n, des ersten Präsidenten der scblesischen Kammer, hinzugezogen wurden. Jüdische Natkraal-Biographie. Die 18. Lieferung bringt auf 80 Doppelseiten Text neues und belehrendes Material über mehr als 200 bedeutende jüdische Männer und Frauen. Außer den zahlreich vertretenen Familien Herzfeld. Heymann, Hirsch, Hirschberg, Hirschfeld. Hoffmann und Holländer, die in allen Zweigen der Wissenschaft, in Kunst und Literatur für das Judentum und darüber hinaus für die gesamte Menschheit Wertvolles geleistet haben, bringt das Heft eine ausführliche Schilderung des Lebens und des Wirkens von Dr. Theodor H e r z 1 mit lehrreichen Noten über die Entwicklung des Zionismus u. v. a. Moses Heß. der erste Begründer des modernen Zionismus; Hillel ha Babli. der berühmteste jüdische Volkslehrer; Baron Hirsch, einer der größten Philanthropen; Samson Rafael Hirsch, der entschiedenste Vertreter des gesetzestreuen Judentums: die Minister: Andre-Hesse, Paul Hey mann s, Paul Hirsch, der soeben zum Finanzminister ernannte sozialdemokratische Poli- »■■■■■■■■■■■■■■■■■■■tl S Heilbad Glelihcnberg S I Steiermark | ■ Station: Kurzeit: ■ ■ Feldbach-Bad Gleichenberg Mai-Oktober 5 R MeHanzeigeni Luftröhre, Bronchial- und Lungenspitzenkatarrhe, ™ R Asthma. Emphysem, Herzmuskelerkrankungen, R ™ AT*raenlf iA*n new ■ | Ibmditeii I I Nervenleiden usw. Natürliche Kohlensaurebäder, pneumatische Kam- | mern, Quellsole- und Flditennadel-lnhalationen, m Kaltwasserkuren, Sonnenbäder, elektrische Licht- | bäder. künstliche Höhensonne m _ Berühmte Heilquellen Konstantin-und Emmaquelle ■ | Ausgezeichnetes Tafelwasser: Johannisbrunnen | | Oute Verpflegung 1 Mildes Klima! uj Auskünfte durch die Kurkommission tiker Rudolf Hilferding sowie der frühere Präsident der Schweizer Bundesrepublik Arthur Hoff mann; der bekannte jüdische Dramatiker Peretz H i r s c h b e i n. der Maler Samuel H i r s z e n b e r g, der Kriminaldirektor und bedeutende Schriftsteller Julius H i t z4 g, der Bühnendichter Hugo v. Hofmannsthal, der Romanschriftsteller Artur Holitscher sowie schließlich der wertvolle Mitarbeiter an der jüdischen Nationalbiographie, Direktor der Wiener Universitätsbibliothek Hof rat Holzmann. Die jüdische National-Biographi e,das erste und einzige Werk dieser Art erscheint: 1. in 40 Lieferungen ä Lei 120.— oder Dollar 0.75, 2. in 5 Halbfranzbänden, Lexikonformat, ä Lei 1100.— oder Dollar 7.— und ist durch die besseren Buchhandlungen sowie durch den Herausgeber, S. W i n i n g e r, Cernauti. Bucovina, Piata Decebal 4, zu beziehen. Dieses Monumentalwerk von unvergänglichem Wert darf in keinem Hause, in keiner Bibliothek fehlen. Senator Jacur verstorben. Im Alter von 82 Jahren verstarb in Padua Senator Romanin Jacur, der 40 Jahre lang dem italienischen Parlamente angehörte und nach dem Kriege zum Senator gewählt worden war. Senator Jacur war zweimal in verschiedenen Perioden Unterstaatssekretär für öffentliche Arbeiten und auch Stellvertreter des Innenministers. Er war eine unbestrittene Autorität in Fragen der Agrikultur und hat sich auch große Verdienste um die Ausgestaltung der italienischen Handelsflotte erworben. Senator Jacur war ein tief religiöser, traditionstreuer Jude. Es wird von ihm erzählt, daß er, als er vor mehr als 30 Jahren in Berlin im Namen der italienischen Regierung Verhandlungen mit Bismarck gepflogen hat, am Freitag Vorabend die Besprechungen unterbrach und erklärte, er müsse in den Tempel,, um den Sabbatheingang zu feiern. Dieses mutige Bekenntnis Jacurs zum Judentum und seiner Religion soll auf die deutschen Regierungskreise großen Eindruck gemacht haben. Der deutsche Reichsfinanzminister bewilligt eine Zollermäßigung für Palmen und Myrthen für das Laubhüttenfest. Auf dde gemeinsame Eingabe des Preußischen Landesverbandes gesetzestreuer Synagogen-Gemeinden, Halberstadt und der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, Frankfurt a. M., hat der Reichsfinanzminister, wie in den letzten Jahren, eine Zollermäßigung eintreten lassen. Die Landesfinanzämter sind dahingehend von ihm ermächtigt worden und die Zollbehörden erhalten Kenntnis von dem Wunsche, zur Vermeidung von Beschädigungen die in Rohrkörben verpackten Palmzweige möglichst nicht auspacken zu lassen. Gleichenberg. Vorige Woche fand im großen Festsaale des Hotel Mailand ein von den Herren Oberkantoren E. F r ä n k el und Israel K a t z unter Mitwirkung der Opernsängerin Fräulein E. Bloch veranstalteter Lieder- und Arienabend sta.tt, der einen glänzenden Verlauf nahm und von einem äußerst distinguierten internationalen Publikum sehr zahlreich besucht war. Es war ein sehr gelungener und im Sinne des Wortes genußreicher Konzertabend, und wurden die mitwirkenden Künstler mit stürmischem Beifall ausgezeichnet. „Der Krieg" (Herausgeber Dr. Heinrich Kann er, Verlag C. A. Schwetschke&Sohn, Berlin W 30). Im Augusthef<" kommt Kapitän zur See a. D. Persius in einer Dan- Stellung der voraussichtlichen Verhältnisse des Seekrieges der Zukunft zu dem Schluß, daß die Seeherrschaft von England auf die Vereinigten Staaten von Amerika übergehen wird. — Der Herausgeber der Zeitschrift weist in einem „Die Friedensgeschichte der Menschheit" betitelten Artikel darauf hin, daß in früheren Zeiten neben Staatenkriegen auch innerhalb der einzelnen Staaten Privatkriege zwischen den verschiedenen Familien, Gesellschaftsgruppen und Privatleuten (Fehden) ausgekämpft worden sind, und zeigt, daß es der Anstrengungen von Jahrhunderten bedurft hat, diese Privatkriege abzuschaffen, wobei dieselben Methoden angewendet worden sind, die jetzt auch für die Abschaffung der Staatenkriege in Betracht kommen, — Daneben bietet auch dieses Heft wieder