Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 27 (6.7.1928)
- Date
- 1928-07-06
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 DIE WAHRHEIT neuem zu sammeln begannen. Diesmal gelang es, in verhältnismäßig kurzer Zeit große Hindernisse und Schwierigkeiten zu überwinden. In der Person des Architekten Grünberg gewann der Verein einen Künstler, der ein hervorragendes Projekt entwarf, das vom Preisrichterkollegium mit dem ersten Preis gekrönt wurde. Architekt J e 11 e t z. sein Mitarbeiter, ist berufen, als Fachmann den Bau zu leiten, welcher im XIII. Bezirke in der Eitelberggasse in dem erhofften Glänze erstehen wird. Bei der Generalversammlung wurde insbesondere der Verdienste des langjährigen Präsidenten Herrn Dr. Hermann Kuner gedacht, der unentwegt an dem vorgesteckten Ziele /esthielt. Die Erschienenen ernannten denselben einstimmig zum ersten Ehrenmitgliede des Vereines, um damit auch äußerlich ihrer Anerkennung und Dankbarkeit Ausdruck zu geben Besonders wurden hervorgehoben die Verdienste des Herrn Karl Kohn und des Herrn Vizepräsidenten Generaldirektor Siegfried Kubie, deren Initiative es vornehmlich zu danken war. daß das Projekt der Verwirklichung zugeführt werden konnte. In einer gelungenen Festrede führte der Vizepräsident Herr Generaldirektor Kubie aus, wie das Projekt gedacht sei, und gab bekannt, daß am 8. d. M. der Bau begonnen werde. Rabbiner Professor Dr. L e w i n dankte den Erschienenen und forderte zur weiteren tatkräftigen Hilfe auf. Nachdem Herr Viertel in beredter Weise den Vorrednern für ihre ausgezeichneten Ausführungen gedankt hatte, beschloß die Generalversammlung einstimmig, die Maßnahmen des Vorstandes und insbesondere das Projekt des Tempelbaues zu genehmigen und dem Vorstande ihr volles Vertrauen auszudrücken, mit dem Wunsche, daß das unter vieler Mühe begonnene Werk auch bei den Außenstehenden des Vereines, werktätige Hilfe und Förderung erfahren möge. Barmizwahfeier. Samstag, den 30. Juni fand im Ottakringer Gemeindetempel die Barmizwah des Knaben Emanuel Treu, Sohn des Herrn Josef Treu und seiner Gattin Olga, geb. Spitzer, statt. Nachdem Herr Oberkantor Kogan einen feierlichen Segensspruch vorgetragen hatte, hielt Herr Rabbiner Dr. Bach an den Barmizwo eine eindrucksvolle Ansprache, in welcher er die hervorragenden humanitären Betätigungen - seiner Eltern besonders hervorhob und ihn ermahnte, solch edlen Beispielen nachzueifern. Hierauf trug der Knabe den Prophetenabschnitt sehr Verständnis- und weihevoll vor. Die Eltern wie der Sohn wurden von den zahlreich erschienenen Freunden und Bekannten herzlich beglückwünscht. 50. Geburtstag. Vor kurzem feierte im engsten Familienkreise der bekannte Besitzer des Hotel und Caf6-Restaurant Guth, Herr Josef Guth, seinen 50. Geburtstag. Der allgemein geschätzte und beliebte Jubilar ist 36 Jahre im Beruf tätig und übernahm im Jahre 1905 das von seinem Vater Markus Guth s. A. vor sechzig Jahren gegründete Etablissement, das sich eines allerbesten Rufes erfreut. Herr Guth genießt in weitesten Kreisen des In- und Auslandes wegen seiner Liebenswürdigkeit und Zuvorkommenheit die größte Beliebtheit und Wertschätzung. Wiener-Neustadt. Am 26. v. M. unterzog sich der hiesige angesehene Arzt, Dr. Oskar Wilder, einer Gallensteinoperation und erwachte nicht mehr aus der Narkose. Er hinterläßt eine Frau und drei unversorgte Kinder. Dieses tragische Geschick des Herrn Dr. Wilder, der ein Schwiegersohn des erst kürzlich verstorbenen Professors Landau war, erregte in der ganzen Stadt allgemeine Teilnahme. Beim Leichenbegängnis am 28. v. M. sah man den Vizebürgermeister Palka mit vielen Stadträten, Vertreter der Aerzteschaft, der Krankenkassen, der Südbahn und eine unabsehbare Menge Leidtragender. Es sprachen ehrende Nachrufe Oberrabbiner Weiß, Medizinalrat Dr. W o 1 f, Stadtrat B a r w i t z i u s für die Arbeiterschaft, deren Arzt Dr. Wilder durch 23 Jahre war, und Dr. Tartakower aus Wien. Dr. Wilder besaß das Ehrenzeichen vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration. Er war ein recht- und wahrheitsliebender Mann und aufrechter Jude. Durch sechs Jahre gehörte er auch dem Kultusausschuß an. Der tiefgebeugten Familie wendet sich die allgemeine Teilnahme zu. Straznice. Sonntag, den 24. Juni, fand unter zahlreicher Beteiligung der Eltern und Kultusgemeindemitglieder die Schlußprüfung aus Religion statt. Vorsteher Felix richtete an die Anwesenden einige Begrüßungsworte und nun konnte man mit Freude konstatieren, daß die Schüler und Schülerinnen sämtlicher Volks- und Bürgerschulklassen den mit ihnen durchgenommenen Stoff in vorzüglichster Weise beherrschten. Am Schlüsse nahm wieder Kultusvorsteher Felix das Wort, gab seiner und der Anwesenden Ueberraschung über die erzielten Erfolge beredten Ausdruck und sprach im Namen des Vorstandes Herrn Rabbiner Dr. Rosenstein, der allein ohne Beihilfe den Unterricht in allen Klassen leitet, den besten Dank für seine Tätigkeit aus. Auch die Eltern und Kinder dankten Herrn Rabbiner Dr. Rosenstein herzlichst. *WI nugicnisdies Könioslicht Seit vielen Jahren das anerkannt beste M^-now Man achte auf die ges. gesch. Harke »Hygien. Königslicht' und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon 83-1-87 10 Konkurs. In der israelitischen Kultusgemeinde C e r n a u t i (Czernowitz) gelangen nachstehende Stellen zur Besetzung: 1. Die Stelle eines zweiten Oberkantors für Tempel oder große Synagoge; 2. die Stelle eines C h a s e n und Bai T e f i I u speziell für die große Synagoge; 3. die Stelle eines Tenors und eines Baritons im Tempel-Chor im Gemeinde-Tempel. Bewerber um einen der vorbezeichneten Dienstposten haben ihre volle Eignung und Kenntnisse für diese Funktionen, und zwar: musikalische und gesangliche Ausbildung, womöglich an einem Konservatorium, sympathische und ausreichende Tenor.- oder Baritonstimme, ferner insbesondere umfassendes religiöses* und hebräisches Wissen in den Wochen- und Sabbath-Gebeten wie auch in jenen der hohen und höchsten jüdischen Feiertage, ferner in unserem hebräischen Schrifttum; die Bewerber um einen Kantor-, Chasen- oder. Bal-Tefile-Posten auch die Eignung als Bal-Kore. Alle aber auch noch allgemeine Bildung sowie ihre bisherige Verwendung und Tätigkeit in dem gegenständlichen Berufe nachzuweisen sowie ihre Studien-, Geburts-, Staatsbürgerschafts- und Moralitäts- Zeugnisse beizubringen. Ordnungsmäßig adstruierte Kompetenzgesuche mit den vorstehend bezeichneten Nachweisen sind ehestens und bis längstens 30. Juli d. J. bei der unterzeichneten Kultusgemeinde zu überreichen. Der Kultusgemeinde-Gerent: Dr. Straucher. Czernowitz, 14. Juli 1928.