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Die Wahrheit · 1928-06-22 · Heft 25 (22.6.1928) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 25 (22.6.1928)
Date
1928-06-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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,—«^»ib j m.iin im in in, ......ii - ii ii in -inwiitunitwirg»"! "■*< rr—r—wii-r-mnn—n~f---ni-----•——■ Seite 14 DIE WAHRHEIT Wecke zu IVocke Don Fuchs gestorben. In der ukrainischen Stadt Mohilow wurde im Jahre 1868 Oberkantor Don Fuchs als Sohn gutsituierter und strengreligiöser Eltern geboren. Eine außergewöhnlich erfolgverheißende Zukunft zeigte sich ihm schon in seiner frühesten Jugend Wie so manchem seiner Fachgenossen wurde ihm der Wanderstab zuteil. Nach vielen Irrfahrten, Hoffnungen und Enttäuschungen kam er nach Wien. Da wurde er zunächst als 1. Kantor in Ottakring, später aber als Oberkantor der israelitischen Kultusgemeinde in die Seitenstettengasse berufen. Zu dieser Zeit galt eine derartige Stellung als die beste, die überhaupt zu erreichen war. Die Erinnerung an Sulzer und G o I d s t e i n lebte noch wach im Wiener Judentum. Don Fuchs hatte eine der schönsten Stimmen seiner Zeit, eine Träne lag in seiner Stimme, die sich in eine Perle verwandelte und ihr einen besonderen Reiz verlieh. Er war ein Salonsänger und seine Noblesse zeigte sich auch in seinem kantoralen Vortrag. Don Fuchs begann seine Laufbahn in Wien als Opernsänger, und mußte dieselbe verlassen, als der damalige Hofoperndirektor Gustav Mahl er mit ihm das Engagement nur unter der Bedingung abschließen wollte, daß sich Don Fuchs taufen lasse. Baron Guttmannn war es, der ihn, als er von dem Vorfall hörte, zur Kultusgemeinde als Oberkantor brachte. Er war ein edler Mensch und besaß ein warmes jüdisches Herz, was zur Folge hatte, daß er die Zuflucht der Notleidenden und Hilfesuchenden wurde. Sein großes Einkommen verteilte er und geriet selbst dadurch oft in Schulden und Not Eine bittere Enttäuschung erlebte er im Kriege, als er, der Oberkantor der Wiener israelitischen Kultusgemeände, als gemeiner Soldat einrücken mußte. Und als die Verhältnisse nach dem Kriege sich so verschlechterten und speziell die Lage der Angestellten und Beamten unerträglich wurde, ging Don Fuchs nach Amerika. Stark hergenommen, stimmlich wie auch gesundheitlich, konnte-er leider in Amerika nicht reüssieren; zunächst starb seine Frau, die mit ihm hinübergegangen, aus Gram, und vor kurzem* folgte auch er ihr einsam und verlassen in einem Spital in Philadelphia in den Tod. 20 Jahre diente er hingebungsvoll der Wiener jüdischen Gemeinde. Wie oft stellte er seine Kunst in den Dienst der öffentlichen Wohltätigkeit, geradezu gigantisch war sein Hilfswerk für die geflüchteten und heimatlosen Berufskollegen, die im Kriege so schrecklich zu leiden hatten. Er wurde auch mit dem Goldenen Verdienstkreuz des Roten Kreuzes ausgezeichnet So endete ein vielverheißendes Leben auf tragische Weise. Tausenden und Abertausenden, besonders aber seinen Berufskollegen, wird er unvergessen bleiben. Trauerkundgebung für Rabbiner Dr. S. Funk. Der Vorstand des Rabbinerverbandes in Wien hat in seiner Sitzung vom 12. d. M. eine Trau^rkundtfebung für den verblichenen Rabbiner Dr. S. F u n k veranstaltet. Der Verbandsobmann, Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang hielt ihm einen überaus warmen Nachruf, in dem er den schweren Verlust schilderte, den das Judentum und dlsr Rabbinerverband durch sein Hinscheiden erlitten. Bibelschulprüfung in Floridsdorf. Mittwoch, den 13. Mai fanden die Schlußprüfungen an der Lese-, Bibel- und Fortbildungsschule für Mittelschüler. Knaben und Mädchen, der Floridsdorfer Talmud-Thora-Schule, statt. Es waren folgende Herren erschienen: Kultusvorsteher Salomon We i n i g e r, Obmann der Bezirkskommission und des Bethaus-Vorstandes Gabriel Dukes. Obmannstellvertreter Medizinalrat Dr. Samuel Ruß, Obmann der Talmud-Thora Rechtsanwalt Dr. Max T i c h o, Obmannstellvertreter Simon C z u c z k a, die Mitglieder des Pethausvorstandes und der Talmud-Thora Emil F a n t o, Naft. B r a n d e i s. Samuel Präger, Martin Schober, fast sämtliche Eltern der Kinder und viele Gönner des Vereines. Herr Rabbiner Dr. Rosenmann begrüßte die Erschienenen und eröffnete als Examinator die Prüfung. Die Kinder aller Gruppen, Volks-, Bürger- und Mittelschüler. Knaben und Mädchen, beantworteten vorzüglich und präzis alle an sie gerichteten Fragen aus dem Gebetbuch und Pentateuch. Herzerhebend war es zu hören, wie die Volksschüler der unteren Klassen das „Benschen" auswendig zum Vortrage brachten; die Mittelschüler taten sich besonders in „P i r k e - A b o t h" hervor und sind Schüler des Herrn Rabbiners. Zum Schlüsse hob Herr Rabbiner Dr. Rosenmann in einer herzlichen Ansprache an die Erschienenen besonders hervor, daß die Floridsdorfer Talmud-Thora wieder zur neuen Blüte gelangt, gleichwie in der Vorkriegszeit, da über 60 Kinder an der Prüfung teilnehmen konnten. Herr Dr. Max Ticho, Obmann der Talmud-Thora. dankte zunächst Herrn Rabbiner für seine besondere Mühewaltung und uneigennützige Lehrtätigkeit an die Mittelschüler, ferner für die Leitung des Unterrichtes überhaupt, den Lehrern I. Eibenschütz und W. Steiner für ihre aufopfernde Leistungen und spornte die Kinder an, auch im nächsten Schuljahre die Anstalt fleißig zu besuchen. Sämtliche Kinder wurden, gemäß ihrer Reife, mit wertvollen Bücher- Prämien beteilt. Zwei arme Kinder, F'requentantinnen der Anstalt, erhielten auch von der Stiftung „Artur Rosenmann seligen Angedenkens" namhafte Geldbeträge. Der Prüfung schloß sich unmittelbar der Abendgottesdienst an, dem sämtliche Besucher beiwohnten. E. Prüfung. Am 17. d. M. fand die Prüfung der Schüler und Schülerinnen der Talmud-Thora-Schule IL. Pazmanitengasse 6, statt In Abwesenheit des verreisten Obmannes der Talmud- Thora-Sektion Redakteur L. Hirschfeld, begrüßte Dr. S. Beer Herrn Inspektor L. Wiesner, der in Vertretung des Vorstandes der Kultusgemeinde erschienen war, den Vorstand des Tempelvereines „Aeschel Awrohom", insbesondere Obmann 0. Schrämek, wie auch die anwesenden Eltern der Kinder und gedachte hernach mit ergreifenden Worten des verstorbenen Leiters der Schule, Rabbiner Dr. S. Funk, welcher, mit inniger Liebe an der Schule hängend, dieselbe auf ihre derzeitige Höhe brachte. Hierauf wurde die Prüfung sämtlicher sechs Abteilungen vorgenommen, welche eine besonders zufriedenstellende Leistung aufweisen konnte. Zum Schlüsse zollte Inspektor L. Wiesner, sowohl den Lehrern Dr. Baum garten und Rudski, wie auch den Zöglingen Dank und Anerkennung und wies mit Befriedigung auf den Vehrerfolg hin. nggicnisoies NönUfslicM Seit vielen Jahren das anerkannt beste M^TTDW Man achte auf die ges. gesch. Marke .Hyglen. Königslicht« und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV-, Braunhirschengasse 3 Telephon 83-1-87

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