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Die Wahrheit · 1928-06-08 · Heft 23 (8.6.1928) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 23 (8.6.1928)
Date
1928-06-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 DIE WAHRHEIT Probevortras. Freitag, den 1. Juni, und Samstag, den 2. Juni, hielt Herr Oberkantor Salomon Einhorn von der Storchenschul im Floridsdorfer Gemeindetempel Probevorträge und fand infolge seiner schönen lyrischen Tenorstimme, wie auch infolge seiner hohen musikalischen Begabung großen Beifall bei den zahlreichen Tempelbesuchern. Ein seltenes Jubiläum. Vor kurzem waren 35 Jahre verflossen, seitdem Dr. Max Schönfeld vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde zum Mohel bestellt wurde. Dr. Schönfeld war der erste praktische Arzt, der speziell chirurgisch gründlich ausgebildet, sich diesem für das Judentum so eminent wichtigen Berufe gewidmet hat. In etwa 15.000 Fällen hat er interveniert bis zum Ausbruch des Weltkrieges durchschnittlich bei 120 unbemittelten Familien. Zirka 500 Proselyten wurden durch ihn ins Judentum aufgenommen, darunter ein 65jähriger. Durch seine Umsicht, ganz besonders aber durch sein persönliches Auftreten gelang es ihm, Eltern, deren Kinder unter dem Einfluß von Zeitströmung oder anderer Gegnerschaft dieser heiligen Institution der Circumcision nicht unterzogen worden waren, die ihn aber in befreundeten Familien seines Amtes walten sahen, dazu zu bestimmen, nachträglich ihre jüdische Elternpflicht diesen Kindern gegenüber zu erfüllen. Der Agitation gewisser getaufter medizinischer Kapazitäten gegen die Beschneidung ist Dr. Schönfeld oft mit praktischem Erfolg entgegengetreten. Daß er seit 1894 auch als Inspektionsarzt — bis 1918 im Ehrenamte — tätig ist, sei gleichfalls erwähnt. Wir wünschen ihm noch lange Jahre der Betätigung auf beiden Gebieten. Von der Maarath Hamachpelah. Vor kurzem ging die Nachricht durch die Presse, daß den Juden der Besuch der Gräber in der sogenannten „Maarath Hamachpelah" gestattet wurde. Im Verlaufe der bewegten Geschiente der Juden Erez Israels waren die Bestimmungen hierüber sehr verschieden. Bekanntlich erbauten die Kreuzzügler im Jahre 1167—1187 eine Kirche über die Grabstätten der Höhle. Benjamin von Tudela (um 1173) erzählt in seinem Reisebuche ausführlich von der Höhle. Als nachher die Moslemen Palästina zurückeroberten, gestatteten sie den Juden das Betreten der Höhle. Und zwar stellten sie ihnen die Wahl, die Höhle durch einen der zwei Eingänge, das Abrahams- und das Jaakobstor, bis zur siebenten Treppe zu betreten. Die Juden wählten das Abrahamstor, weil sich dort ein Raum bot, der ihnen das Beten mit dem Gesichte gegen den Tempelberg gestattete. So blieb es bis zur Jetztzeit. Auch da war der Besuch der Höhle oft mit Schmähungen und Beschimpfungen verbunden. Moses Montefiore hat in Konstantinopel die Erlaubnis zum Besuche1 der Höhle erhalten. Aber die schlauen Moslims sagten: Ja, die Erlaubnis spricht vom Hineingehen, jedoch nicht vom Hinausgehen. Tue wie du willst. Die Moslems warfen sich nieder auf die Treppen und riefen: Nur über unseren Leib wirst du die Höhle betreten. En-,verzichtete auf die Geltendmachung seines Rechtes. Auf dresen Erfolg gestützt, wollten sie im Jahre 1874 dem Preußischen Thronfolger Friedrich Wilhelm das Betreten der Höhle verweigern. Aber die türkischen Behörden schritten dagegen energisch ein. Der ihn begleitende Pascha ohrfeigte den Scheich an Ort und Stelle. Der erste Jude, der die Höhle betrat, war Josef Krieger, Sekretär des Rauf Pascha in Jerusalem. Der englische Thronfolger Georg, derzeitiger König von England, besuchte die Höhle in Begleitung des Pascha, den wieder sein jüdischer Sekretär begleitete. Vor dem Kriege besuchte auch Henry Morgentau, damals Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstantinopel, die Höhle. Vor einigen Monaten begann man davon zu reden, daß die Moslems sich entschließen werden, das Betreten der Höhle für Juden freizugeben. Anfangs wollte man daran nicht glauben. Nun stellt sich die Richtigkeit der Nachricht heraus. Gegen ein Entree von 3 Shilling englische Währung ist es jedem Juden gestattet, die Höhle zu betreten. Die jüdische Intelligenz in Chebron hat mit ihren Vorstellungen viel beigetragen zur Erteilung der Erlaubnis. Mädchenkonfirmation im Ottakringer Gemeindetempel. Sonntag, den 3. Juni, fand die feierliche Konfirmation der Mädchen, statt. Unter Harmoniumklängen hielten die jungen Mädchen in das festlich beleuchtete und in allen Räumen dicht gefüllte Gotteshaus ihren Einzüg. Die Konfirmation nahm Herr Rabbiner Dr. Bach vor und sprach in geistvoller, warmer Rede über die Zukunft unserer weiblichen Jugend. Der gesangliche Teil wurde von Herrn Oberkantor Kogan und dem Tempelchore unter Leitung des Chordirigenten Herrn Perl in erhebender Weise ausgeführt und nahm die schöne Feier einen sehr würdigen Verlauf. /WWW,WWWWWfl Gartendauunterneßmung" 13- Tttragfjigasse Tlr. 55 Zel. Itr. 89-S-90 udernimmt Zempetaitssdfmücäütig, "Balkon und Timanlagen, { Umgestaltungen, 'Renovierungen, Tfiege von Gärten, y "Bark- und Sportanlagen, Gräderaussdjmüc&ung SaßfatQ und feiertags Ttrteitsrufjel Tirma nimmt ßeQrlinge auf! IfJ'JVffJ'J'fJJ'J'J'J'JJ'fffJ'fJfJfJ.9?* DQgicnisdies Kftnigslichf Seit vielen Jahren das anerkannt beste M^TttttM Man achte auf die ges. gesch. Marke ,Hygien. Königslicht* und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon 83-1-87

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