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Die Wahrheit · 1928-04-27 · Heft 17 (27.4.1928) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 17 (27.4.1928)
Date
1928-04-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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iimnniini] llrai» Seite 3 nommen werden können, ein Mann von bombastischen Worten, in welchen keine Wahrheit ist. Sie kritisieren in diesem Artikel, daß ich ein Interview mit Henry Ford veröffentlichte und in dem einleitenden Absatz folgendes behauptet hätte: „Seine bedingungslose Rückziehung und seine Entschuldigung vorigen Juli überzeugten mich, daß seine Gutmütigkeit und arglose Aufrichtigkeit von Personen ausgenützt worden war, welche ihm die Dinge falsch angaben und ihn so vor der Welt in einem falschen Lichte darstellten." Ich habe während der letzten 20 Jahre viele berühmte Persönlichkeiten aller Soften interviewt. Christen und Juden, Männer, mit deren Ansichten ich einverstanden und nicht einverstanden war. Ich stellte oft die Ansichten derer dar, welche ich lobte, und anderer, welche ich kritisierte. Wann immer ich meine eigenen Ansichten ausdrücken wollte, tat ich dies in offener Weise und nicht durch Interviews mit anderen. Wann immer ich die Ansichten eines anderen wiedergab, gab ich sie immer korrekt und wahrheitsgetreu wieder. So z. B. interviewte ich Mitglieder der Regierung des Zaren und stellte ihre Ansichten wahrheitsgetreu dar, als ich die Regierung des Zaren in den amerikanischen Zeitungen angriff. Ich habe Sowjetgesandte interviewt und ihre Ansichten korrekt wiedergegeben, als ich das Sowjetregime kritisierte und als die Sowjetregierung mir die Einreise nach Rußland verweigerte. Ich habe Antisemiten interviewt und ihre Ansichten korrekt wiedergegeben, als ich eben diese Antisemiten angriff. Ich sprach mit Ihnen mehrere Male in vergangenen Jahren, ich habe jedoch niemals ein Interview mit Ihnen veröffentlicht, da mir das, was Sie sagten, niemals imponierte. In der Tat, ich sah schon damals, daß Ihre Bemerkungen bloß leere Phrasen waren. In Ihrem Artikel sagen Sie über mich: „Das Friedensschiff hatte Ford im Dezember 1915 nach Norwegen geführt und er hatte es dort verlassen, inmitten einer Brandung von höllischem Gelächter. Ford war sofort nach Amerika zurückgefahren, weil ihm berichtet war, daß die Kriegspartei wachse und daß große Liefe- ' rungsaufträge für die Ententestaaten vergeben werden. Niemand hat Ford wegen dieser Fahrt und Flucht ins Geschäft so scharf angegangen wie Herman Bernstein. Das hat er aber vergessen. Erst 1920 hat er seine Meinung geändert. Das war offenbar, als Henry Ford im „Internationalen Juden" auch Herman Bernstein als einen Verbrecher an Krieg und Frieden vorstellte . . ." Dies ist eine ausgesprochene Unwahrheit! Ich griff Henry Ford nie früher an, bevor die .JDearborn Independent" das jüdische Volk angriff. Papst. Dieser verurteilte beide Wettenden, jeden zu 2000 Skudi Buße, „weil es einem Untertanen nicht frei steht, mit seinem Leben nach eigenem Gutdünken zu walten". Das Gegenteil dessen bringt Shakespeare auf die Bühne, den Kassenerfolgen seines Theaters zuliebe. Sie dient den Theatern bis heutigen Tages zum selben Zwecke, und wird noch weiter zur Verhetzung der Bevölkerung beitragen, bis nicht gelehrte Gesellschaften gegen die Aufführung dieses Stückes Einsprache erheBen, da es der Wahrheit der Begebenheit widerspricht, und die Rolle des humanen mosaischen Gesetzes, dem wir unsere heutige Kultur verdanken, mit derjenigen des brutalen, unhumanen, römischen verwechselt. Torturen sind der Mosaischen Gesetzgebung ganz unbekannt, auch nicht dem babylonischen, assyrischen und c h i tt i s c h e m Recht. 25 Jahrhunderte nach Moses, wurde in Europa, im Jahre 1253, die Tortur zur Erpressung von Geständnissen durch die Inquisition erfunden. Man band demjenigen, den man befragen wölke, einen schwerem Stein an ide Füße, zog dien Mann mittels Seil und Rolle hinauf, ließ ihn plötzlich fallen, bis ihm die Schwere des Steines sämtliche Gelenke ausrenkte. Er gestand was man wollte, damit man die Prozedur nicht wiederhole. Daumenschrauben und andere Marterwerkzeuge wurden erfunden, die man heute noch als Zeugen europäischer Barbarei in den Folterkammern der geistlichen und zivilen Gerichte des Mittelalters sehen kann. Noch vor 200 Jahren gab es gerichtliche Torturen, bis sie ein Jude R. Joseph von Sonnenfiels, der, obwohl getauft, als Hofrat und Professor der politischen Wissenschaften an der Dann sagen Sie: „Noch erstaunlicher aber ist, daß auch Bernstein den Fordschen Antisemitismus als Ausfluß einer mißbrauchten Gutherzigkeit und Naivität schildert. Nichts ist unwahrer. Ford hat seine Artikel und sein Buch mit seinem Namen versehen und er ist nicht der Entstellung von Tatsachen zum Opfer gefallen, sondern hat selbst Tatsachen erfunden und dann als strikte Wahrheiten behandelt. Er ist aber nicht bei der bloßen literarischen Kritik geblieben, sondern hat den deutschen und magyarischen Mördern Geld gegeben." Ich bezweifle, daß Sie in der Lage sind, Ihre Behauptungen zu beweisen. Ich hatte solche Behauptungen schon früher gehört und sie in Europa zu untersuchen versucht, wobei ich besondere Reisen auf eigene Kosten ins Ausland unternahm. Ich konnte jedoch keine sicheren, positiven und schwerwiegenden Beweise für die Behauptungen bezüglich Fords direkte Beziehungen zu den Antisemiten in Deutschland und Ungarn erlangen. Ich hatte meine Verdachtsmomente, ich basierte jedoch niemals meine Attacken auf bloße Vermutungen. In seinem an mich gerichteten Brief machte Henry Ford die folgende Erklärung, welche in weiterem Maße veröffentlicht wurde: „Ihr Rechtsanwalt teilt mir mit. daß Artikel der „Dearborn Independent" in viele Sprachen übersetzt und in vielen Ländern in Form eines Buches unter dem Titel „The international Jew" veröffentlicht wurden. Weder ich, noch, so viel ich weiß, die ..Dearborn Independent" haben mit diesen Uebersetzungen etwas zu tun, sei es in der Form von Veröffentlichungen oder Verbreitung, und ich bin nicht nur bereit, sondern es ist mir auch viel daran gelegen, daß unter meiner Mitwirkung diese Bücher zurückgezogen und vernichtet werden." Wenn Sie Tatsachen, welche das Gegenteil beweisen, zur Verfügung haben, warum haben Sie sie nicht veröffentlicht oder warum haben Sie nicht Ihre Information während der ganzen Jahre, wo die „Dearborn Independent" die Juden angriff, verantwortungsvollen amerikanischen Juden unterbreitet? Wenn Sie ein Gefühl für Verantwortlichkeit oder allgemeine Vernunft hätten, und wenn Sie ehrlich genug wären, zu versuchen, die Tatsachen festzustellen, anstatt sich auf Ihre eigene, ziellose und gewagte Phrasenmacherei zu verlassen, hätten Sie eingesehen, daß Henry Fords Rückzug einen der tödlichsten Schläge für die Antisemiten allerorts bedeutet. Aber anscheinend ziehen Sie es vor. in die Hände der Antisemiten zu spielen, bloß um Ihre eigene Person mit Ihrer unwahren und unvernünftigen Prahlerei zufrieden zu stellen. Um Ihrer stupiden Attacke auf meine Person die Krone aufzusetzen, fügen Sie noch eine Unwahrheit hinzu, indem Sie sagen, daß mein Interview mit Ford in „Judenblät- Wiener Uniyersität doch Träger des Mosaischen Humanitätsgedankens, die Tortur im Jahre 1775 abschaffte. Ebenso Träger des mosaischen Humartitätsgedankens, hat der jüdische Admiral P. Levy die Prügelstrafe bei der amerikanischen Marine im Jahre 1860 abgeschafft. Ebenso grausam wie die Tortur war das sogenannte Gottesgericht dem Mosaischen Gesetze völlig unbekannt, ebenso den unter Hebräern wohnenden C h i 11 i m. Es war in der babylonischen und assyrischen Gerichtspraxis angewandt, wenn sich der Richter anders nich zu helfen wußte, oder wenn man einen Mißliebigen aus der Welt schaffen wollte, angewendet. Der Angeklagte wurde ins Feuer oder ins Wasser geworfen, und — wenn er unschuldig war, so hat ihm Gott herausgeholfen. Der Rückfall in die Vor-Mosaische Kultur, in den babylonischen und assyrischen Barbarismus, hat Europa in der finsteren Nacht des Mittelalters miterlebt, allwo die Grausamkeit des sogenannten „Gottes-Gerichtes" als gerichtliches Beweismittel angewendet wurde. Ebenso langsam ging der Schälungsprozeß vom Barbarismus zur Kultur in bezug at^die Gesetze wegen Totschlag und Mord vor sich. Nach babylonischem Recht wird der Totschlag des eigenen Sklaven nicht bestraft. Ebenso nach assyrischem und nach c h i 11 i s c h e m Recht. (Fortsetzung folgt.)

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