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Die Wahrheit · 1928-04-04 · Heft 14-15 (4.4.1928) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 14-15 (4.4.1928)
Date
1928-04-04
Page
– (sequence 19)
Language
German
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DIE WAHRHEIT 1 'kund und Literatur Ein christliches Blatt über ein jüdisches Predigtenwerk. Eimen wundervollen Beweis von Verständnis und Hochachtung gegenüber dem Judentum und seinen Trägern lieferte in Form einer Buchbesprechung die streng christliche Trierer-Landeszeitung. Diese hochangesehene Tageszeitung hat aus der Feder eines Paters folgende Rezension des jüngst erschienenen Buches „Homiletische Weckrufe an die zeitgenössische Judenheit" von Oberrabbiner Dr. Altmann, Trier, veröffentlicht. — Die gleiche Besprechung findet sich auch in der ebenfalls christlichen Kölner Monatsschrift „Volkswart", die von der Gesellschaft zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit herausgegeben ward: „Es ist ein schöner Band von 315 Seiten, der religiöse Vorträge enthält, die die tiefen Fragen von der Lehre und dem Leben der Juden beleuchten. Der Verfasser steht auf dem Boden jüdischer Strenggläubigkeit und spricht in diesem Sirine zu seinen Glaubensgenossen. Das Buch ist eine Leistung, nicht die erste des fleißigen Mannes, der auch als Rabbiner Im Kriege war. Anordnung und Sprache ist gut, angenehmes reines Deutsch und die Stoffe sehr anziehend bearbeitet. Schlage das*« Buch auf, wo du willst, es fesselt die Aufmerksamkeit, wenn man Verständnis für den Inhalt mitbringt. Was ich dem Verfasser hoch anrechne, das ist der religiöse Freimut, womit er nicht zurückhält mit der Wahrheit, auch wenn sie unbequem ist Wie uns kein verwaschenes Christentum befriedigt, so den Rabbiner kein charakterloses Judentum. Wenn Dr. Altmann das Ideal des jüdischen Lebens hier schildert, so ist es bekannt, daß er selbst diesem Ideal auch nachlebt. Und gerade. das ist es. wozu wir ihm Glück .wünschen. Was er als Meister hier lehrt, hat er als Mann schon geübt" J. R. Bloch, Simmler & Co., übersetzt von P. Amann, Rotapfelverlag, Zürich. Man hat dieses Buch, aus dem wir einen kurzen Auszug „Die Königin Simler" unter „Jüdische Frauenideale" in der „Wahrheit" gebracht, mit Recht die jüdischen Büdenbrooks genannt: Und Romain Rolland spendet in dem „Vorklang" des Buches dem Autor der Anerkennung nicht zu viel. Ganz meisterhaft ist hier Aufstieg und Niedergang einer jüdischen Familie geschildert, die, von echtem, opferwilligem Patriotismus bestimmt, 1870 eine geachtete Existenz im Elsaß aufgibt, um sich im Westen Frankreichs eine neue zu gründen. Wie besonders der alte Simler mit seiner eisernen Energie, seiner unbeugsamen, unanfechtbaren Redlichkeit und vor allem . seinem tief frommen Sinn und kernigen Judentum die Achtung seiner antisemitischen, schelsüchtigen und naserümpfenden Umgebung erzwingt, wie er in gut jüdischer Selbstverständlichkeit in Werken der Menschenliebe den Ehrgeiz bekundet, den anderen es zuvor zu tun, das allein schon macht das Buch lesens- und liebenswert. Wie würdig steht ihm sein Weib zur Seite! Und wie mäohtig und siegreich weist der jüdische Familiensinn jedes Eindringen fremder Elemente ab! Wenn irgendwo von echtem Adel ge<- sprochen worden darf, diese Juden besitzen ihn. Und wohl uns, daß sie einen Typus darstellen und keine Ausnahme! - Dr. G. Die Juden in Prag.' Festgabe der Loge Praga (U. O. B. B.) zum Gedenktage/ ihres 25jährigen Bestandes, Prag 1927, Selbstverlag. Diese würdige, durch Bilde-rbeigaben bereicherte Gabe ist als vierter größerer Versuch freudig zu begrüßen, für eine wissenschaftliche Geschichte eines der ältesten und wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in der Diaspora Grundlagen zu schaffen. Mit meisterhafter Gründlichkeit behandelt Prof. Steinberg „die Einwanderung der Juden in Böhmen". Er gelangt zu der Annahme, daß die älteste jüdische Ansiedlung in Prag von Juden aus Deutschland und aus Ungarn, bzw. dem byzantinischen Reiche begründet wurde und schließt mit der Feststellung, daß die wirtschaftliche Lage der Juden in Prag am Ausgange, des 11. Jahrhunderts, dem Schlußpunkt seiner Untersuchung, "als günstig zu bezeichnen ist. Dem Niveau dieser Arbeit entsprechen auch die . anderen. B1 a s c h k a behandelt „Die jüdische Gemeinde zu Ausgang des Mittelalters", Lieben „Den hebräischen Buchdruck in Prag im 16. Jahrhundert", Spieg-el „Die Präger Juden zur Zeit des 30jährigen Kriegs", Bergl „Die Ausweisung der Juden aus Prag 1744", gegen die übrigens auch der Hamburger Senat in einer Eingabe an Maria Theresia Stellung genommen hat Wir können zu dieser schönen Leistung die Jubilarin sowie Prof. Steinberg, unter dessen Leitung dieses Werk gestellt war, aufrichtig beglückwünschen, Dr. G. 1H^^ Seite 19 Vm1&&*zuWb£* Internationale jüdische Presseschau. Die jüdische Sonderausstellung der Internationalen Presseschau in Köln hat in ihren Ehrenausschuß au sO esterreich den Präsidenten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde Generaloberstabsarzt Professor Dr. A. Pick und den Vizepräsidenten Dr. J. Löwenherz sowie den Rabbiner Dr. M. G r u n w a l d berufen. Linz. Der Bundespräsident iiait dem Präsidenten der israelitischen Kultusgemeimde in Linz, Herrn Benedikt Schwager, das silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik verliehen. Herr Benedikt Schwager, der seät dem Jahre 1907 der Kulltusgemeiindte Linz vorsteht, erfreut sich allgemeiner Sympathie, und hat die Nachricht über dile wohlverdiente Auszeichnung bei aMen denen, die Herrn Präsidenten Schwager kennen, große Befriedigung ausgelöst. 60. Geburtstag. Der verdienstvolle Obmann des Leopoldstädter Krankenunitorstützungsvereines „N ä c h s t e u- 1 i e b e", Herr Direktor Adolf Reich, feierte vor kurzem seinen 60. Geburt s t a g und war aus. diesem freudigen Anlasse Gegenstand herzlicher Gratulationen. Samstag, den 31. März, fand zu seinen Ehren im Restaurant Tonello ein von sefnen Vorstandskollegen veranstaltetes Bankett statt Der Verein „Nächstenliebe" hat in Herrn Direktor Adolf Reich einen Obmann, der ganz selbstlos mit Hingebung und rastlosem Eifer die Aufgaben des Vereines fördert und Ihm zu schönen Erfolgen verholfen hat. Der Dankbarkeit für diese wahrhaft rühmenswerte Tätigkeit und dem Wunsche, sie ebenso fortgesetzt zu stehen, gaben sämtliche Redner in warmempfundenen Worten Ausdruck. Der Vorstand überraschte den Jubilar mit einer künstlerisch ausgeführten Adresse. Prater Bethausverein „Tefilath Jeschurun". Unter Vorsitz des Obmannes Herrn Heinrich Edelstein fand vor kurzem die 13. ordentliche Generalversammlung obigen Vereines unter lebhafter Teilnahme der Mitglieder statt. Der Vorsitzende hieß unter anderem den Vertreter der Kultusgemieiinde, Herrn Edmund Hof mann, willkommen, gedachte des Todes des Herrn Oberrabbimer Prof. Dr. H. P. C h a j e s und widmete dem dahingegangenen, verdienstvollen Ehrenpräsidenten Herrn Bernhard Mayer, der dem Verein unschätzbare Dienste leistete, sowie den im Lauie des Jahres verstorbenen Mitgliedern Worte des Gedenkens. Aus dem vom Schriftführer Herrn Leopold A11 h o 1 z erstatteten Tätigkeitsberichte war zu entnehmen, dJaß angesfchts der ungünsitligen wirtschaftlichen Verhältnissie die finanziellen Schwierigkeiten nur mit Mühe überwunden werden konnten. Er schloß mit dem Danke an alle, die durch Spenden und Beiträge den Vorstand unterstützt haben, und zollte dem Obtnarme und den Herren vom Vorstande und TempelbaukomStee, an dessen Spitze der überaus rührige Obmann Harr Salo Natovicz steht, für ihre Tätigkeit Worte der Anerkennung. Der vom Kassier Herrn Simon Apfelschnitt zur Kenntnis gebrachte Kassebericht besagte, daß die Einnahmen im Jahre 1927 S 18,839.53, die Ausgaben S 18,283.72 betrugen. Der Tätigkeits- und Kassabericht sowie der Bericht der Revisoren wurden genehmigend zur Kenntnis genommen ------------------------------------------------^ Statt Karten. j Die am Sdiabbos, den 14$ April 1928 rfParschas Schemini) in der Synagoge zu Trier stattfindende BAR M1ZWO-FE1ER ihres jüngsten {Sohnes WILLI { beehren^ßidi anzuzeigen I OBERRABBINER Dr A. ALTMANN und FRAU Trier, Zuckecbexg. 16. i

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