Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 13 (30.3.1928)
- Date
- 1928-03-30
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 12 liliiiiiliiiiiiiiiixiiiiiiiiiiiuiiiiii".....iiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Veit Wecke zu IDoehe TütnH und Literatur Moses von Uriel Birnbaum, München, bei Georg Müller, 1928. liier unternimmt ein wahrer Dichter in von Geist und Seele durchzitterter Prosa von hoher sprachlicher Vollendung das Lebensbild des Mannes zu entwerfen, den er am Schlüsse seiner Schilderung: Gottes getreusten Knecht und gewaltigsten Propheten — den größten Menschen nennt, der je gelebt. Die Beschreibung dieses Heldenlebens lehnt sich stellenweise wörtlich an das Wort der Bibel an, was sie besonders für die Jugend höchst wertvoll erscheinen läßt. Bei der tiefen Religiosität, die der Verfasser auch in seinen poetischen Werken, selbst in Liebesliedern kundgibt, darf man sich nicht wundern, daß er in seiner Bibelkritik und Exegese den strengsten orthodoxen Standpunkt einnimmt, daher alles Wunderbare, was von seinem Helden erzählt wird auch als Wunder hinstellt, das sich so einzigartig ereignet hat. Und merkwürdig, beim Lesen seines Dithyrambus, der das Menschliche an Moses nie verschleiert, sondern unterstreicht, vermag des Autoys Glaube den Leser mitzureißen und fast die Kritik zu entwaffnen. Ganz meisterhaft die Klarheit, mit welcher der himmelweite Abstand von Mosis Geistes- und Verstandesschärfe zur Unfähigkeit seines Volkes ihn zu begreifen geschildert wird. Das machte doch die Aufgabe, es zu Trägern der Gotteserkenntnis zu machen, so unendlich schwierig! Richtig betont wird der Unterschied der mosaischen Vorschriften und Sittengesetze von allen anderen nur auf Nützlichkeitserwägungen beruhenden Gesetzen des Altertums. Ebenso der zwischen der Babylonischen und der Biblischen Schöpfungsgeschichte, da nur in der letzteren Mosis Gott durch die Ihm innewohnende Allmacht als wahrhaftiger Schöpfer erscheint. In logischer Konsequenz seiner Strenggläubigkeit ist dem Autor ganz selbstverständlich der so höchste Lebensweisheit atmende 90. Psalm in Mosis letzten Stunden oder doch Tagen entstanden, den er, wie alle Aussprüche des „Mannes Gottes'" in meisterhafter Uebersetzung wiedergibt. Uriel Birnbaum schließt seine Nachdarstellung des Lebens dieses Großen, der nach ihm eine schonungslose Selbstdarstellung desselben in der Bibel geliefert hat, mit der Feststellung seines grandiosen Erfolges für den Europäischen und Asiatischen Kulturbereich, der von Ihm mit Sittlichkeit erfüllt ward und einer leider fast gerechtfertigten Konstatierung eines gegenwärtigen Rückschlages mit den traurigen Worten: „Heute zum ersten Male scheint es nicht nur, als stocke die Eroberung der Welt für Gott — nein, als sei sie zu Ende — ja, als sei es zu Ende, ganz und gar zu Ende mit Mosis Werk! Allein, das ist Ihm natürlich unmöglich, weil, was von Ewigkeit ist, nicht in der Zeit enden kann/* Ein lesenswertes, ein gutes, jüdisches Buch! Dem Anschein nach ist es als Auftakt einer Reihe von Schilderungen religiöser Gestalten und Strömungen gedacht, die der Verfasser unter dem Titel „Religio" zu veröffentlichen vor hat. Man darf mit Recht auf die Folgenden gespannt sein. Die Ausstattung ist modern und geschmackvoll. Med.-Rat Dr. H. H a a s e. W^bdJlbciumdmfii^k WaJit/teit! Budapest. Herrenhausmitfflied Oberrabbiner Koppel R e i c h, der geistige Führer der-ungarischen gesetzestreuen Juden, feierte dieser ' Tage seinen neunzigsten, Oberrabbiner Dr. Simon H ev e s i, das populäre Oberhaupt der Pester israelitischen Religionsgemeinde, seinen sechzigsten Geburtstag. Obwohl die beiden Jubilare sich jede Feier verbeten hatten, waren sie dennoch Gegenstand mannigfacher Ehrungen ihrer zahlreichen Freunde und Anhänger. Einweihung einer Büste Paul Nathans. Am 15. März, an dem sich der Todestag Paul Nathans zum erstenmal jährte, fand in den Räumen der K u n s t s a m m 1 utt g der Berliner Gemeinde in der Oranienburger Straße die Einweihung einer Büste Paul Nathans statt. Eine ausgezeichnete Schöpfung aes Münchner jüdischen Bildhauers Arnold Zadikow. ist sie von einem süddeutschen Mäzen und Freunde Faul Nathans der Gemeinde geschenkt. Professor Schaefer für den Hi'lfsverein der Deutschen Jucken und Dr. Bruno Weil für den Centraiverein zeichneten in warmen Worten das Wesen des seltenen Menschenfreundes und Kulturmenschen. Für die Gesellschaft „Ort" widmete Dr. S i n g a- 1 o w s k i dem Verewigten Worte des Dankes für die Liebe, die er in seinem Leben dem russischen Judentum bezeugt hat. Paul Nathan sah die Entwicklung voraus. Er empfand, daß das Schicksal dar russischen .Juden nur in Rußland selbst zu entscheiden ist. Namens des Vorstandes der Berliner Gemeinde nahm Dr. San dler das Kunstwerk in die Obhut der Gemeinde, an die besondere Förderung erinnernd, die Dr. Nathan, inmitten seiner vielen anderen Obliegenheiten, auch der wichtigen und wertvollen Kunstsammlung gewidmet hat, in deren Mitte jetzt sein Bild aufbewahrt bleibt. Herr Sigmund Kornmehl, Inhaber der bekannten Fleischhauerei Kornmehl, IX., Berggasse 19, handelsgerichtlich beeideter Sachverständiger, wurde vom Handelsminister neuerlich zum Beisitzer beim Gewerbegericht ernannt. „Einheit". Wie alljährlich, wird auch heuer in der „E i nh e i t", Verein zur Errichtung und Erhaltung von Volksspeisehallen und Mittelstandsküchen, Wien IL, Malzgasse 12, während ganz Pessach sowohl Mittag als auch Abend gutes und billiges Essen verabreicht. Auch wird in allen Abteilungen an beiden Sederabenden au allen Tischen in gewohnter Weise Seder gegeben. Drosche. Samstag, den 31. März 1928 (Schabbos hagodaul), hält der Oberrabbiner des Synagogenvereines „Beth Israel", Mayersohn, um 4 Uhr nachmittags einen talmudischen Vortrag in der Synagoge, IL, Leopoldsgasse 29. „Jüdische Gemeinschaft Klal Israel". Vor kurzem wurde in Wien unter obigem Titel ein Verein gegründet, der den Zweck hat, den Verfassern von talmudisch traditionellen Werken zur Herausgabe derselben zu verhelfen, da diese die Mittel nicht mehr wie früher selbst aufbringen können. Zur Prüfung der einlangenden Werke wurde ein Kollegium ge- |iiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnii!UiinniuiiiiiiinniiiiiiiiiiH g Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von § H 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in a g Fuhren und Waggons ü I * j JULIUS HABER I | Kohlen- und KoksgroBhandlung § =s B § Für Tempel- und Wohlfahrtsvereine Ausnahmspreise E § Nordbahnrutschen Wien IL, Taborstraße 9 S I 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Fernsprecher Nr. R 41-0-22 § iiiuiiiiuiinuiiiuiiüiiuuiiiiM™ FLEISCH HAU EREIW SIEGMUND KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE ■ XVIII., WAHRINGERSTRASSE NR. 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilung für Koscherfleisch IX., Birggasst IS und XVIII., BäfiringerstraBe 97 unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen