Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 12 (23.3.1928)
- Date
- 1928-03-23
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3062972-3064248-3064260--16154-3088888- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite l4 iMiiiiiMiiHniiiiiiiuiiuiiHHUiiMiiiiiiiiiiiim ideale Aufgabe erfüllen, damit ein Strahl der So.ine in die Herzen der armen, hilflosen Alten eindringe! Und nun folgte unter Leitung des trefflichen Conferenciers, Herrn Hans Weiser und des artistischen Leiters, Herrn Heinrich Steine r, eine Anzahl gediegener Vorträge. Es wirkten mit Frau Opernsängerin Steffi Z i e g I e r, Herr Opernsänger Walter R i e s s, das reizende Fräulein Herma Wilfried, die Pianistin Fräulein Hilde Adler und die Humoristin Brüder Koblitz, sowie Herr Oberkantor R. Landerer, der mit herrlicher Stimme und großer Meisterschaft jüdische Lieder zum Vortrage brachte. Frau Prof. Funk-Freund sorgte in liebenswürdiger Weise für die Begleitung der Gesangsvorträge. Dann spielte die ausgezeichnete Kapelle Heinrich Seele zum Tanze auf. Dem Festredner Herrn Rabbiner Prof. Dr. J. M. Bach, allen Gönnern des Verebtes und allen Mitwirkenden sei an dieser Stelle der beste Dank ausgesprochen. Möge dieses Bestandsfest dem „Greisenschutz1' neue Freunde zuführen und möge dieser ungemein charitative Verein reiche Förderung erfahren, damit er imstande sei, seinen alten Schützlingen etwas Freude in die Düsterheit des Lebens zu bringen. Todesfall. Am 12. d. M. verschied Herr Josef Singer, Vorsteher des Tempelvereines „Aeschel Awrohom" im 72. Lebensjahre. Bescheiden und liebenswürdig als Mensch, hat er sich die Hochachtung und Verehrung weiter Kreise erworben und kam diese Verehrung auch bei seinem Leichenbegängnisse zum Ausdruck. Schon die Einholung der Leiche am Dienstag nachmittags fand unter außerordentlich starker Teilnahme vom Trauerhause Darwingasse 4. statt, und bewegte sich der imposante Zug als Zeichen besonderer Ehrung für den Verblichenen über die #1einestraße nach der hellbeleuchteten Synagoge in der Pazmanitengasse, wo Herr Oberkantor J.' M ü 1- I e r ein „El mole Rachamim" rezitierte und Herr Vorsteher S. Leenmann in einer tiefempfundenen Rede die Persönlichkeit des Verstorbenen würdigte. Bei dem Mittwoch, den 14. d.M. am Neuen Friedhof stattgefundeneii Leichenbegängnis scharte sich ebenfalls der Gesamtvorstand und zahlreiche Mitglieder des Tempelvereines um den Sarg des Verewigten wie um einen verstorbenen Verwandten und lauschten tief gerührt den trefflichen Worten des Herrn Rabbiner Dr. Max ü r u n w a 1 d, der in einem ergreifenden Nachruf die schönen Eigenschaft.:» und Tugenden des braven Mannes, seine Frömmigkeit und Selbstlosigkeit und die besondere Zärtlichkeit seinen Kindern gegenüber schiLderte. Sodann dankte Herr Obmann Oskar Schramek tiefbewegt dem Verblichenen für dessen hingebungsvolle Tätigkeit im Dienste des Tempelvereines und versicherte, daß der Verein solche hervorragende Leistungen stets in ehrenvoller Erinnerung behalten werde. Die kantoralen Funktionen versahen die Herren Oberkantor J. Müller und erster Kantor A. Stift vom Pazmanitentempel. Senica (Slovakei). Immer mehr verschwindet jener berühmte "Frauentypus, für den die Heilige Schrift die so ehrenvolle Bezeichnung Esch es Chajil, das wahrhaft fromme Weib, geprägt hat. Eine solche edle Frau war die am 15. März 1928 im 80. Lebensjahre verschiedene Frau Johanna Schönmann, geb. Grünfeld, die sich wegen ihrer vorzüglichen Eigenschaften allgemeiner Sympathie in den weitesten Kreisen erfreute. Sechs Jahre nach dem Hinscheiden ihres gleichfalls hochverehrten und geachteten Gatten Abraham S c h ö nm a n n, ist sie ihm nun in ein besseres Jenseits gefolgt. Das imposante Leichenbegängnis fand unter Beteiligung der ganzen Bevölkerung des Ortes, ohne Unterschied des Ranges, des Standes und des Bekenntnisses statt und legte Zeugnis ab, welch großer Beliebtheit, allgemeiner Hochachtung und Wertschätzung die Verblichene sich allenthalben erfreute. Die Armen und Dürftigen verlieren eine hochherzige Wohltäterin. In ihrem Hause haben sich früh, mittags und abends die Notleidenden eingefunden, um Trost und Nahrung zu finden. Tag für Tag sah man die alte, kranke Frau selbst mit dem Töpfchen in der Hand die Hungrigen aufsuchen. An der Bahre trauern die Söhne Moritz S c h ö n m a n n, Senica, Philipp, Isidor und Hugo Schönmann, Wie n, Mihäly Schönmaiin, Budapest, sowie die Tochter Bertha Feiner, geb. Schönm a an, Sastin. Die kantorale Funktion versah Herr Kantor Klein und haben auch angesehene nichtjüdische Bürger der Stadt ein „El mole rachamim" für die Verstorbene sagen lassen. IhrAndenken sei gesegnet! Ueberraschung zu den jüdischen Ostern! Das erstemal in Wien! Russisches ausgekochtes, streng koscher Gänsefett von nicht gestopften Gänsen schel Pessach, unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Meyersohn. Ia Qualität zum Preise von 1 kg - D o s e S 8.50, 40 dkg - Dose» S 3.60. Wir verweisen diesbezüglich auf das dieser Nummer beiliegende Zirkular der Firma Markus Hornstein, Wien III., Rasumofskygasse 12, Telephon 97-900. H Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in s Fuhren und Waggons I * JULIUS HABER Kehlen- und KoksgroBhandlung Für Tempel- und Wohlfehrts vereine Ausnahmspreise sa Nordbahnrutscnen 3. Kohtenhof Nr. 372-376 Wien IL, Taborstraße 9 | Femsprecher Nr. R 41-0-22 3 uiBiuiuuiimnwüMHunn^^ FLEISCHHAUEREI SIEGMUNP KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE ■ XVIII., WÄHRINGERSTRASSE NR. 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilung für Koscherfleisch UU Berggasse IS und XVIII., BähringirstraBr 97 unter Aufsicht des ehrw. Rabhinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen Einzig in Mitteleuropa unübertroffen nfcjJ/ü Jjb^K to^tt HTO sind die Vorfrdilidi Mazzoth der bestrenommierten 1. Wr. orthodoxen Mazzothfabrik. welche unter streng orthodoxer Aufsicht des ehrw. Rabbin. der isr. Kultusgemeinde Wien erzeugt werden. Atteste der größten D^isa. Durch die modernsten technischen und hygienischen Einrichtungen bin ich in der Lage, sämtliche fnißS und feinsten lichten Grieß, wie auch die dünnsten Mazzoth aus dem garantiert feinsten Nullermehl riDS )W streng orthodox zu erzeugen. bstn tp'1 psm Israel Vortrefflich Fabrik: Wien ll„ Obere Augarlenslreße 52 Telephon Nr. R 44-8-14 und R 46-3-90 Verkaufsstelle: Generalvertreter Albert Hörner, IL, Novaragasse 7 Detailverkaufsstellen in ganz Wien und Österreich Herren*- und Damenkleider I nach Maß sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste Preise. Even- ■ tuelle langfristige, bis zu einem Jahre währende Zahlungserleichterungen; Kleider-Erzeugungs-Union, Wien VI., Kaserneng. 6 Telephon 2-15!