Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 11 (16.3.1928)
- Date
- 1928-03-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 WiiiiiiiiiiwwiiiwiiiiiiiiiiiiiiiM VmtDockezuiDßcke Die Wahlen in den Vorstand der Pester israelitischen Religionsgemeinde. Wie bereits in der vorigen Nummer gemeldet, fand am 8. d. M. die Generalversammlung der neugewählten Repräsentanten statt, bei welcher Hofrat Aladar Kaszab einstimmig zum Präsidenten der Religionsgemeinde und Magnatenhausmitglied Dr. Samu Glücksthal und Dr. Marcel Hajdu zu Vizepräsidenten gewählt wurden. Als Sektionsleiter wurden folgende Herren gewählt: Dr. Samu G 1 ü c k s t h a 1 (Allgemeiner Unterricht), Dr. Marcel H a j d u (Kultus), Andor Nagy (Finanzen), Emil Vertes (Oekonomie), Dr. M. Zahler (Wohltätigkeit), Dr. Adolf Kecsk e m e t i (Religionsunterricht), Kaiman Frey (Spital), Dr. Vilmos Grauer (Kultur) und Dr. Adolf Wilheim (Stiftungen). Ferner wurden in den engeren Vorstand die Herren Baron Adolf K o h n e r, Reichstagsabgeordneter Dr. Bela Fabian, Dr. Leo Goldberger de Buda und Magnatenhausmitglied Jenö V i d a gewählt. In den Vorstand erscheinen folgende Herren gewählt: Gyula Adler, Robert v. Auer, Dezsö B ä r 6, Illes Braun, Dr. Ernö Deutsch, Dezsö E r d ö s. Sändor F 1 e i s c h m a n n, Dr. Jenö G a 1, Fülöp G ä s p ä r, Dr. Hugo Noe-Gyulai, Doktor Miklos H a j d u, Sändor H o 1 z e r, Dezsö H e r zf e 1 d, Miksa Klein, Dr. Vilmos K e r p e 1, Lajos Läng, Ignäcz M a r k o v i t s, Armin Michels t ä 11 e r, Henrik Nemes, Dr. Gustav P o 11 i z e r, Dr. Elemer Pollacsek, David R e i s z, Dokior Miksa Rosenäk, Jakob Roth, Sändor S t e r n, Dr. Gyula Steiner, Jonas W e i s z, Sorna Wertheime r, Lajos V a s, Rezsö Wieselman n, Dezsö Zimmermann und General Marton von Zöld. Nach einer Meldung der „Ita" haben die 'Zionisten die alte Partei tatkräftigst unterstützt und mit dieser gestimmt. Nun hat, wie in unserem vorwöchentlichen Originalbericht mitgeteilt, die alte Partei trotz großer Anstrengungen von 8 Uhr morgens bis 1 Uhr mittag* bloß 338 Stimmen erhalten, worauf sie zurückgetreten ist; es wäre interessant zu erfahren, wie viel von den abgegebenen 338 Stimmen auf die Zionisten fallen. Aron Friedmann. Lebensbilder berühmter Kantoren. III. Band. Berlin, Hoher Steinweg 15 (Rochelsohn) 1927. Der bewährte Geschichtsschreiber seines Standes und seiner Berufsgenossen, selbst ein hervorragender Vertreter seines Amtes, liefert in dem vorliegenden 3. Bande seines biographischen Werkes auch die Lebensgeschichte manches Wiener Kantors und verdient schon aus diesem Grunde besondere Würdigung in den Spalten dieses Blattes sowie den Dank der Wiener Kultusgemeinde, die hier zum erstenmale einige ihrer Lieblinge am Vorbeterpult aus Vergangenheit und Gegenwart in historischer Uebersicht vereinigt findet. Für den Kulturhistoriker fällt vor allem der Anhang des Buches ins Gewicht, der eine Skizze ..zur Geschichte des jüdischen Kantorats: Der Vorbeter" enthält. Wie mancher, der hier nur mit seinem Namen erwähnt wird, verdiente ausführliche Behandlung! Sicherlich dürfte dem handschriftlichen Nachlaß Birnbaums, aus dem uns Idelson wertvolle Proben mitgeteilt hat, noch manche Perle zu entnehmen sein. Friedmanns Buch gehört in jede jüdische Gemeindebibliothek, ja in jedes Haus, das dem jüdischen Gemeinden Interesse entgegenbringt. Dr. G. „Kurfürsorge". Hum. Verein zur Unterstützung armer Kurbedürftiger (II., Große Stadtgutgasse 7). Samstag, den 10. März, 8 Uhr abends, fand im bestbekannten Hotelrestaurant G u t h die diesjährige ordentliche Generalversammlung des im Titel genannten rührigen Vereines statt. Der Obmann Herr Med-Rat Dr. I. L. Braun begrüßte die anwesenden Gäste und Mitglieder, insbesonders die erschienenen Vertreter: Vorstand Hugo Heller, Gemeinde Wien, Med.-Rat Dr. H. Haase, Israel. Kultusgemeinde Wien, Friederike Roth, Weibliche Fürsorge, Dr. L ö w y, Zentralstelle für jüdische Fürsorge, Dr. M. Tabak, Ferienheim, Amtsleiter Rudolf Kraus, Wohltätigkeitsamt der israel. Kultusgemeinde, sowie die erschienenen Ehrenmitglieder Frau Dr. Regine K r i s, Prof. M. R. Salzmann, S. Sperling, der auch den Verein „Rasche Hilfe" vertrat. Vor Eingang in die Tagesordnung widmete der Vorsitzende d^m verstorbenen Oberrabbiner Prof. Dr. H. P. C h a j e s, wie auch den im Vorjahre verstorbenen Vereinsmitgliedern einen tiefempfundenen Nachruf. Schriftführer Fürsorgerat Leopold Heller erstattete einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Vereines und wurde von der Versammlung mit großer Befriedigung zur Kenntnis genommen, daß im abgelaufenen Geschäftsjahre 4600 S für Kurbeiträge ausgegeben werden konnten. Vizepräsidentin Frau Dr. Regine K r i s dankte dem verdienstvollen Obmann Med.-Rat Dr. l. L Braun für seine uneigennützige ersprießliche Tätigkeit und forderte sodann die anwesenden Vorstandsmitglieder und Mitglieder auf, gerade im Hinblick auf die Not der Zeit auch fernerhin ihre Pflicht zu tun. Herr Dr. Max Nasch beantragte im eigenen, wie auch im Namen der Revisoren Adolf Deutsch und Emil S c h e p s dem Vorstande das Absolutorium zu erteilen und wurde dieser Antrageinstimmig angenommen. Sodann sprachen Med.-Rat Dr. Haase für den Kultusvorstand und die anwesenden Vertreter für ihre Korporationen der Vereinsleitung für ihr segensreiches Wirken Dank und Anerkennung aus. Herr Dr. Horowitz dankte der Vizeoräsidentin Frau Dr. K r i s, sowie den Herren Schriftführer L. Heller und Kassier S. Wechsler für ihre emsige Tätigkeit im Interesse der armen Kurbedürftigen. Hierauf wurde der bisherige verdienstvolle Vorstand des Vereines per Akklamation wiedergewählt. Barmizwahfeiern. Samstag, den 10. d. M., fand im großen Leopoldstädier Tempel die Barmizwah des Studenten Hans Z o 11 n e r, Sohn des Herrn Restaurateur Alexander Z o 11 n e r und seiner Gattin Grete geb. Kohn statt, welche sich infolge der besonderen Wertschätzung, deren sich das Ehepaar Z o 11 n e r erfreut, zu einer schönen Feier gestaltete. Nachdem Herr Oberkantor G. M a r g u 1 i e s in gewohnt ausgezeichneter Weise einen Segensspruch zum Vortrage gebracht, hielt Herr Rabbiner Dr. M. Grunwald an den Barmizwanten eine inhaltsreiche Ansprache, in der er die besondere Bedeutung dieses Tages im Leben des nun in die Gemeinschaft aufgenommenen Jungen hervorhob. Die Rede gipfelte in der Ermahnung, stark zu bleiben im Leben und das Judentum stets hochzuhalten. Hierauf brachte der Barmizwoh die Haftorah in einer Art zum Votrage, die davon Zeugnis ablegt, daß im Hause seiner Eltern Religion gepflegt wird. Bei dem Familienfeste am Nachmittag, das die Mitglieder und Freunde der Familien Zollner-Kohn vereinigte und an dem auch Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d sowie die Vorstandsmitglieder des Vereines jüdischer Gastwirte, mit Präsident Oskar T o n e 11 o an der Spitze, teilnahmen, hielt der junge Zollner eine innige, mit großem Beifall aufgenommene Ansprache. Den Abschluß des schönen Familienfestes bildete die Geburtstagsfeier der allverehrten siebzigjährigen Frau Cilli Z o d 1 n e r, der Großmutter des Barmizwanten. Ein schönes Familienfest vereinigte die Mitglieder und Freunde der Familien Mayer-Patzik Sonntag, den 10. d. M., im Gotteshause des Tempelvereines„Heth Israel" nach polnisch-jüdischem Ritus (II., Leopoldgasse 29). Sie waren gekommen, um an der Barmizwahfeier des Studenten Wilhelm Mayer, Sohn des Kleiderfabrikanten Jac Mayer und seiner Gattin Frieda, geb. P a t z i k, teilzunehmen. Der von Herrn Julius Ch e i tz e r vorzüglich nach altjüdischer Weise vorbereitete Knabe trug die Paraschah, wie den Prophetenabschnitt in der weihevollen Melodie vor, die. von frischen Kinderlippen ausgezeichnet gesprochen, einen tiefen Eindruck auf die zahlreichen Zuhörer machte. Eltern und Sohn wurden von allen Anwesenden, herzlichst beglückwünscht. Der von Oberkantor F r ä n k e 1 unter Assistenz eines vortrefflichen Chors geleitete Gottesdienst wird den Festgästen lange noch in angenehmer Erinnerung bleiben.