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Die Wahrheit · 1928-02-17 · Heft 7 (17.2.1928) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 7 (17.2.1928)
Date
1928-02-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT iiiinittitiiniiiiiiiM Seite 13 Von Woche zu IDocke Einweihung eines „Beth-Hamidrasch". In einer Zeit des wirtschaftlichen Niederganges verdient gegenüber den zahlreichen entmutigenden Erscheinungen des Alltags um so wärmere Anerkennung die Opferwilligkeit und Opferfreudigkeit für gottgefällige Werke, wie sie im Kreise des Vorstandes und der Mitglieder des orth.-israel. Bethausvereines „E m u n a s Aves" mit nachahmenswertem Eifer gepflegt wird. Sonntag, den 12. Februar, 7 Uhr abends, fand im Vereinshause, XIV., Storchengasse 21, die feierliche Einweihung des prachtvoll neuadaptierten „Beth-Hamidrasch" und der „B i b e 1 s c h u 1 e". statt. Die Mitglieder des Tempelvereines haben mit Unterstützung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde die zur Ausführung eines solchen Werkes notwendigen großen Beträge aufgebracht: Der rührige Vorstand mit dem tatkräftigen Obmann Emanuel W e i s z und Obmannstellvertreter Emanuel Schulz an der Spitze, hat Monate hindurch seine Zeit der heiligen Sache gewidmet. Alle diese wackeren Männer mußten sich am Abend der Einweihung beim Anblick, der sich ihnen beim Betreten der ebenso praktischen als schönen Räumlichkeiten bot, reich belohnt fühlen. Die zur Erinnerung an die Einweihung angebrachte Widmungstafel hat folgenden Wortlaut: „Diese Räumlichkeiten wurden im Jahre 1928 zu einem „Beth-Hamidrasch" unter der tatkräftigen Mitwirkung der Mitglieder des Bethausvereines und der Leitung des nachbenannten Vorstandes adaptiert: Emanuel Weisz, Präses, Emanuel Schulz, Vizepräses, Arthur Kreiner und Leopold Wechsler, Schriftführer, Siegmund L ö w i n g e r, Kassier, Maier A m s c h e 1, Adolf K r e i s 1 e r, Isidor Weinberg e r, Ignatz Weisz, Israel Mayer Wühl, Bethausverwalter, Eduard Kreiner, Jakob Schiffer, Max Steiner, Isidor W i n k 1 e r, Bethausvorsteher. Obmann Emanuel Weisz begrüßte die zahlreich erschienen Festgäste und dankte ganz besonders den in Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde' erschienenen Herren Vizepräsidenten Dr. J. Ornstein und Dr. I. Löwenherz für ihr Erscheinen. Nachdem der stimmbegabte Oberkantor des Tempelvereines Herr Einhorn einen Psalm zum Vortrage brachte, hielt Herr Vereinsrabbiner Aron Weiss die Weiherede, in welcher er auf die geleistete ungeheure Arbeit hinwies, die nur durch den rühmlichen Opfersinn aller Beteiligten zustandegebracht werden konnte und schilderte sodann in formvollendeter Rede die große historische Bedeutung des „Beth-Hamidrasch" von Moses bis zu dem heutigen Tage. Unser Volk ist oftmals in eitler Weise an dem Ernst der Zeit vorjübergegangen und ließ sich steuerlos treiben, um dann, als Schicksalsschläge über sie hereinbrachen, die verlorenen Ideale im Beth- Hamidrasch wieder zu finden. Redner wies in seiner mit viel Begeisterung aufgenommene Rede nach, daß der wichtigste Faktor für das Judentum die Lehrstätte war und bleibt. Auch die beiden Vizepräsidenden der Kultusgemeinde, Dr. Ornstein und Dr. Löwenherz, sprachen über die Bedeutung des Beth-Hamidrasch für das Judentum und lösten ihre vortrefflichen Ausführungen großen Beifall aus. Beide Herren sprachen dem Rabbiner, dem Vorstand und den Mitgliedern des Vereines Dank und Anerkennung der Kultusgemeinde aus. Kultusvorsteher D. D o h a n würdigte in geistreichen, aus dem Wochenabschnitte entnommenen Sätzen die verdienstvolle Tätigkeit des Vorstandes. Herr Medizinalrat Dr. Deutsch, sowie die Herren Gärtner, Kastner, Schriftführer Arthur Kreiner, Barrer und Schwarz dankten in gehaltvollen Reden dem Kultusvorstande, dem Rabbiner und dem Vereinsvorstand für die Schaffung des „Beth-Hamidrasch". Dem Festkomitee, besonders aber den rührigen Mitgliedern des Frauenvereines „Emunas Aves" gebührt besonderer Dank für den schönen und würdigen Verlauf des Festbankettes. 75. Geburtstag. Der Präsident des Verbandes ausländischer Journalisten in Wien, Herr Leo S a 1 k i n d, ist in diesen Tagen 75 Jahre alt geworden. Er war aus diesem Anlaß Gegenstand herzlicher Ehrungen seitens seiner Journalistenkollegen und der österreichischen Regierungskreise. Ministerialrat Dr. F u c h s überreichte dem Jubilar namens des Bundespräsidenten Dr. Hainisch und namens der Bundesregierung einen hohen Orden, sowie ein Diplom, in welchem Salkinds Verdienste um die Republik verzeichnet sind. Die Gemeinde Wien beschloß, dem Jubilar als Zeichen der Ehrung einen kunstvoll gearbeiteten goldenen Ring während einer demnächst im Rathaus stattfindenden öffentlichen Feierlichkeit zu überreichen. Dr. Leo S a 1 k i n d. ein in Rußland geborener Jude, begeht gleichzeitig das Jubiläum seiner 55jährigen schriftstellerischen Tätigkeit. Oberkantor Gerson Margulies erhielt anläßlich seiner Berufung als Oberkantor an den großen Leopoldstädter Tempel, wo er seit dem 3. d. M. zur allgemeinen Zufriedenheit wirkt, vom Bethausvorstand für den XVIII. und XIX. Bezirk folgende Zuschrift: Sehr geehrter Herr Oberkantor! Anläßlich ihrer Berufung zum Oberkantor an den großen Leopoldstädter Tempel und Ihres Scheidens von Ihrem bisherigen Wirkungskreise beglückwünscht Sie der gefertigte Bethausvorstand auf das herzlichste und spricht Ihnen für Ihr verdienstvolles und mustergültiges Wirken in unserem Bezirke seinen wärmsten Dank und belohnende Anerkennung aus. In Ihrer Ernennung zum Oberkantor unserer altehrwürdigen Gemeinde erblickt der gefertigte Bethausvorstand für sich selbst eine Auszeichnung — wurde doch in Ihnen, sehr geehrter Herr Oberkantor, als unserem Funktionär — der Beste und Geeignetste erkannt, der Dank seinen hervorragenden Fähigkeiten und Leistungen auserkoren wurde, nunmehr an erster und bevorzugter Stelle zu wirken. Wenn wir auch Ihren Abgang aus unserer Mitte aufs tiefste bedauern, so wünschen wir Ihnen dennoch auf Ihren künftigen Wegen alles Glück und erbitten wir den Segen lür Ihr ferneres Wohlergehen. Ihr eifriges Bestreben stets das Beste zu geben — Ihr menschenfreundliches Wesen — und Ihre besondere Treue und Freundschaft zum Bethausvorstande und zur engeren Gemeinde wird uns stets in dankbarer Erinnerung bleiben. Indem wir Sie unserer dauernden Freundschaft versichern, begrüßen wir Sie bestens mit vorzüglicher Hochachtung f. d. Bethausvorstand: Dr. I. Wrinter m. p., Subak. m. p. Jubiläum. Unter dem Vorsitze des Herrn Professor W. Menkes hat sich ein Komitee gebildet, um das 25jährige Schriftstellerjubiläum des allgemein bekannten und beliebten jüdischen Schriftstellers, Herrn Josef Grob, zu feiern. Das Fest findet Samstag, den 17. März 1. J. statt. Orthodox-israelitischer Bethausverein „Emunas Aves" (Wien XIV.. Storchengasse 21). Vor kurzem feierte Herr Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack ~ 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons * JULIUS HABER Kohlen- und Koksgroßhandlung Für Tempel- und Wohlfahrts vereine AusnahmapreiBe Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien IL, Taborstraße 9 Fernsprecher Nr. 41-0-22 Residenz-Atelier für moderne I»l»OtfO£gl'«I»Iate Wien I., Fleischmarkt 1 — Tel. 79-2-80 Aufnahmen tSglich 9—6 Uhr, Sonntag 10—5 Uhr

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