Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 5 (3.2.1928)
- Date
- 1928-02-03
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 12 DIE WAHRHEIT lümrt und Literatur TknWochezu Woche Der Talmudfund im Linzer Lahdesarchiv. Die Nachricht der Nr. 4 unter diesem Titel ist geeignet, irrige Vorstellungen zu erwecken. Das Talmudfraigment wurde hi der Linzer S t u d i e n b i b 1 i o t h e k entdeckt Im Landasarchiv hat Rabbiner Dr. Kurrein das Fragment der ScheeJtot entdeckt. Es handelt sich um verschiedene Funde, die alle von dem Genannten festgestellt wurden. Wiedereröffnung der Universitätsvorträge des Maimonides-Instituts. Nachdem im Herbst dieses Studienjahres wegen der bekannten Agitationen an der Universität die Wiedereröffnung der stärk frequentierten Vorlesungen des Herrn Rabb. Dr. A. Kami n ka in Schwebe gelassen waren, wurde jetzt die Fortsetzung derselben, und zwar im großen Hörsaal 34 der philosophischen Fakultät, zweimal wöchentlich. Montag und Mittwoch, halb 7 Uhr abends (über hebräische Literatur und Geschichte des Judentums), vom Rektorat genehmigt. Der Zyklus beginnt Mittwoch, 1. Februar, mit einem Vortrage über „Die geistigen Führer des Judentums ■7m Zeit des Unterganges des Staates". — Die Vorträge im Hörsaal Zirkusgasse 33 finden bis auf weiteres wie bisher ieden Montag. Dienstag und Donnerstag. 6 bis 8 Uhr abends, "her Bibel, talmudisches Recht, Midrasch. More Nebuchim und Chöwoth halewawoth sowie Geschichte der hebräischen Literatur statt. Der Jüdische Witwen- und Waisenhiffsverein (Wien IX., Servitengasse 12). welcher nach dem Ableben eines Mitgliedes der hinterbliefoenen Witwe und den Waisen einen der Mits:Ti>derenzah! entsprechenden Betrag auszahlt und auch sonst hiflfsbedürftige Witwen und Waisen unterstützt, veranstaltete Samsfrjr. den 28. Jänner, im Müllner-Tempel einen Vortragsabend 1 i tu r gi s.ch e r Gesänge und jüdischer instrumentaler Melodien, der nach jeder Richtung bm als vollkommen gelungen bezeichnet werden kann. Unter den vielen Anwesenden bemerkt© man den Vizepräsidenten der Israelischen Kultus gemeinde Dr. Jakob Orn stein» Hofrart Dr. Frankfurter, zahlreiche Vertreter der Wiener Tempelvereine mit Präsident Börserat I. G1 ü c k an der Spitze und vfefle andere mehr. Das inhaltsreiche Protamin wurd* rrvt Suilzers Mah töwu", F-Dur, für Kantor, Chor und Orgel einpeäentet. Sodann hieüt Rabbiner Dr. Arthur Z. Schwarz die Festrede und würdigte in sreistreicher Weise die Bedeutunc: der Veranstaltunff. DV Kompositionen: Suilzer. ..Mah töwu" ««nd ..Ado»1 öiom". P^stoilow. ..Habet mischomajim", und Halevy, ..Min hamezar" gaben Oberkantor S. Postolow wieder einmal Gelegenheit zu bew^sen. daß er zu den hervorragendsten Repräsentanten seines Faches zählt In seinen ausgezeichneten Vorträgen wurde er von dem vortrefflichen Chor 'mter I «itung des Dirigenten F. Simerofski unterstützt. Herr Simeon Backniann brachte Achron's Hebräische Mdndie fürVioHne und Bloch's ..Bai schem" ausgezeichnet zum Vortrags. Mit seh*- viefl Gefühl sang das Chorrratglied Fräulein Hneite Körner Händeis ..Dank sei Dank" aus ..Israel aus Ancrvpten". Die Oreelbeglei+unf des HeTrn Josef Feinbinarer paßte sich den Darbietungen in vorzüglichster Weise an. Gr. Flaohert Tagebücher, Brun's Verlag, Münster i. Westfalen. Dieses schön ausgestattete Reisewerk bietet Momentaufnahmen auf Reisen dnreh Aegypten, Palästina und Nordafrika, die an Realismus nichts zu wünschen übrig lassen, aber gerade darum eine reiche, kulturgeschichtliche Ausbeute bieten. Besonders wertvoll sind die Berichte aus Damaskus tu einer Zeit, in der die Bevölkerung noch «ranz unter den Nachwirkuniren des traurigen Dramas der Judenverfolgung von ^840 stand. Auch sonst ist über Juden, ihre Tracht u. a. manches in dem Buch zu finden. G. Personalveränderungen in den Gemeitidesynagogeti. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien hat den Oberkantor Heinrich Fischer des Großen Leopoldstädter Gemeindeitempels auf die durch das Ableben des Oberkantors M. B. K a u fmann freigewordene Oberkantorstelle. im Seitenstettentempel versetzt, dem bisherigen Ersten Kantor am Gemeindetempel im XVIII. Bezirk, Gerson M a r g u I i e s, die Funktionen des Oberkantors am Großen Leopoldstädter Tempel übertragen, und dem Ersten Kantor am Gemeindetempel im XXI. Bezirk, David Groß, die hierdurch freigewordene Stelle am Gemeindetempel im XVIII. Bezirk verliehen. Die genannten Funktionäre werden ihre neuen Aemter bei dem am F r e i t a g, den 3. Februar d. J. stattfindenden Abendgottesdienste antreten. Zur Nachahmung empfohlen. Aus Mattersburg wird uns geschrieben: Eine Stiftung, die ihresgleichen an Hochherzigkeit in unserer schweren Zeit wohl kaum finden dürfte, haben die Wiener Fabrikanten Moritz L e i t n e r und seine Brüder — Söhne unserer Gemeinde — für unsere Jeschivah errichtet. *die dem dauernden Gedenken ihres vor drei Jahren verstorbenen Vaters, Herrn Awrohom (Adolf) L e i t n e r. gewidmet ist. Ein sehr schönes, in der Königsstraße befindliches Privatwohnhaus, das hier Eigentum eines der vornehmsten Bürger war und seit dessen Ableben — seine Kinder wohnen auswärts — leer stand, wurde von den genannten Herren angekauft und soll als Internat für mittellose Bachurim der hiesigen Jeschivah übergeben werden. Das Haus — eines der wenigen einstöckigen in Mattersburg — wird noch vor Beginn des nächsten Sman wohnbereit gestellt und dann auf den Namen „Ohel-Awrohom" seiner hohen Bestimmung übergeben werden. In hellen, freundlichen Räumen werden die Bachurim, frei von der Sorge um ein schützendes Dach, ihren heiligen Studien obliegen können. Möge dieser Akt inniger kindlicher Liebe zu den Eltern und deren Traditionen beispielgebend sein. Generalversammlung. Der israelitfeche Tempelverein . B et h-Israel", nach polnisch-jüdischem Ritus, hielt Sonntag, den 29. v. M.. im Sitzungssaale des Tempelgebäudes Wien IT., Leopoldsgasse 29, unter außerordentlich großer Beteiligung der Mitglieder seine diesjährige Generalversammlung ab. Als Gäste waren erschienen: In Vertretung der Israelitischen Kultusgempinde Wien Hofrat Dr Herzka. für die Organisation der Wiener Tempelvereine Präsident Börserat I. Glück. I>er verdienstvolle Präsident des Tempelvereines, Herr Dr. Leo Landau, begrüßte die Erschienenen und gedächte mit warmen Worten vor Eingang: in die Tagesordnung des Heimganges des unvergeßlichen Oberrabblners Prof. Dr. H. P. Chajes. ..Mit Stolz wollen wir es festhalten", sagte Redner, „daß anläßlich der Einweihung unserer renovierten Synagoge am 7. Seütember 1927 der Verewigte das ..Ewige Licht" anzündete. Möge das Licht, wieüches das Andenken an den großen Führer d^s Judentums immerdar umschweben wird, dem jüdischen Volke auf dem vom Verewigten erzeigten Wöge zu einer besseren Zukunft voran! euchten". Er gedachte so- •dr.nn des Ablebens des erst kürzlich verstorbenen,. langjährigen Präsidenten und zuletzt Ehrenpräsidenten des Vereines. Herrn Emil Pommeranz, würdigte die großen MÖBELFABRIK SIGM. WIEN, 2. BEZ., PRATERSTRASSE NR. 30 Peitne Auswahl solid gearbeiteter Möbel zu billigsten Preisen FERNSPRECHrNUMMER 45-1-91 PPEN HEIM