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Die Wahrheit · 1928-01-13 · Heft 2 (13.1.1928) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 2 (13.1.1928)
Date
1928-01-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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die Wahrheit Seite 13 Veit Wecke zu IDoche Das Memores-Waisenhaus, XIX., Bauernfeldgasse 40, veranstaltet Sonntag, den 15. d., pünktlich um K5 Uhr, ein Schubert-Konzert. Der Stadtschilirat iür Wien hat mittels Dekretes vom 31. Dezember 1927 ilernt Schulrat Professor Doktor Heinrich Pollak in Kenntnis gesetzt, daß derselbe laut Zuschrift des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde vom 4. Dezember 1927 als Vertreter des mosaischen Glaubensbekenntnisses im Sinne des § 9 des Schulaufsichtsg<:setzes vom 25. Dezember 1904, L.-Q.-Bl. Nr. 97, in den Ortsschuir a t des III. Bezirkes entsendet wurde. ■ Ehrung, Dem emeritierten Religionsprofessor Markus A. Landau wurde vom Gemeinderat der Stad Wiener- Neustadt anläßlich der Vollendung des 70. Lebensjahres für seine großen Verdienste als öffentlicher Lehrer taxfrei das Bürgerrecht der Stadt verliehen. Bei der feierlichen UeberreiahuMg des Bürgerdiiploms hob der Bürgermeister in seiner Ansprache hervor, daß sämtliche Parteien des Gemeiinderates einstimmig Herrn Landau das Bürgerrecht verliehen haben. 50. Geburtstag Direktor Gustav Kolrain. Zur Feier seines 50. .Geburtstages fand sich am Sonntag, den 8. d. M., in der Wohnung des Herrn Postdirektors i. R., Gustav Kol min, außer zahlreichen anderen Gratulanten der gesamte Vorstand des „Jüdischen Elternbundes für den 2. Bezirk" ein. Die vier Jahre seines bisherigen Bestehens hatte der Verein an Herrn Kolmin einen Obmann, der ganz selbstlos und streng unparteiisch mit restloser Hingebung und rastlosem Eifer die Aufgaben des Vereines gefördert und ihm zu schönen Erfolgen verholfen hat. Der Dankbarkeit für diese wahrhaft rühmenswerte Tätigkeit und dem Wunsche, sie ebenso fortgesetzt zu sehen, gaben der Obmannsteüvertreter Wilhelm H e r z k a sowie Lehrer Markus Pick in kernigen und warmempfundenen Worten Ausdruck, auf die der Jubilar sichtlich ergriffen erwiderte. Der Vorstand überbrachte dem Jubilar eine künstlerisch ausgeführte Adresse. Auch wir schließen uns den Glückwünschen für das verdienstvolle Geburtstagskind mit ganzem Herzen an. Zum 75. Geburtstage des Herrn Siegmund Weiler haben wir noch nachzutragen, daß dem Jubilar ein wertvolles Ehrengeschenk des Tempelvorst an des durch Herrn Vorsteher Katz überreicht wurde. Kunstgesellschaft zur Pflege synagogaler Musik. Unter diesem Titel hat sich aus den hervorragendsten Kantoren und Sängern Wiens eine Vereinigung gebildet, um die schlummernden Schätze der so mannigfachen synagogaien Musik der breiten Oeffentlichkeit zu erschließen. Die Vereinigung steht unter Führung des Herrn Oberkantor I. Müller und gehören derselben nachstehende Herren an: Bai ab an, Bogumolny, Einhorn, Frankel, Funke, Groß, Katz, Landerer, Mandel, Margulies, Perczig, Postolow, Redlich, Reich, Reichmann. Schächter, Stift, Trag er, Wahr mann, Zeisl. Das erste Debüt der Vereinigung findet Sonntag, den 5. Februar 1928, im Pazmanitentempel im Rahmen eines Chamischoosor- T'empelfestes statt und gelangen Kompositionen klassischer jüdischer Liturgie zum Vortrage. Nach den bisherigen Proben unter Leitung des Dirigenten Simerofsky zu schließen, dürften diese einzig gearteten Darbietungen nicht nur für jüdische Kreise, sondern auch für alle Fachleute von größtem Interesse sein; Karte manmel düngen nimmt das Sekretariat des Pazmanitentempels, Wien II., Pazmanitengasse 6 (Telephon 47-8-63), entgegen. Ein einzigartiges Begräbnis. Dienstag, den 3. Jänner 1928, fand in Goisern (Oberösterreich) die Beerdigung des 86jährigen Herrn Adolf Federmann, bürgerlicher Sattler- und Tapezierermeister, statt. Federmann, der seit 66 Jahren im Orte ansässig war, hieß bei alt und jung, nah und fern nur der „Goiscrer J u de", denn er war. obwohl der einzige Jude im Orte, bis an sein Lebensende seinem jüdischen Glauben treu. Um so bemerkenswerter ist darum die Liebe und Wertschätzung, die ihm überall entgegengebracht wurde und sich bei seinem Begräbnisse in nicht alltäglicher Weise kundgab. Diesem Manne, der sich zeitlebens in bescheidenen Verhältnissen befand, ein schlichter Handwerker war und sich auch in seinem Aeußeren nie anders gab, bereitete die Bevölkerung im Tode eine Ehrung, die wohl einzig dasteht. Scharenweise waren die Bewohner aus dem Orte und der Umgebung herbeigekommen, um ihm das letzte Geleite zu geben. Die Ortsfeuerwehr, deren Mitglied er war, hatte sich in Parade eingefunden, die Bürgerkapelle spielte Trauermusik. Unter dem Geläute der Glocken beider Kirchen geleitete eine unabsehbare Trauergemeinde den Juden Federmann, dessen Sarg von Feuerwehrleuten auf den Schultern getragen wurde, auf den evangelischen Friedhof in Goisern, wo der Verstorbene nicht etwa abseits, sondern in der Mitte im besten Teile nach israelitischem Ritus, wie es ausdrücklich in der Parte hieß, die an der Kirchentüre angeschlagen war, beigesetzt wurde. Rabbiner Dr. V. K u r r e i n aus Linz, der unter Assistenz des Oberkantors B. L ö w e n s o h n den Kondukt führte, hatte in seinem Nachrufe für dieses erhebende Bild konfessionellen Friedens Worte gefunden, die auf die ganze Bevölkerung tiefsten Eindruck machten und einen wahren Kiddusch haschem darstellen. Uneingeschränktes Lob gebührt den beiden Ortsgeistlichen, die mit echter christlicher Liebe den Toten ehrten und ein Beispiel edelsten Verhaltens gaben, das allen Anwesenden dauernd in Erinnerung bleiben wird. Oberkantor M. Perlmann aus Karlsbad . hat in Berlin bei der weltberühmten Polyphon-Gesellschaft hebräische Gesänge mit großem Erfolge gesungen. Jüdischer Witwen- und Waisenbilisverein IX. Bezirk. Die Vereinsleitung ist gezwungen, die für den 14. d. M. anberaumt gewesene Veranstaltung im Müllnertempel zu verschieben, da an diesem Tage das Requiem für weil. Herrn Oberrabbiner Dr. Chajes abgehalten wird. Die Feier wurde demnach für Samstag, den 28. d. M. anberaumt. Der Plan eines jüdischen Architekten für das Völkerbundhaus angenommen. Die Völkerbundskommission für die Erbauung eines Hauses des Völkerbundes, das den Namen „Palast der Völker" tragen wird, hat unter den eingereichten Entwürfen einige mit Preisen ausgezeichnet und nach längerer Beratung beschlosseen, daß der von den zwei Architekten M. Nenot und Julian Flegenheimer eingereichte Entwurf zur Ausführung gelangen soll. Julian Flegenheimer, ein bekannter Genfer Architekt, gehört einer angesehenen jüdischen Familie an und ist ein Vetter des bekannten französischen Schriftstellers Edmond Fleg. Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 di« besten Fabrik: Wien XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon B 38-4-19 Filiale: VII., Burggasse Nr. 17, Telephon B 32-3-80 '^■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■B ■ _^ ■ I Herren- und Damenkleider j S nach Maß sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste Preise. Even- S S tueUe langfristige, bis zu einem Jahre währende Zahlungserleichterungen 5 S Kleider-Erzeugnngs-Union, Wien VI., Kaserneng. 6 j § Telephon 2-15 £ Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 IHinUllIlillfflMBIllJ _ B E Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von | m 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in § Fuhren und Waggons * JULIUS HABER Kohlen- und KoksgroBhandlung Für Tempel- und Wohlfahrtsvereine Anananmapreise Wien IL. Taborstraße 9 Fernsprecher Nr. 41-0-22

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