Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 41 (7.10.1927)
- Date
- 1927-10-07
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Dffi WAHRHEIT ül Seite n Präsident«* und-Präsidenten des Vereines Herrn Bernhard Mfty et abgehalten; zu der sich außer dem gesamten Vorständemit den: Herren Obmann. Heinrich Edelstein und den Obmannsteilvertretern Adolf Deutsch und Leopold Kämm er an der Spitze, Mitglieder und Vorstandsmitglieder des „Jüdischen Hilfsvereines und Tempelbaukomitees" Prater unter Führung des Herrn Obmannes Salomon N a t o w i c, Vertreter anderer Bethausvereine, sowie die Familienangehörigen des Verblichenen eingefunden hatten. Nachdem Herr Oberkantor Wahrmann mit Chorbegleitung (Dirigent S. Reisenmann) den Psalm 49, wie. auch das „El mole rachamim" äußerst wirkungsvoll zum Vortrage gebracht hatte, hielt Herr Rabbiner Dr. S. Funk die Gedenkrede, in welcher er pietätvoll der großen Verdienste und vorzüglichen Charaktereigenschaften des Verewigten gedachte. Redner entwarf ein treffendes Bild des selbstlosen, fleißigen Mannes, der sich besonders durch sein gütiges, bescheidenes Wesen, die Sympathien weitester Kreise erworben hat. Uebertritt einer Familie zum Judentum. Aus S u b o t i c a berichtet uns Herr Oberkantor Arnold Grußmann: Hier ist dieser Tage eine ganze christliche Familie zum Judentum übergetreten. Nach allen Begleitumständen des Uebertrittes zu schließen, handelt es sich hier um wahrhafte „Gere-Zedek", die aus reinster Ueberzeugung die jüdische Religion angenommen haben. Seit einem Jahr bereits hatte die Familie Uebertrittsabsichten. Zu jener Zeit kam zum hiesigen Oberrabbiner Dr. Josef Gerson ein Bäckermeister namens Bodog S u r a n y i und erklärte, daß er, seine Frau und seine drei Söhne aus religiöser Ueberzeuguns zum Judentume übertreten wollten. Der Oberrabbiner verhielt sich entsprechend den Satzungen der Thora lange Zeit hindurch ablehnend. Mit seltener Beharrlichkeit blieb jedoch die Familie bei ihrem Entschlüsse. Ohne jedes Interesse materieller oder sonstiger Natur wollte sie, die mit Juden gar keine verwandtschaftliche Beziehungen hatte, in die jüdische Gemeinschaft aufgenommen werden. Mit Opferwilligkeit und Liebe unterzogen sich schließlich alle Angehörigen der Familie den gesetzlichen und religiösen Bestimmungen des Uebertrittes und so wurden sie dieser Tage als „Gere-Zedek" in den Bund des Judentums aufgenommen. Religlons-ProEessor Markus A. Landau — 70 Jahre« Der emeritierte Rabbinatsverweser und Religions-Professor der Gemeinde Wiener-Neustadt ist in aller Stille und Bescheidenheit 70 Jahre alt geworden. Herr Landau entstammt einer altehrwürdigen Rabbinerfamilie in Polen, die ihren Stammbaum vom berühmten Prager Oberrabbiner, Rabbi Ezechiel Landau („Node Bijehuda"), herleitet. Als junger Mann oblag Herr Landau dem Talmudstudium, besuchte später das Gymnasium in Brody als Privatist und lernte hier seine Gattin, eine Enkelin des Gelehrten Abraham Hirsch Chajes, kennen, mit der er 45 Jahre in glücklicher Ehe lebte, bis ihm die fürsorgliche Gattin vor einigen Jahren plötzlich durch den Tod entrissen wurde und der regsam* und arbeitsfrohe Mann in völliger Gebrochenheit zurückblieb. Herr Landau besuchte das Seminar In Krakau, wirkte dann daselbst als Religionslehrer und gab auch hier die „Krakauer Volkszeitung" heraus als Fortsetzung der von ihm früher redigierten „Brodyer Chronik", der damals einzigen deutschen Zeitung in Galizien. Von Krakau folgte er einem Ruf an die alte mährische Gemeinde Butschowitz, wo vor ihm sein Lehrer Rabbiner Löwenstein gewirkt hatte und nach vierjähriger segensreicher Tätigkeit daselbst berief ihn die Gemeinde Wiener-Neustadt. Als junger Mann kam er hierher, unter ihm wurde die neue Synagoge erbaut, der Frauen- Wohltätigkeitsverein begründet und die Gemeinde aus bescheidenen Anfängen zu wachsender Blüte gebracht. Nach mehr als dreißigjährigem Dienst trat Herr Landau im Jahre 1924 in den wohlverdienten Ruhestand. — Herr Landau sieht auf ein reiches Tätigkeitsfeld zurück, wiederholt wurden ihm die höchsten Belobungen zuteil und in seinen Papieren finden sich Briefe mit den schmeichelvollsten Anerkennungen bedeutender Persönlichkeiten. Groß ist die Zahl seiner Schüler, die Herr Landau durch fast drei Generationen unterrichtet hat. Unter ihnen sind namhafte Advokaten, so der Vizepräsident der Wiener Rechtsanwaltskammer Doktor Siegfried Kantor, hervorragende Aerzte, Ingenieure, Musiker und Schriftsteller. In rührender Weise hängen viele noch heute an ihrem Lehrer und es ist charakteristisch» daß sie sich von ihrem Religionslehrer auch heute noch nur mit „Du" ansprechen lassen wollen. Herr Landau war auch reger Mitarbeiter vieler Fachzeitschriften und schrieb kleine Novellen, von denen „Mechali", „Chajiml Dziendobry". „Der Belfer" in diesen Blättern erschienen. Der Tod eines erwachsenen Sohnes hat dem lebensfrohen Mann einen schweren Schlag versetzt. Dazu kamen die vielen Mißhelligkeiten, die wohl keinem tätigen Menschen von Neidern und Andersdenkenden erspart werden und dann der Tod der Gattin. Dies alles hat den früher rüstigen und geistvollen Mann in Kränklichkeit versetzt, von der er jetzt im Spital der Wiener Kultus^ gemeinde Genesung sucht. — Herr Landau hat eine Tochter, die an den Arzt Dr. Wilder in Wiener-Neustadt verheiratet ist und einen Sohn, den Wiener Rechtsanwalt Doktor Heinrich Landau. Die Enkelkinder sind die Freude des In Ehren ergrauten, schwergeprüften Mannes. Möge ihm volle Genesung und ein recht froher Lebensabend beschieden sein. HochzeitsjabUarc. Der greise Großhändler B. M. Cot ton und Frau in Bornemouth (England), feierten vorige Woche das seltene Fest der 65 iährigen Hochzeit. Aus diesem Anlaß erhielt Herr Cotton ein Handschreiben des englischen Königs mit den herzlichsten Glückwünschen und Frau Cotton ein solches von der Königin als besondere Auszeichnung. — Gleichzeitig feierte der Schwiegersohn des Ehepaares Cotton, Chief-Rabbi Professor Dr. J. L. Landau in Johannesburg (Süd-Afrika) mit seiner Frau das Post IMB9 Ii KleiderkrGClit Zahlbar Innerhalb eines BnBBanHHBBii Jahres. Sämtliche Herren- und Damenkleider Nnr Qualitätsware 1 nach Maß. sowie fertig lagernd. Billigste Preise! KLEIDERHAUS WERTER, WIEN XVI., Telephon 21-501 OttalnringTOTStrasfi* 17 Telephon 21-501 MiHM MimiW „EOS" für Erziehung, Unterricht und Berufsausbildung taubstummer, schwerhöriger, schwer lernender und schwer erziehbarer Kinder und Jugendlicher beider Geschlechter Wien, III. 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