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Die Wahrheit · 1927-08-19 · Heft 34 (19.8.1927) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 34 (19.8.1927)
Date
1927-08-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 M! iniiiiipiti'iiiiifiiii!! DIE WAHRHEIT führlich gewürdigt worden ist. Dieser Mann, der durch glückliches Temperament, durch Geist und Charakter sich fast allgemeiner Sympathie erfreute, war der Stolz der Prager deutschen Judenschaft. Er war einer der Besten unter jenen, welche auf vorgeschobenem Posten deutsche Kultur mit jüdischem Geist vereint haben. Trauung. Sonntag, den 14. August fand unter außerordentlich großer Beteiligung im festlich geschmückten und beleuchteten Pazmanitentempel die Vermählung des Fräuleins Käthe N a t o w i c, Tochter des Herrn Sälo N a t ow i c und seiner Gattin Gisela, geb. B e r g e r, mit Herrn Siegfried Fuchs statt. Den Trauungsakt vollzog Rabbiner Doktor S. F u n k, der in einer herzlichen Ansprache das Brautpaar ermahnte, dem erhebenden Vorbilde des Elternhauses nachzueifern und einen wahren jüdischen Hausstand zu begründen. Dr. Funk hob insbesonders die großen Verdienste und das beispielgebende Wirken des Brautvaters, Herrn Salo N a t ow i c hervor, der in seiner Eigenschaft als Präsident des Tempelbaukomitees sowie auch des jüdischen Hilfsvereines Prater, die beide durch ihren Gesamtvorstand vertreten waren, eine segensreiche Tätigkeit entfaltet und sich durch seinen edlen Charakter und sein gütiges Wesen sehr viele Freunde und Verehrer erworben habe, wovon der zahlreiche Besuch des Gotteshauses ein treffendes Zeugnis gebe. Dr. Funk erwähnte aber auch die menschenfreundliche Tätigkeit der Brautmutter, die ihrem Gatten bei seinem charaktervollen Wirken als treue Helferin und Beraterin zur Seite gestanden sei. Die kantorale Funktion wurde von Oberkantor I. Müller mit großer Assistenz in eindrucksvoller Art und Weise vollzogen, während die feierliche Stimmung durch den prächtigen Blumenschmuck, welches das Gotteshaus angelegt hatte und der aus der jüdischen Gartenbau-Unternehmung M- Friedhaber und G. Schlank stammte, gehoben wurde. Todesfälle. Der plötzlich verstorbene Direktor der „Phönix", Herr Salo Hauptmann, wurde Montag, den 15. August, zu Grabe getragen. Die große Beliebtheit, welcher sich der Verstorbene wegen seines vornehmen und edlen Charakters in den weitesten Kreisen erfreute, kam auf seinem letzten Wege so recht zum Ausdruck, indem eine außergegewöhnlich große Zahl von Freunden und Verehrern dem so jäh aus dem Leben Abberufenen die letzte Ehre erwiesen. Unter den zahlreichen Trauergästen sah man die Vertreter der verschiedenen humanitären Vereine und Fürsorgekorporationen, in welchen der Verstorbene eine unermüdliche und dem Wohle der Allgemeinheit gewidmete Tätigkeit entfaltet hat, sowie die Direktoren, Beamten und Angestellten der Gesellschaft, in welcher der Verblichene tätig war, ein Umstand, der nicht nur das Andenken des Verstorbenen ehrt, sondern die Gesellschaft selbst, die hierdurch gezeigt hat, daß sie ihrem verschiedenen Direktor die Treue über das Grab hinaus bewahrt In Vertretung der Wiener israelitischen Kultusgemeinde war deren Präsident Prof. Dr. Alois Pick erschienen, um der Trauer der Wiener Judenschaft ob des Hinscheidens des ausgezeichneten jüdischen Mitbürgers Ausdruck zu verleihen. Rabbiner Dr. Dobrinsky schildert in einer eindrucksvollen Rede die vorzüglichen Eigenschaften des Verstorbenen, der nicht nur ein anerkannter Fachmann auf seinem Gebiete war, sondern auch als Mensch und als Jude besonders geschätzt werden muß. Sein plötzliches Hinscheiden bedeutet daher nicht nur für seine zahlreichen Freunde, nicht nur für die Anstalt, der er gedient, einen herben, unersetzlichen Verlust, sondern auch für die vielen wohltätigen Institutionen, denen er sein menschenfreundliches, von edelster Gesinnung zeugendes Wirken gewidmet hat. Nach dem Rabbiner ergriff Direktor Berliner das Wort, um namens der Direktion der „Phönix" von dem unersetzlichen Mitarbeiter Abschied zu nehmen, worauf Herr S a p h i e r im Namen der Beamtenschaft von dem gütigen Vorgesetzten Abschied nahm. Am offenen Grabe sprach im Namen des Vereines der jüdischen Kinderfreunde Kultusvorsteher Dr. K1 aber, welcher dem verblichenen Kurator, der sich in hingebungsvoller Liebe der zahlreichen jüdischen Kinder angenommen habe, in tief bewegten Worten den Dank für sein menschenfreundliches Wirken aussprach. Die kantorale Funktion wurde von Oberkantor I. Müller mit großer Assistenz in ergreifender Weise vollzogen. In Dr. Marceil H o f f m a n n ist ein Mann dahingegangen, der berufen gewesen wäre, in einem großen jüdischen Gemeinwesen eine führende Stellung einzunehmen. Mit reichem jüdischen Wissen ausgestattet, ein glänzender Redner und schlagfertiger Debatter, ein tadelloser, stahlharter Charakter. hat er besonders in den Anfängen der jüdischnationalen Bewegung in mancher stürmischen Versammlung als Rufer im Streite für die von ihm als gerecht erkannte Sache Beweise einer treffsicheren, schneidigen Polemik geliefert, die manchen politischen Gegner zu seiner Fahne bekehrten. Ein Ehrenamt in der Gemeinde anzunehmen, widerstrebte seiner Bescheidenheit und seinem Unabhängigkeitsbedürfnis. Im politischen Volksverein, den er im Vereine mit seinem Freunde Dr. Hermann F i a 1 a gegründet hatte, entfaltete er eine Wirksamkeit, die von allen auf das Gemeindewohl ehrlich Bedachten als heilsam empfunden wurde. Als Freund war er unersetzlich. Seine übergroße Selbstverleugnung bestimmte ihn, der an Gräbern hinreißende Nachrufe zu halten wußte, sich in seinem letzten Willen bei seinem Leichenbegängnisse jedes anerkennende Wort selbst von Freundeslippen, zu verbitten. So mögen diese wenigen Zeilen ein schwaches Zeichen schuldigen Dankes seiner zahlreichen Freunde sein! Montag, den 8. August, wurde Herr Johann Sinnreich, der am Vorabend des 9. Ab im 77. Jahre seines arbeitsreichen, nur dem Wohle seiner Familie gewidmeten Lebens friedlich entschlummert ist, zu Grabe getragen. Der Verblichene, welcher einer frommen Familie aus Szenicz entstammte, war seit nahezu 50 Jahren in Wien, 17. Bezirk, ansässig und hat sich durch unermüdlichen Fleiß und strenge Rechtlichkeit einen geachteten Ruf erworben. Er war der Typus des gottesfürchtigen. anspruchslosen Juden, der Jedem unvergeßlich bleiben wird, der seine trefflichen Eigenschaften durch persönlichen Verkehr kennen und schätzen lernte. An der Bahre trauern tiefgebeugt seine Gattin^ Frau Emilie Sinnreich, die Kinder, Rechtsanwalt Dr. Artur Sinnreich, Direktor der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, Dr Rudolf Sinnreich und Frau Elsa Kaiman, Gattin des Kaufmannes Isidor Kaiman. Alle, die den schlichten Menschen gekannt, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. G. U. ^■■■■BIIUUIMHBIIIBIBBIBIIIIHHIHV Zu Bosch - Haschonoh gratulieren Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Bekannten, Kunden und Gästen in der Neujahrsfestnummei der „WAHRHEIT" Sie ersparen damit Mühe. Porto und Zeitaufwand! Da im vorigen Jahre infolge verspäteten Einlangens viele Aufträge keinen Raum mehr finden konnten, bitten wir, uns die geschätzten Aufträge schon jetzt zu erteilen. Muster : Anläßlich des Rosch-Haschonoh-Festes entbieten hier, mit ihren Verwandten und Freunden die herzlichsten Glückwunsche (Einfaches Feld) Zahntechniker ludwig BFisclfter und Familie II., Novaragasse 21 Ausschneiden! An die Administration „DIE WAHRHEIT1*, Wien II., Heinestraße 13 Ich bestelle hiermit einen Rosch-Haschonoh-Glückwunsch a) Einfaches Feld zum Preise von S 6*— b) Doppelfeld zum Preise von S 12 — Name: Genaue Adresse:

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