Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 31 (29.7.1927)
- Date
- 1927-07-29
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 DIE WAHRHEIT stimme das „Wechomru" von Rubin und Lieder von Brahms und Mendel söhn sang, worauf Fräulein Teichner, welche einen wundervollen Sopran besitzt, das Wiegenlied des Eis aus der Oper „Der Schatzgräber" von Schreker und ein Lied von Mendelsohn zum Vortrage brachte. Großen Beifall erntete Herr Samuel Stern, der mit seiner umfassenden und kultivierten Baßstimme einige jüdische Gesänge, und zwar da „Adonoj,, Adonoj" von Rubin und „Wechol Bue Aulom" von Paul Horn und dann die Arie „In diesen heiligen Hallen" aus der Oper „Die Zauberflöte" von Mozart in tief empfundener Weise zum Vortrage brachte. Ein besonderes Lob verdient auch der Chor, welcher unter der bewährten Leitung des Chordirigenten Gussek- Glankirch stehend, Beethovens „Die Ehre Gottes" und'Schuberts „Der Lindenbaum" in ungemein wirkungsvoller Weise vorgetragen hat. Die Anwesenden beglückwünschten alle Solisten sowie insbesonders die Vereinsleitung zu den hervorragenden künstlerischen Leistungen. — Da wir erfahren, daß der jüdische Verein die Absicht besitzt, auch im nächsten Jahre in Gleichenberg ein Konzert zu veranstalten, so wollen wir ihm schon heute den wohlgemeinten Rat geben, die Vorbereitungen, so weit sie an Ort und Stelle getroffen werden müssen, in fachkundige Hände zu legen, damit der materielle Erfolg, der ja den Armen zugute kommen soll, nicht hinter dem künstlerischen zurückbleibt. H. Karlsbad. Am 11. dieses Monats fand hier ein Liederabend unseres allgemein beliebten Oberkantors M. Perlmann statt, der von einem zahlreichen distinguierten Publikum besucht war: Herr Oberkantor Perl mann sang mit seiner schönen lyrischen und doch tragfähigen prächtigen Tenorstimme synagogale Gesänge, jüdische Lieder und Opernarien wirkungsvoll zum Vortrage und erntete verdienten und reichen Beifall. Die Gesangsbegleitung besorgte Herr Robert Wotzilka in feinfühliger, exakter Weise. Die jugendliche Pianistin Fräulein Betty Lewin, die sehr begabte Tochter des Oberkantors Artur Lewin aus Wien, spielte die ungarische Rhapsodie von Liszt und Echo de Vienne von Sauer und fand wohlverdienten ehrlichen Beifall für die meisterhaft gespielten und zum Vortrag gebrachten Musikstücke. M. S. Todesfälle. Am Dienstag, den 19. Juli ist hier Frau Julie Nissel. geb. Gaubitsch, nach kurzem Leiden im 82. Lebensjahre verschieden. Mit ihr ist eine wahrhaft jüdische Frau, die ihr ganzes Leben dem Wohle ihrer Kinder gewidmet hatte und von allen ihren Freunden und Bekannten wegen ihres stets lauteren Wesens und ihrer Mildtätigkeit hoch geehrt und geschätzt wurde, in ein besseres Jenseits heimgegangen. Donnerstag, den 21. Juli fand das Leichenbegängnis auf dem Zentralfriedhofe, I. Tor, unter zahlreicher Beteiligung in einfacher und würdiger Weise statt. Den großen Verlust ihres Scheidens beklagen die Kinder Herr Kommerzialrat Sigmund Nissel, Frau Charlotte Wegler, die bekannte Vorstandsdame des Vereines zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder des 16. und 17. Bezirkes und Frau Hermine Kohn sowie die Schwiegertochter Frau Irene Nissel und die Schwiegersöhne, die Herren Markus W e g 1 e r und Jakob Kohn. — Ein allgemein beliebter und geschätzter Arzt, Dr. Paul Licht, wurde am 15. d. M. zu Grabe getragen. Der Verstorbene war ein wahrer Wohltäter der leidenden Menschheit und hat sich auf sozialhygienischem Gebiete große Verdienste erworben. Die Wertschätzung, deren sich der Verstorbene erfreute, kam bei seiner Beerdigung zum Ausdrucke, bei welcher sich u. a. die Professoren Naumann, Glas und Schur, Bezirksvorsteher L a h n e r Gemeinderat Kohl sowie in Vertretung der Chewra Kadischa Herr Eduard Engel eingfunden hatten. Mit Dr. Paul Licht ist ein vornehmer Mensch, ein hervorragender Arzt und ein guter Jude dahingegangen. Martyrium jüdischer Aerzte. In diesen Tagen beginnt vor dem Gericht zu Brooklyn (Amerika) ein mit Spannung erwarteter Prozeß, der die antisemitischen Umtriebe im Brooklyn-Hospital zum Gegenstande hat. Angeklagt sind sechs Aerzte, die drei üdische Kollegen nachts aus ihren Betten gezerrt, gefesselt, geknebelt und in ein eiskaltes Bassin geworfen haben. Dann zogen sie sie heraus, beschmierten ihre Gesichter mit Tinte und banden sie an die Bettpfosten. — Die sechs Aerzte wurden ihrer Posten enthoben. Sie erklärten sich damit einverstanden, freiwillig auf ihre Posten zu verzichten, wenn die gerichtliche Anzeige unterlassen werde. Der Staatsanwalt wies dieses Angebot ab und erhob Anklage. — Der unter einem Teil der Aerzte des Brooklyn-Hospitals herrschende Antisemitismus erregt seit längerer Zeit Mißfallen in der Oeffentlichkeit. Die jüdischen Patienten klagen sehr über brutale Behandlung seitens nichtjüdischer Aerzte. nygicnisdics j Kdnigsllchtl Seit vielen Jahren das anerkannt beste wyraw Man achte auf die ges. gesch. Marke ,Hyglen. Königslicht1 und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon 83-1-87 AAA4AAAft*AAaftaaaaAAAAAAAAAAAaA4AAA4AAAA» Konkurs. Der Vorstand des Tempelvereines Chewra- Beth-Hatfila und des Kranken-Unterstützungs- Vereines Chewra-Bikkur-Cholim sucht für den an den hohen Feierlagen stattfindenden Filial- Gottesdienst einen stimmbegabten, musikalischen, * nachweisbar religiösen Tenoristen oder Baritonisten J für die Mussaf-Gebete und einen tüchtigen Bal- < Schachris, der auch Bal-Koreh sein muß. < Gehalt nach Übereinkommen. Offerte sind zu 3 richten an den Vorsteher Salomon Oesterreich, < IX., Liechtensteinstraße 113. */fffVYTVf?TTVVTVVVTVTTfTTffTTTTffffffyf> ..........,,,,.......................miniuMiiiiiuniiiiiiiimi i ir KONKURS. Die israelitische Kultusgemeinde in Sombor (Jugoslawien) benötigt einen Kontor selber muß Schochel Ubodek, guter Baal Tefllah und guter Kere sein und von drei anerkannt orth. Rabbinern Zeugnisse haben, nicht über 40 Jahre alt. Gehalt Dinar 3000 monatlich, nebst halbe Schechita, freie Wohnung und die üblichen Nebeneinkommen. Derjenige, der dieFähigkeit besitzt, zum Oberkantor vorzurücken, wird bevorzugt. Reflektanten mögen ehebaldigst Offerte einsenden. Die Stelle ist womöglich sofort zu besetzen. Reisespesen werden nur den Berufenen vergütet. Samuel Török, Andor Wamoscher, Sekretär ' Präses tliiihiiiiHiinmiiiiiHiiiiH^iiniiiiiuiiiiiiiiiinninimi im