Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 29 (15.7.1927)
- Date
- 1927-07-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 ijjiiiliiillliiliiillliiiiliilliiiiliiillilii.illilliiiiliiH DIE WAHRHElf gemeinden nicht zu erreichen ist, anderseits wegen der unüberwindlichen Schwäerigkeitjen, welche dlie dfesolaten parlamentarischen Verhältnisse verursachen würden. Es bleibt also den Kultusgemeinden nichts übrig, als den schmalen Pfad, welcher ihnen freigelassen wurde, zu benützen, um ihren Verpflichtungen halbwegs gerecht zu werden. Oesterreichischer Kantoren-Verein, Wien II., Weintraubengasse 7. Am 28. Juni 1. J. fand im Siteungssaale der Israelitischen Kultusgcraemde die außerordentlich zahlreich besuchte ordentliche Generalversammlung des Oesterreichisdien Kantoren-Vereines statt. Der Präsident Oberkantor Isidor Löwit eröffnet die Versammlung, begrüßt die erschienenen Kollegen, speziell die Gäste aus dem Auslande, Rev. Rieger und Oberkantor Rosenfeld und betrauerte, während die Versammlung sich von den Sitzen erhob, vor allem den Hingang des Ehrenpräsidenten, Oberkantor Jakob Bauer, des Gründers und verdienstvollen langjährigeil Präsidenten des Vereines. „Wir haben für ihn im türkischen Tempel, an der Stätte, an der er durch Dezennien zur Ehre unseres Standes sein heiliges Amt versah, eine feierliche Trauerandacht veranstaltet und wurde mir die besondere Ehre zuteil, die Tätigkeit und die Verdienste des Verstorbenen ausführlich zu würdigen- Sein Name wird für alle Zeiten mit der Geschichte unseres Vereines unzertrennlich verbunden bleiben. Wir beklagen ferner den Tod unseres allgemein gesehätzten und hochgeachteten Vorstandsmitgliedes, des Oberkantors M. B. Kaufmann, der auf der Höhe seines Lebens, im schönsten Mannesalter vom Tode plötzlich ereilt wurde. Ef hat sich durch sein eifriges und erfolgreiches Wirken um unseren Verein bleibende Verdienste und durch seinen vornehmen Charakter Sympathien in den weitesten Kreisen der Bevölkerung erworben. Wir beklagen ferner das Hinscheiden unseres Ehrenmitgliedes Philipp Bassel, den Hingang des um die Führung des Gottesdienstes und um die Verbreitung des großen Werkes seines unsterblichen Vaters Salamon Sulzer, hochverdienten Professors Josef Sulzer und den Tod der Vereinsmitglieder Leo Heller, Jakob Dukes, I. Rothwein in Wien und M. Vogel in Wiener- Neustadt Ihnen allen wird der Verein ein ehrendes Andenken bewahren. Die allgemein tristen wirtschaftlichen Verhältnisse der letzten Jahre haben sich auch in unserem Stande schwer fühlbar gemacht; doch konnte immerhin das Schwerste durch unsere unausgesetzten Bemühungen und durch die Einsicht der Gemeinde- und Tempelvorstehungen abgewendet werden. Nach außen hin hat unser Stand durch die diesbezüglich nie aussetzende Tätigkeit des Vereinsvorstandes an Ansehen gewonnen, und wir können mit besonderer Genugtuung feststellen, daß heute auch die Behörden unseren Verein als die berufene Standesbehörde ansehen, unsere Meinung einholen, die so die ausschlaggebende Basis ihrer Entscheidungen in wichtigen Fragen geworden ist. Wir richteten insbesondere unser Augenmerk darauf, daß bei Neubesetzungen im Rahmen des Möglichen nur würdige und fachmännisch genügend vorgebildete Kollegen zur Anstellung gelangen. Die Zahl der Veremsmitglieder hat sich, was wir mit Genugtuung hervorliebem, in der abgelaufenen Periode bedeutend erhöht; doch müssen wir gleichzeitig mit Bedauern konstatieren, daß noch viele Kollegen, speziell solche aus der Provinz, noch außerhalb des Vereines stehen. Auch auf karitativem Gebiete haben wir im Ausmaße der uns zur Verfügung stehenden kargen Mittel notleidenden durchreisenden Kollegen Unterstützungen zusehen lassen, hiesigen dürftigen Kollegen Beihilfen gewährt, aber auch der Witwen und Waisen der verstorbenen Kollegen nicht vergessen. Audi die hierzu erforderlichen Mittel haben wir nur durch hochherzige Zuwendungen der unterstützenden Mitglieder aufzubringen vermocht, wofür diesen hier nochmals öffentlich Dank gesagt wird. In zahlreichen Sitzungen haben wir zur Verhandlung stellende wichtige Standesfragen ( ingehend und gründlich beraten und erörtert und in vielen Versammlungen einschlägige wissenschaftliche und fachmännische Vorträge für unsere Mitglieder veranstaltet. WSr rennen in dieser Beziehung die Vorträge des Herrn Universitäts-Dozenten Dr. Hugo Stern, unseres Vorstandsmitgliedes Oberkantor I. L. Müller und den erst vor kurzem abgehaltenen Vortrag des Herrn Dr. Jean Nadolovich ^us Berlin, die den Kollegen mannigfaltige, instruktive Belehrungen und viele neue Anregungen brachten. Allen diesen Herren, die sich in selbstlosester Weise unserem Vereine zur Verfügung stellten, sei hiermit nochmals der Dank ausgesprochen. Wir danken besonders auch dem Vorstande der Israelitischen Kultusgemeinde Wien für sein Entgegenkommen durch Ueberlassung der Sitzungssäle für unsere Beratungen und Vorträge." Der Rechenschaftsbericht des Präsidenten, vielfach von Beifall unterbrochen, wird zur Kenntnis genommen und ihm der Dank der Versammlung votiert Namens der Revisoren erstattet hierauf Kantor Hirsch den Bericht über die Kassagebarung, die die Revisoren in allen Teilen in vollster Ordnung gefunden haben. Urnen und dem Kassier, Kollegen Armin Stift, wird einstimmig der Dank der Versammlung ausgesprochen und hierauf dem Vorstande das Absolutorium erteilt. Der Präsident dankt allen Vorstandsmitgliedern für ihre erfolgreiche und selbstlose Tätigkeit; speziell dem Kassier Stift gtbühre für seine hingebungs- und eifervolle unablässige Arbeit im Interesse der Stärkung der stets notleidenden Vereinskasse der ganz besondere Dank der Vereinsmitglieder (allgemeiner Beifall). Der Präsident dankt auch dem geschätzten Schriftführer Oberkantor F rä n k 1 und den Revisoren Harendorf und Hirsch für deren) Tätigkeit während der abgelaufenen Periode. Der Antrag dies Kantors Kurzweil (Mistelbach), einen der außerhalb Wiens wohnenden Kollegen in wichtigen Angelegenheiten als beratendes Mitglied den Sitzungen beilzuziehen, wird dem Vorstande zur Beratung und Beschlußfassung zugewiesen. Als. Ergebnis der hierauf vorgenommenen Neuwahlen geben die Skrutatoren Glück, Kurzweil und Roth folgendes Resultat bekannt: Es erscheinen, zum Teile einstimmig, zum Teile mit großer Majorität gewählt: Isidor Löwit zum Präsidenten, I. L. Müller zum I. und Josef Schlesinger zum II. Vizepräsidenten, Armin Stift zum Kassier, Emanuel Fränkl zum Schriftführer. Zu Vorstandsmitgliedern: Josef Grob, Rudolf Kogan, I. Landau, Matthias Matyas, Gerson Margulies, Samuel Postolow, Simon Weiß und Josef Zellnik. Zu Revisoren: Leo Funke und F. Hirsch. Nachdem die Gewählten die auf sie gefallene Wahl angenommen und für das Vertrauen der Kollegen gedankt hatten, schließt der Präsident die Generalversammlung. Todesfall. Unter großer Beteiligung fast des ganzen Bezirkes Floridsdorf wurde Frau Johanna Sinai, geb. Duldn e r im 74. Lebensjahre. Freitag, den. 8. d. zu Grabe getragen. Herr Rabbiner R. Bach hielt der Verblichenen einen überaus warmen Nachruf der auf alle Anwesenden den tiefsten Eindruck übte. Herr I. Kantor Margulies unter Assistenz des Kantors Eibenschütz, versah die Funktionen mit Chor in exakter Weise* ülHIIHillllBIHIIIIIIIIIIIIIIBINIIIIIIII a ■ a dggicnisdies KönifislicM Seit vielen Jahren das anerkannt beste tD^-nöW Man achte auf die ges. gesch. Harke «Hyglen. Königslicht« und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon 83-1-87