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Die Wahrheit · 1927-07-08 · Heft 28 (8.7.1927) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 28 (8.7.1927)
Date
1927-07-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Von Worte cu Wotfte Die Flucht aus Palästina. Nach amtlichen Nachrichten sind die Ziffern für die Einwanderung nach Palästina und. Auswanderung aus Palästina für das erste Vierteljahr 1927 folgende: Einwanderung: Jänner 181, Februar 220, März 228 Juden. Auswanderung: Jänner 536. Februar 280, März 588 Juden. Die vielen alten Pfleglinge des Versorgungs- und Siechenhauses der Israelitischen Kultusgemeinde in der Seegasse hatten am Mittwoch, den 29. Juni, einen Festtag, der ihnen durch die kunstvollen Darbietungen der Herren Kantor Funke (Gesang), Theo Salzmann (Cello) und Walter Landauer (Klavier) geboten wurde. Die drei Herren haben durch ihre vollendeten Vorträge den wärmsten Dank der Anstaltsleitung wie aller Zuhörer geerntet Linz. Herr Oberkantor Bernhard Löwensohn weilte vor kurzem in seiner Heimatstadt Wottitz in der Tschechoslowakei und wurde von der dortigen Kultusgemeinde eingeladen, den Samstag-Gottesdienst im Tempel abzuhalten. Dort hatten sich zahlreiche Zuhörer aus allen Kreisen eingefunden, die den Gesängen unseres Oberkantors mit großer Bewunderung lauschten. Nach dem Vormittagsgottesdienste wurden dem Herrn Oberkantor seitens des Kultusvorstandes der Dank zum Ausdruck gebracht und von den Anwesenden große Ovationen bereitet Es wurde allseits der Wunsch geäußert, daß Herr Oberkante Löwensohn, der ein vorzüglicher Bariton ist bald wieder mit seiner herrlichen Stimme in seiner Hermatsgemeinde glänzen möge. Trauungen. Sonntag, den 3. d. MM fand im Pazmanitentempel die Trauung des Fräulein Grete H e r 1 i n g e r, Tochter des Ehepaares Max Herlinger, mit Herrn Hans Morgenstern, Sohn des Herrn Moriz Morgenstern und seiner Gattin Rosa, unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung der Verwandten. Freunde und Bekannten der beiden Familten statt Rabbiner Dr. S. Funk hielt eine innige Ansprache an das Brautpaar, indem er es ermahnte, den Spuren seiner trefflichen Eltern zu folgen, die sich alle in weitesten Kreisen größter Beliebtheit und besonderer Wertschätzung erfreuen. Oberkantor J. Müller versah die kantoralen Funktionen mit Orgel- und Chorbegleitung vortrefflich. — Sonntag, den 3. Juli 1927, fand im Tempel in der Kluckygasse die Trauung des Chordirigenten dieses Tempels, des Herrn Dawid Reisenmann, mit Fräulein Berta Heitzner statt. Eine große Anzahl Gäste füllte das Gotteshaus und lieferte den Beweis für die großen Sympathien, deren sich das Brautpaar erfreut Der Vorstand des Klucky-Tempels und der Wiener Kantorenverein waren korporativ vertreten. Herr Rabbiner Dr. M. G. Mehre r hielt eine gehaltvolle Ansprache, in der er inbesonders auf die Tätigkeit des Bräutigams hinwies. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Landerer. Todesfall. Die Direktion des Wiener allgemeinen österreichischen israelitischen Taubstummeninstutes teilt hiermit das Ableben des Herrn Natan Rösler mit, der im Alter von 66 Jahren und nech 35jähriger Wirksamkeit am 2. Juli d. J. aus dem Leben schied. Friede sei mit ihm! ■MINNHIIillHIIIHIIIiiiltlllllllg 1 MÖBELHAUS | £ OSKAR OBLATT S S Wien II.« Praterstrafie Nr. 52 S 2 Telephon Nr. 46-1-34 und 47-0-34 2 S Kompl. Brautausstattungen, S 2 Hotelu. Inneneinrichtungen 2 S«hr «SBlfl« Prrtsa 2 HMMMMMMMMMMMIMMMMMUin Enthüllung eines Grabdenkmals für Dr. Hugo Zuckermann. Sonntag, den 19. Juni, fand auf dem ''israelitischen Friedhof in Eger die feierliche Enthüllung eines Grabdenkmals für den im Kriege gefallenen jüdischen Dichter Hugo Zuckermann statt. Gleichzeitig wurden auch im Rahmen einer würdigen Gedächtnisfeier die auf dem jüdischen Friedhof errichteten Grabsteine für die im Weltkriege in Eger verstorbenen jüdischen Soldaten enthüllt. Lord Swaythling gestorben. Am 11. Juni starb in London im 58. Lebensjahre Samuel Montagu Swaythling, Chef des Bankhauses Samuel Montagu & Co. Er war bis vor kurzem Präsident der Föderation der englischen Synagogen und als solcher einer der Führer der konservativ-religiösen Juden. Sein Bruder verstarb vor einigen Jahren als Minister für Indien. Ein Vetter des Verstorbenen ist Sir Herbert Samuel, der frühere Oberkommissär für Palästina. Der 28jährige älteste Sohn, Lord Stuart Montagu, heiratete die Enkelin des kürzlich verstorbenen Lord B e a r s t e d und vereinigte dadurch zwei Familien, deren Reichtum wohl heute der größte Englands ist. Die Londoner Presse feiert Lord Swaythling als einen der Pfeiler der Londoner City und rühmt ihm nach, daß er durch seine Besonnenheit und Weitsicht zur Entwicklung der britischen Nationalwirtschaft in hervorragender Weise beigetragen habe. Ein Mord in der Schowuausnacht. In der Schowuausnacht hat sich in Kowno eine furchtbare Mordtat zugetragen. Am Erew Schowuaus hat ein Wachsoldat den 70jährigen Leiser Grünstein, Pflegling des Jüdischen Greisenasyls, auf der Straße erschossen, als sich dieser zum „Tikun-Schewuaus-Gebet" in die Synagoge begeben wollte. Auf die Kownoer Judenschaft hat dieser Fall erschütternd gewirkt. Empörung weckt die offizielle Erklärung zu dem Morde, die das Verbrechen nicht verurteilt, sondern es damit entschuldigt, daß der Greis zu verbotener Stunde die Straße betreten habe. Von 1 Uhr nachts bis zum Morgen ist nämlich infolge des Kriegszustandes das Betreten der Straße ohne besonderen Erlaubnisschein verboten. „Wiener Kantorenschule." Zu dieser am 24. v. M. gebrachten Notiz erfahren wir noch, daß Herr M. Hacker, ebenfalls Kantor ist und als -solcher seit drei Jahren im Tempelvereine „Auhawe Israel", Wien XIII., fungiert Bibelschule Wien IL, Pazmanitengasse 6. Am Samstag, den 25. v. M., fand unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. S. Funk in Anwesenheit des Vorstandes des Tempelvereines „Aesdiel Awrohom", der Eltern und des Inspektorates der Kultusgemeinde die Schlußprüfung der Bibel- und Talmudschule statt. Die Zöglinge (Knaben und Mädchen), konnten — wie alljährlich — ihre zufriedenstellenden Leistungen zeigen. Es war eine Herzensfreude, zu sehen, wie die Kleinen und Großen unter Führung ihrer Lehrer sohlaigfertige Antworten gaben, insbesondlers wurden die korrekten Antworten der Talmud-Abteilung bewundert, die so manchen an die alten Zeiten, wo das Talmudstudium intensiver gepflegt wurde, erinnerte. Nach der Prüfung hob Herr Inspektor L. W i e s n e r das ersprießliche Zusammenarbeiten des Vorstandes, der Lehrer und der Kinder hervor. Zum Schlüsse dankte noch Herr Rabbiner Dr. Funk dem Vorstände für die Opfer, Mühe und Zeit, welche für die Erhaltung der Schule aufgebracht wurden, den Lehrern wie auch den Kindern für ihren Fleiß und ihre Ausdauer und wünschte ihnen 'einen recht angenehmen Sommeraufenthalt. damit sie gekräftigt im kommenden Schuljahre ihre Arbeit fortsetzen. Unbefugtes Spendeneinsammeln. Ein sich als taubstumm ausgebender Bursche versucht, für das Jüdische Waisenhaus, Baden, Spenden einzusammeln. Die Verwaltung des Waisenhauses weist darauf hin, daß nur mit Legitimationen versehene Herren berechtigt sind, Gelder in Empfang zu nehmen und bittet, diesen Burschen der Polizei zu übergeben (Briefkasten. Anonymus. Sie schreiben uns: In Ihrer Zeitschrift vom 24. Juni 1927 ist ein Irrtum unterlaufen. Site schreiben, die Trägerin des Wiener Dürer-Preises sei Jüdin. Frau Lea Reinhard entstammt zwar einer jüdischen Familie, ist aber seit ungefähr 30 Jahren an einen Christen verheiratet und selbt Christin,

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