Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 27 (24.6.1927)
- Date
- 1927-06-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 KIHIH DIE WAHRHEIT Zur Thoraförderung gehört auch die Tätigkeit des Vereines Tiferes Bachurim, der 26 Wiener Kindern die Möglichkeit bietet, an Jeschiwohs sich auszubilden. Bezüglich der Awodah betont der Referent, daß das Wesen und die Art des Gottesdienstes hinlänglich bekannt ist. Daß die Schechitah in jeder Beziehung an Umfang zunimmt, liegt daran, daß die rituelle Aufsicht und Kaschruth unserer Institutionen das absolute Vertrauen aller glaubenstreuen Juden in der ganzen Welt genießt. Sehr bedeutend sind die Leistungen in bezug auf Uemiluth Chesed, weiche von verschiedenen Vereinen besorgt wird. Dankbar rühmt Herr Pappenheim die Tätigkeit des Vereines „Einheit", der sowohl durch die allgemeine Küche, als auch besonders durch die Mittelstandsküche eine Wohltat der Wiener Judenschaft ist. Der Verein Tomech Ewjonim verwendet 4000 S jährlich für die unentgeltliche Verköstigung von Armen an Sabbath und Festtagen; der Krankenhausverein verausgabt 18.000 S für die Verköstigung von Kranken in den Spitälern. Der Frauenverein hat ein Budget von 38.000 S zur Unterstützung der notleidenden Familien, Wöchnerinnen und Kranken. Allen diesen Vereinen gebührt der herzlichste Dank. Die Adas Jisroel selbst hat an Subventionen für Vereine mehr als 20.000 S verausgabt, ferner verwendete sie etwa 4500 S zur Pessachbeteiligung und 1800 S für Brautausstattung. Aus den Bethausspenden kamen ferner 4200 S an verschiedene Vereine zur Auszahlung. Alle diese Beträge und noch viel mehr wurden aus unserem engsten Zirkel aufgebracht und kamen den weitesten Kreisen zugute. Es bedurfte der größten Anstrengung, um das eigene Budget der Adas Jisroel von 220.000 S aufzubringen. Es stellte an die Opferwilligkeit der Mitglieder die größten Anforderungen und nur deren Begeisterung und Anhänglichkeit konnten in dieser krisenhaften Zeit diesen Aufgaben gewachsen sein. Herr Kassaverwalter Stern bespricht die einzelnen Posten des Rechnungsabschlusses und verweist darauf, daß die Adas Jisroel eine große Anzahl von Institutionen, nicht nur für die eigenen Mitglieder, sondern für alle Juden in Wien, die wahrhaft religiös leben wollen, zu erhalten hat. Es ist darum Pflicht eines jeden, darauf hinzuwirken, daß die Mitgliedsbeiträge reichlicher bedacht werden. Herr F i g d o r beantragt namens der Revisoren die Erteilung des Absolutoriums. In der sich daran schließenden Debatte treten die Herren Michael Figdor, Geza Braun und Emanuel Lamm für die Wiedereinrichtung des Chores ein; letzterer bedauert auch die niedrige Ziffer des Einganges von Mitgliedsbeiträgen. Herr Gustav Pappenheim meint, daß bei dem gefestigten religiösen Sinn Meschorrerim, die nicht streng religiös leben, nicht erwünscht seien. Herr Herzka und Herr Siegmund Stern besprechen Approvisionierungsfragen. Herr Lederer wünscht die endgültige Regelung der Friedhofsordnung dahin, daß eine Abteilung für streng religiöse Personen geschaffen werde. Vorstandsmitglied Leitner gibt Aufklärungen und Vorstandsmitglied Fuchs betont, daß alle Anregungen vom Vorstande gewissenhaft geprüft und dankbar angenommen werden. Herr Otto Stern regt an, daß nach deutschem Muster der Chor aus freiwilligen Mitgliedern zu bilden sei. Herr Pappenheim bespricht zusammenfassend die vorgebrachten Anregungen und bei der darauf folgenden Abstimmung wird das Absolutorium mit Stimmeneinhelligkeit angenommen. Der Vertreter der Kultusgemeinde, Herr Dr. Tic ho spricht in warmen Worten den Dank und die Anerkennung des Kultusvorstandes für die hervorragenden Leistungen der Adas Jisroel aus. Der Antrag des Vorstandes, vorgebracht durch Herrn Leitner, bezüglich des Mitgliedsbeitrages den Beschluß vom vorigen Jahre zu bestätigen, wird angenommen. Bei der vorgenommenen Ergänzungswahl wurde Herr Sandor Adler gewählt. Zu Revisoren werden gewählt die Herren Bernhard Hofbauer, Siegmund Figdor, Artur S p u t z. Herr Isidor Frommer dankt dem Vorsitzenden für die musterhafte Leitung der Versammlung. Dieser hebt hervor, daß die Adas Jisroel stets darauf bedacht sein muß, im engen Anschluß und in inniger Verbindung mit den anderen gleichgesinnten Bethausvereinen für die Gesamtheit der glaubenstreuen Judenschaft zu arbeiten. Wir folgen dabei der Führung unseres ehrwürdigen Rabbi, der in diesem Jahre das dritte Jahrzehnt seiner bisherigen Tätigkeit beendet. Unter seiner Führung und durch seine Grundsätze ist die Adas Jisroel im Innern erstarkt und nach Außen an Ansehen gewachsen. Unter seiner Führung wollen wir noch weiter von Erfolg zu Erfolg schreiten. ISRAELITISCHE KULTUSGEMEINDE WIEN Seitens der israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangen im Laufe der nächsten Zeit die nachfolgenden größeren Bauarbeiten zur Vergebung: 1. I., Judengasse 8: Instandsetzung. 2. II., Floßgasse 14 (Rit. Bad): Reservoir-Lieferung, 3. IL, TempeJgasse, Tempel: a) Rekonstruktion der elektr. Beleuchtungsanlage, b) Instandsetzung der Hofeingangstore. 4. II., Rauscherstraße 16 (Kinderspital-Ambutorium): Errichtung eines Geräteschupfens und einer Klosettanlage. 5. XI., Zentralfried ho f. I. Tor: Errichtung eines Denkmaies auf der Kriegergrabstätte. 6. XI., Neuer Friedhof: 8. Erweiterung (Straßen- Bewässerungsanlage-Kanalisation. 7. XVIII., Spital der Ku 11 u s g e m ei n d e: Interne Telephonanlage. 8. XXI., Friedhof: a) Instandsetzung der Zeremonienhalle, b) Errichtung eines Geräteschupfens und einer Klosetanlage. Jene Firmen, welche zur Offertstellung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens 6. Juli 1927 dem technischen Amte der Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 2, bei welchem auch während der gewöhnlichen Amtsstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sich meldenden Firmen zwecks Heranziehung der Offertstellung für die einzelnen Arbeiten behält der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde ausdrücklich seinen alleinigen Ermessen vor. ^BISIBBlHaSIlBSIBIIIIIIIIIIIBIIIIIIIIIIBIÜ gicnisdics Seit vielen Jahren das anerkannt beste Irzeitil M^-nötw Man achte auf die ges. gesch. Marke «Hyglen. Königsilcht' und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Brsunhirschengasse 3 Telephon 83-1-87 iS