Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 25 (10.6.1927)
- Date
- 1927-06-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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die Wahrüei? iUiiiiinnriiiinrijnifiniiiiiiümniünnmmiraij ..------............................................. \o SC V»n Wotfte xu WoeAe Vi^ Kundgebung eines hohen Kirchenfürsten. Wie wir in unserer letzten Nummer berichtet haben, war zur Inthronisationsfeier des neuen Fürstbischofs von S e c k a u Dr. Ferdinand Pawlikowski auch die Israelitische Kultusgemeinde Graz geladen und zwar haben der Landesrabbiner von Steiermark Prof. Dr. D.Herzog und der Präses der Israelitischen Kultusgemeinde Graz, Dr. Robert Sonnenwald, an den kirchlichen Feierlichkeiten teilgenommen. Wie uns nunmehr aus Graz gemeldet wird, hat der neilinthronisierte Fürstbischof an das Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde folgendes Schreiben gerichtet: „Für die außerordentlich herzliche Anteilnahme an meiner Bestellung zum Oberhirten der Diözese Seckau und für die liebenswürdigen Glückwünsche bitte ich den verbindlichsten Dank und zugleich die Versicherung entgegenzunehmen, daß ich stets und aufrichtige Dankbarkeit allen hohen Faktoren und Persönlichkeiten entgegenbringen und bewahren werde, die mit mir von der Ueberzeugung getragen sind, daß der Gottesglaube das unerläßlichste Fundament für ein geordnetes Staatswesen bildet. Mit dem Ausdrucke ganz besonderer Hochverehrung zeichne ich dem Präsidium ergebenster Dr. Ferd. Pawlikowski e. h. Graz, am 1. Juni 1927. Fürstbischof von Seckau. Außerdem hat Fürstbischof Dr. Pawlikowski auch persönlich durch Herrn Landesrabbiner Prof. Doktor Herzog der Gemeinde seine Grüsse übermitteln lassen. Tödlicher Unfall des Rabbiners Dr. E. Königsberger. Der in weitesten jüdischen Kreisen geschätzte und bekannte Rabbiner der Berliner Ahavas Scholaum-Gemeinde Dr. E. K ö n i g s b e r g e r ist am 3. d. M. an den Folgen eines Straßenunfalles gestorben. Der frühe Tod des kenntnisreichen und ausgezeichneten Mannes reißt eine empfindliche Lücke in das Berliner konservative Rabbinat. Genisah-Feler in Sarajevo. Sonntag, den 15. Mai d. J., fand innerhalb der Sef. Kultusgemeinde in Sarajevo nach 7 Jahren wieder eine würdevolle und imposante Genisa.Ii- Feier statt: Ausgehend von dem Grundsatze, daß religiöse Gegenstände — Thorarollen, hebräische Bücher, hauptsächlich alle Einrichtungsgeräte des Tempels — auch dann nicht profaniert werden dürfen, wenn sie schon im Gebrauche nicht verwendbar sind, enthält das jüdische Religionsgesetz Bestimmungen darüber, auf welche Weise alle diese Gegenstände bestattet werden sollen. Viele derselben müssen mit Ehrerbietung und Ehrfurcht beerdigt werden, sogar neben der Ruhestätte von gottesfürchtigen und gelehrten Männern. Von den kabbalistischen Motiven der jüdischen Lehre, die bei den Aschkenasim größtenteils chassidische Formen angenommen haben, erhielten sich unter den S e f a r d i m vielleicht keine so stark, als die transcendenten Begriffe unserer religiösen Lebensauffassung. Die „Genisah", die Wegschaffung und Beerdigung der Reste von Thorarollen, hebräischen Büchern usw., wird daher bei Seite 13 ihnen stets mit einer ergreifenden und schönen religiösen Feier verbunden. Wer einmal Zeuge einer solchen Feier war, kann den gewonnenen Eindruck nie vergessen. Die Psalmen und Melodien klingen da wie ein Gelübde in Leiden, wie das Gebet der Kinder von Märtyrern, wie ein heiliger Schwur der Tradition und Treue. Auch die diesjährige Genisah-Feier der Sefardischen Kultusgemeinde in Sarajevo verlief unter großer Beteiligung in diesem tiefempfundenen Gefühle, in heiliger Verehrung für jüdische Vergangenheit und jüdische Lehre. Verlobung. Fräulein Hilda G e r s 11, Tochter des Wein-Großhändlers Moriz G e r s 11, Vorstehers des Pazmanitentempels, und seiner Gattin Sophie geb. Hacker, hat sich mit Herrn Isaak Manojlovitsch, Mitchef des Bankhauses Jo. Manojlovitsch in Belgrad verlobt. Trauung. Eine der bekanntesten und beliebtesten Familien der Leopoldstadt bildete am 12. d. M. den Gegenstand einer Feier mit einer Beteiligung, wie man sie selten zu verzeichnen hat. Das Ehepaar, Cafetier Eduard und Rosa Herlinger, dessen Sohn Heinrich mit Fräulein Stella Singer, Tochter des Ehepaares Markus und Therese Singer, im Tempel in der Pazmanitengasse getraut wurde, konnte über eine unübersehbare Menge von Hochzeitsgästen mit Genugtuung Heerschau halten. Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d, der als Freund des Hauses die Vollziehung des Trauungsaktes übernommen hatte, sprach allen Versammelten aus dem Herzen, als er die in aller Stille und Verborgenheit waltende Wohltätigkeit der Frau H e r 1 i n g e r und den biederen Charakter ihres Gatten rühmend hervorhob. Aus gleichem Milieu stammt die Braut, die Tochter allgemein geachteter Eltern, der in der inhaltsreichen Traurede an der Hand von Zitaten aus dem jüdischen Schrifttum ans Herz gelegt wurde, daß der Weg, den sie zu gehen habe, sich nicht wie der Ozean überfliegen lasse, sondern Schritt für Schritt in treuer Kameradschaft mit ihrem Gatten durch das unbekannte Land der Zukunft von ihr gebahnt und geebnet werden müsse. Oberkantor J. Müller entsprach mit seinem Gesang um so mehr dem Geschmack des zahlreichen Auditoriums als er bewies, wie die schönen Sulzerschen Weisen, kunstgerecht vorgetragen, noch immer den Stolz der Wiener Juden bilden dürfen. Barmizwah-Feier. Samstag, den 11. d. M., fand im Tempel in der Pazmanitengasse die Barmizwah des Studenten Hans Riess statt, eines Sohnes des Vorstandsmitgliedes Julius R i e s s s. A. und seiner Gattin Jenny geb. G r ü n h u t. Nachdem der Barmizwoh die Haftorah zum Vortrag gebracht hatte, richtete Rabbiner Dr. Funk einige ergreifende Worte an ihn, bei welchen kein Auge tränenleer blieb. Er wies nämlich auf die hervorragende Persönlichkeit und das gottgefällige Wirken seines in Gott ruhenden Vaters hin, der in der Blüte seiner Jahre mitten aus seinem der Familie und der Allgemeinheit gewidmeten Leben abberufen wurde, und ermahnte ihn, dem hehren Vorbilde seines verewigten Vaters nachzueifern und jenen erhabenen Idealen nachzustreben, die sein Vater Zeit seines Lebens hochgehalten habe. «wki flboagentBB für ..Die SabiW! Orthodox 1^5 Restauration in Cirkwenica, S. H. S., bei JOSEF M. 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